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Zillner: Schilderwald darf nicht überhandnehmen

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So sieht das Schild mit dem Fairtrade-Hinweis in der Stadt Burghausen aus. In Traunstein soll es ein solches Schild nicht geben, das entschied der Stadtrat.

Traunstein – Auf den Schildern an den Ortseingängen von Traunstein wird es keinen Hinweis auf die Fairtrade-Stadt Traunstein geben. Einen entsprechenden Beschluss fasste der Stadtrat. Es soll jedoch geprüft werden, ob auf Bannern und Plakatständern der Stadt in regelmäßigen Abständen darauf hingewiesen werden könnte, dass Traunstein Fairtrade-Stadt ist.


Die Anfrage war von Stadtrat Stephan Hadulla (Grüne) gekommen. Er hatte in einer vorangegangenen Sitzung gefragt, ob es nicht möglich wäre – so wie in der Stadt Burghausen auch – unter die Ortsschilder ein weiteres Schild mit dem Hinweis anzubringen, dass Traunstein Fairtrade-Stadt ist. Die Verwaltung hat sich daraufhin mit der Stadt Burghausen in Verbindung gesetzt. Nach Auskunft des dortigen Ordnungsamts hätten die fünf Schilder 200 Euro gekostet und seien vom Bauhof montiert worden. Da Traunstein am 7. Februar 2018 einjähriges Jubiläum als Fairtrade-Stadt feiere, würde sich die Beschilderung im Rahmen einer Jubiläumsaktion anbieten, hieß es vonseiten der Stadt.

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Das sah zweiter Bürgermeister Hans Zillner (CSU) anders. »Wir sollten darauf achten, dass der Schilderwald nicht überhandnimmt«, betonte der Verkehrsreferent. Die Devise müsse sein: »So viele Schilder wie nötig, so wenige wie möglich.« Hans Zillner ist der Meinung, »dass ein weiteres Schild nur eine Belastung für die Verkehrsteilnehmer ist«.

Ulrike Hoernes (Traunsteiner Liste) sagte, dass es wichtig sei, sich immer wieder in Erinnerung zu rufen, dass Traunstein Fairtrade-Stadt sei.

Josef Kaiser (UW) gefiel die Idee mit den Schildern nicht, doch er schlug vor, dass auf Bannern der Stadt darauf hingewiesen werden könnte. Dieselbe Meinung vertrat auch Traudl Wiesholler-Niederlöhner (SPD). »An die Ortsschilder gehört das nicht hin«, sagte sie. »Aber dass wir das irgendwo gut sichtbar machen, fände ich sehr gut.«

Thomas Stadler (Grüne) betonte, »dass es einfach nur wichtig ist, dass wir am Ball bleiben. So ein Schild könnte helfen, dass wir immer wieder unsere Standards überprüfen und uns fragen: 'Wo wollen wir hin'?«. Doch er fände auch die Idee von Josef Kaiser gut.

Mit dieser konnte auch Stephan Hadulla leben. Er gab nur zu bedenken, dass die Banner der Stadt sehr oft belegt seien. Deshalb schlug er vor, dass noch weitere Flächen gesucht werden sollen, wo Banner aufgestellt werden könnten. Das wird nun gemacht. Außerdem wird geprüft, wie oft die bereits bestehenden Flächen überhaupt frei sind und was die Anschaffung von Plakaten und Bannern kosten würde.

Ausgezeichnet wurde die Stadt Traunstein vom Verein TransFer e.V.. Ziel soll es sein, dass sich Fairtrade-Städte starkmachen für einen fairen Handel auf kommunaler Ebene – von Geschäften, über gastronomische Betriebe bis hin zu Kirchengemeinden, Schulen und der Verwaltung. Mit Aktionen wie der »Fairen Woche« in Traunstein im September wird das Thema ins Bewusstsein der Bürger gerückt. KR

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