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Zeitreise durch 100 Jahre Tourismus im Chiemgau

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Autor Karl Stankiewitz (links) nahm bei der Buchpräsentation auch Landrat Hermann Steinmaßl (rechts) und den »Tourismuszeitzeugen par excellence«, Altlandrat Leonhard Schmucker, mit auf die Zeitreise durch 100 Jahre Tourismus (Foto: Burghartswieser)

Ruhpolding. »Zeitreise durch 100 Jahre Tourismus im Chiemgau«. So lautet der Titel der Chronik, die der Reisejournalist Karl Stankiewitz verfasste und zum Abschluss der Jubiläumsfeierlichkeiten »100 Jahre Chiemgau Tourismus« im Hotel zur Post vorstellte.


»Zu 100 Jahre Tourismusverband im Chiemgau gibt es viel zu sagen«, meinte Landrat Hermann Steinmaßl. Damals hätten visionäre Touristiker und Politiker den »Verkehrsverband« gegründet, die schon zu dieser Zeit die Notwendigkeit zur Bündelung von Ressourcen bei der Werbung erkannten. »Diese Leute haben den Tourismus vorangebracht, Leute, die Mut gehabt haben.« Viele Bausteine, vor allem in der Infrastruktur, seien damit geschaffen worden. »Gemeinsamkeit war bereits vor 100 Jahren die Grundlage für den Erfolg und das gilt auch heute noch«, so Steinmaßl, der auch Vorsitzender des Chiemgau Tourismus ist. Darum sei dieses Buch ein wertvoller Beitrag zur Geschichte.

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»Nur wer Geschichte kennt, kann daraus Lehren ziehen«

Es sei für ihn eine Freude, dass Ruhpolding als Ort für die Buchpräsentation ausgewählt wurde, meinte Bürgermeister Claus Pichler. Er hob auch die »Stärke des Chiemgau Tourismus« hervor. Die Region sei eine Gegend, wo man sich gerne aufhält. Dieses Synonym zu erhalten, sei die künftige gemeinsame Aufgabe. Zum Sinn des Buches räumte er ein: »Nur wer die Geschichte kennt, kann daraus Lehren ziehen, um für die Zukunft gewappnet zu sein«.

Autor Karl Stankiewitz las einige Passagen aus dem 96 Seiten umfassenden und reich bebilderten Buch vor. Er begab sich damit auf eine abwechslungsreiche Zeitreise durch den Chiemgau. Dabei betonte er, dass er Wert auf seine journalistische Freiheit gelegt habe. In seinem Buch zeigt der Verfasser anhand von Geschichten auf, warum und wie sich der Chiemgau zu einem der beliebtesten deutschen Urlaubsgebiete entwickelt hat. In seinem Kapitel »Unter einem Trachtenhut« erinnert er zum Beispiel an die Hintergründe des Zusammenschlusses der Fremdenverkehrsorganisationen. Einen breiten Raum nimmt die Entwicklung der touristischen und sportlichen Attraktionen, insbesondere im Feriendreieck Ruhpolding, Inzell und Reit im Winkl, ein. So widmet Stankiewitz unter »Urknall einer Urlaubswelt« der Entstehung des »Massentourismus in Ruhpolding« ab 1933 besondere Aufmerksamkeit. Dabei erinnert er daran, »wie ein Berliner das Bergdorf erweckte und berühmt machte«. Er beleuchtet auch »Traunsteins wechselhaften Weg vom Kur- zum Kulturtourismus«. Weiter geht er in seinem Buch auf die für den touristischen Freizeitwert bedeutsamen Almen und deren Bewirtschaftung ein.

Die »Zeitreise durch 100 Jahre Tourismus im Chiemgau« ist keine statistische Aneinanderreihung von geschichtlichen Daten, sondern eine Sammlung von Geschichte und Geschichten, in denen sich alle Tourismusgemeinden wiederfinden. Ein Buch, das verständlich und leicht zu lesen ist. Die Historie des Fremdenverkehrs im Chiemgau ist somit für den Leser spannend und nachvollziehbar. Die reichhaltige Bebilderung des Buches mit alten Ansichtskarten, Aufnahmen und auch neuzeitlichen Bildern tragen ebenfalls zum Verständnis bei. hab

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