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Das Büro der Sozialen Bürgerhilfe Bergen-Vachendorf wird zukünftig nicht mehr beim Gemeindekindergarten untergebracht sein, sondern beim katholischen Pfarrkindergarten. (Foto: Müller)

Zehn Jahre Soziale Bürgerhilfe

Die 100 Mitglieder zählende Soziale Bürgerhilfe Bergen-Vachendorf kann heuer auf zehn Jahre erfolgreiche Arbeit zurückblicken. Wie Vorsitzender Klaus Frank bei der Jahreshauptversammlung im Rudolf-Alexander-Schröder-Haus in Bergen betonte, habe sie sich in der Verwaltungsgemeinschaft schnell zur Erfolgsgeschichte entwickelt, auch wenn dies in Vachendorf etwas länger gedauert habe.


Der Verein sei als Alternative zum eigentlich gewünschten Mitarbeiter für Soziales in der Gemeinde Bergen ins Leben gerufen worden. Diesen habe die Gemeinde einst mit der Begründung abgelehnt, dass es vor Ort bereits ein gut funktionierendes soziales Netzwerk gebe. Doch dieses Netzwerk war zum großen Teil Eberhard Rathke, der über die Jahre im Dorf immer mehr zur Anlaufstation für soziale Belange geworden war, weil er über ein entsprechendes Wissen verfügte und einen guten Draht zu den zuständigen Ämtern hatte.

Rathke zu entlasten und die Aufgaben auf mehrere Schultern zu verteilen, musste also anderweitig geschehen und so gründete man am 29. März 2012 in Bergen die Soziale Bürgerhilfe Bergen-Vachendorf. Schon das Interesse an der Gründungsversammlung war sehr groß. Frank zufolge sei gerade in der Anfangszeit das Budget, auch wegen einer noch recht geringen Mitgliederzahl, knapp gewesen. Dies habe sich aber bald erheblich verbessert. Im Sommer 2012 hatte die Gemeinde dem Verein kostenlos ein Sozialbüro zur Verfügung gestellt, was eine große Erleichterung war, gerade auch finanziell. Mit Anna Genghammer fand sich schnell die ideale Unterstützung für Eberhard Rathke. Nach einem Jahr als Bundesfreiwillige wurde sie fest angestellt, auch weil der Arbeitsaufwand ehrenamtlich nicht mehr zu stemmen war. Das Sozialbüro-Team wurde später mit Christa Laub und Monika Bauer verstärkt.

Wegen Corona hat das Büro nun bereits seit März 2020 geschlossen und kann nur mit Terminvereinbarung aufgesucht werden. »Das klappt ganz gut«, so Frank. Man werde auch weiterhin für Bürger in schwierigen Lebenssituationen aktiv sein und in allen sozialen Belangen vertraulich und unbürokratisch »Hilfestellung zur Selbsthilfe« geben.

Als das »einschneidendste Ereignis« des vergangenen Jahres bezeichnete Frank den überraschenden Tod von Eberhard Rathke. 2016 hatte man bereits das engagierte Gründungsmitglied Evi Laake viel zu früh verloren. Auch das vergangene, »etwas ruhigere Jahr«, sei Frank zufolge wieder von Corona geprägt gewesen. Es seien aber auch wieder einige finanzielle Unterstützungen notwendig gewesen. Hilfestellungen leistete man zudem beim Ausfüllen von Formularen und Anträgen, beim Verstehen von Behördenschreiben, beim Stellen von Anträgen und beim Einlegen von Widersprüchen. Des Weiteren wurden auch einige Hilfsfahrten gemacht. Nachfragen gab es zur Vorsorge-Pflegevollmacht und Patientenverfügung. Der im Herbst angebotene Erste-Hilfe-Crash-Kurs für Senioren mit einer BRK-Referentin sei bei den Teilnehmern gut angekommen und sehr hilfreich gewesen, resümierte Frank.

Kassier Manfred Mitterer berichtete von einem Überschuss 2021 von 4487 Euro. Mit ihrem beachtlichen Guthaben könne die Soziale Bürgerhilfe weiterhin viel Gutes tun.

Beim Terminausblick kündigte Frank an, im kommenden Herbst die Themen »Vorsorge und Betreuungsvollmacht – Patientenverfügung« und »Plötzlich pflegebedürftig« wieder aufgreifen zu wollen. Zudem sei man guter Hoffnung, dass es heuer endlich wieder einen »Advent in Bergen« gebe, an dem man sich mit einem Stand beteiligen werde. Ein zentrales Thema der kommenden Monate werde die »Mitgliederwerbung und generelle Werbung für den Verein« sein, so Frank.

»Wir haben eine schwere Zeit mit Corona hinter uns, aber auch eine schwere Zeit vor uns und dafür wünsche ich Euch viel Kraft und weiterhin so viel Engagement«, betonte Vachendorfs Bürgermeister Rainer Schroll. Sein Bergener Amtskollege Stefan Schneider lobte die über Jahre geleistete »schnelle und unkomplizierte Hilfe« für Betroffene in alten Altersgruppen. Da man das Büro der Sozialen Bürgerhilfe am Säulner Weg dringend für eine weitere Krippengruppe der gemeindlichen Kita benötige, werde das Sozialbüro zukünftig beim Pfarrkindergarten St. Josef eine neue Heimat finden, verriet Schneider. Dies war zuvor nur in nichtöffentlicher Gemeinderatssitzung besprochen worden.

mmü

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