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Zahl der jugendlichen Fischer verdoppelt

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Für 25 Jahre Mitgliedschaft im Fischereiverein Kirchanschöring wurden Heinrich Meindl und Herbert Wallner geehrt. Unser Bild zeigt (von links) Bürgermeister Hans-Jörg Birner, Herbert Wallner, Heinrich Meindl und den Vorsitzenden Siegfried Lapper. (Foto: Zehentner)

Kirchanschöring – »Die Zahl unserer Jugendmitglieder hat sich verdoppelt«, berichtete der Vorsitzende des Fischereivereins Kirchanschöring, Siegfried Lapper, bei der Jahreshauptversammlung im Salitersaal. Schlechte Nachrichten gab es allerdings, was das verkaufte Fischereirecht an der Götzinger Ache betraf, und auch ein Fischotter treibt sein Unwesen.


»Der Fischerverein zählt 244 Mitglieder, mit sage und schreibe 33 jugendlichen Mitgliedern« sagte Lapper. Dies sei sicher auch zurückzuführen auf den Tag der Vereine in der Grundschule. »Es war eine Freude, wie sehr man die Kinder begeistern kann.« Man habe an verschiedenen Veranstaltungen teilgenommen, auch am Tag der Vereine. Diesen wird der Verein die nächsten beiden Jahre ausrichten. Die Wirtshaustour erfreue sich großer Nachfrage. Die erste habe im Bahnhofswirt stattgefunden, die zweite im Meisterfranzl in Kirchstein und die dritte mit 37 Mitgliedern im Rothlerwirt.

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Fischotter mit der Kamera dokumentieren

Jedes Jahr werden 40 Karten ausgegeben. Leider seien auch vergangenes Jahr wieder einige leer ausgegangen. Beim Umwelttag erzielte der Verein den zweiten Meistpreis. Im vergangenen Jahr wurde entdeckt, dass ein Fischotter sein Unwesen treibt. »Bitte haltet es mit der Kamera fest, wenn ihr etwas seht«, appellierte Lapper an die Mitglieder. Man sei bereits zusammen mit mehreren Vereinen an die Behörden herangetreten und daher auf vorzeigbares Material angewiesen. Das jährliche Fischerfest sei trotz schlechten Wetters ein voller Erfolg gewesen. Die Mitarbeit von rund 40 Helfern laufe immer einwandfrei.

»Nach 40 Jahren Fischerverein, dass man so etwas erleben muss«, zeigte sich Lapper erschüttert vom überraschenden Verkauf des Fischereirechts an der Götzinger Ache – ohne Rücksprache mit dem Verein als Pächter. Der Versuch, das gepachtete Gebiet von den Laufener Kollegen zu kaufen, schlug fehl. »Der Vorstand ließ uns unmissverständlich wissen, dass wir dort das Fischrecht weder kaufen, noch das Pachtrecht nach 2017 bekommen«. Da auch der Ton nicht freundlich gewesen sei, habe die Vorstandschaft entschieden, vom Pachtvertrag, der heuer noch gültig gewesen wäre, zurückzutreten.

Von 16 Einsätzen berichtete Gewässerwart Oskar Schmidt. 200 Regenbogenforellen seien für das Fischerfest verarbeitet worden. Wegen des Fischotters müsste öfter besetzt werden, denn »so schnell können wir gar nicht fischen«. Die Zahl der gefangenen Bachforellen sei mit 87 konstant. Die Zahl der Hechte habe sich allerdings auf 89 verdoppelt, die der Zander sei auf null zurückgegangen.

104 Kilogramm Fisch gefangen

Insgesamt wurden 104 Kilogramm (145 Fische) gefangen, darunter 704 Regenbogenforellen, 218 Aiteln, 14 Brachsen, 21 Barben, drei Karauschen und ein Wels (mit 1,2 Meter Länge). Das Wasser sei im Sommer ziemlich warm gewesen, im Herbst habe man mit Trockenheit zu kämpfen gehabt. Beim Sauerstoffgehalt werde ein fließendes Gewässer nicht so schnell in Mitleidenschaft gezogen, wie ein stehendes.

Die gesponserten T-Shirts seien glatt zu wenig gewesen bei dem Zuwachs, schilderte Jugendwart Erich Fial. Von den 33 Jugendfischern seien 20 aktiv. Fial berichtete vom Anfischen und dem Jugendfischen. Ein Höhepunkt sei das Zeltlager in Kühnhausen gewesen. Dies wolle die Familie Wagner auch heuer ermöglichen. »Das einzig Traurige war, dass wir ein Zelt aufgestellt haben und dann wegen des Wetters im Keller schlafen mussten«, aber beim Fischen am nächsten Tag habe das Wetter mitgespielt.

»Es freut mich, dass der Vereinstag an der Schule so gut ankommt und ihr davon profitiert habt«, sagte Bürgermeister Hans-Jörg Birner. Die Jugendarbeit in den Vereinen sei unerlässlich und zeige den Kindern, dass Zusammenarbeit wichtig sei. Das Fischerfest sei immer eine schöne Veranstaltung. Der Kassenstand sei zwar erfreulich, aber man wäre glücklicher, wenn man stattdessen etwas erwerben hätte können. Für 25 Jahre Mitgliedschaft wurden Heinrich Meindl und Herbert Wallner geehrt.

Eine rege Diskussion gab es dann um den vorzeitigen Rücktritt vom Pachtvertrag an der Götzinger Ache. Mitglieder kritisierten die Vorstandschaft, die trotz guter Finanzen vom Pachtvertrag für rund 750 Euro zurücktrat. In dem Fischgewässer stünden noch kapitale Fische, die man jetzt nicht mehr fangen könne. Dazu erklärte Lapper, es habe keine Rolle gespielt, ob man sich das leisten hätte können. Die Vorstandschaft habe lange diskutiert. »Es tut mir für die Fischer, die da gerne zum Fischen gegangen sind, wirklich leid«, sagte Lapper, aber man könne es akzeptieren oder nicht. Die Laufener werde man nicht auch noch mit Geld unterstützen.

Kritik an der Entscheidung der Vorstandschaft

Mitglieder argumentierten, dass die Vorstandschaft sicher zum Wohle der Vereinsmitglieder Entscheidungen treffen müsse, allerdings sei diese Entscheidung nicht zum Wohle der Mitglieder getroffen worden. Man habe die persönliche Gekränktheit über das Wohl der Mitglieder gestellt. Es seien auch nicht nur drei, vier Fischer betroffen, wie die Vorstandschaft argumentiert habe.

Kassier Helmut Bauer meinte, bei einer Begehung habe er festgestellt, dass man dort entlang des Ufers nicht mehr gehen könne. »In meinen Augen wären die 750 Euro eine Spende.« Ein Mitglied entgegnete, bei dem enormen Wirtschaftsplus sei es nicht verhältnismäßig, die Pacht zu beenden, weil man nicht mehr herrichten wolle. Außerdem wäre es für jüngere Fischer kein Problem, dort zu fischen. Zumindest mehr Information wäre möglich gewesen, da es für viele mehr als unerwartet gewesen sei. kmz