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Zahl der Einbrüche im Landkreis gesunken

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Mit wenigen Handgriffen lassen sich Wohnung und Haus vor Einbrechern schützen.

Die Zahl der Einbrüche in Privatwohnungen und Häuser im Landkreis Traunstein ist in diesem Jahr deutlich zurückgegangen. Diese Zwischenbilanz bestätigt Jürgen Thalmeier, Sprecher beim Polizeipräsidium Oberbayern Süd in Rosenheim. Insgesamt wurde in diesem Jahr im Landkreis bisher 48 Mal eingebrochen (Stand September 2016). Im Vergleichszeitraum 2015 wurden der Polizei 76 Einbrüche gemeldet. »Das ist ein deutlicher Rückgang«, bestätigt Thalmeier.


Woran das liegt, dazu kann auch die Polizei keine konkreten Angaben machen. Ob etwa die Grenzkontrollen damit im Zusammenhang stehen, bestätigt Thalmeier nicht: »Das als Grund zu nennen, ist reine Spekulation.« Der Sprecher vermutet andere Gründe für den Rückgang wie den erhöhten Fahndungsdruck und verstärkte Präventionsmaßnahmen. »Die Bevölkerung ist zunehmend sensibilisiert und sichert sich ab, auch spielt die Nachbarschaftshilfe eine große Rolle«, sagt Thalmeier.

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»Lieber einmal zu oft den Notruf 110 wählen«

Oft seien es Nachbarn, die auffällige Autos in der Umgebung wahrnehmen oder sogar einen Einbruch beobachten und somit wichtige Zeugenhinweise liefern. »Rufen Sie lieber einmal zu oft die Notrufnummer 110, wenn Sie etwas Verdächtiges bemerken«, fordert Thalmeier. Denn die Aufklärungsquote bei Einbrüchen ist gering, das weiß auch die Polizei und ist auf Zeugenbeobachtungen umso mehr angewiesen. 2015 lag die Aufklärungsquote im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd bei gerade einmal 14 Prozent.

Mit den sinkenden Zahlen stellt sich der Landkreis Traunstein gegen den bundesweiten Trend. Denn die Wohnungseinbrüche sind im Jahr 2015 bundesweit erneut um knapp zehn Prozent von rund 152 000 auf rund 160 000 Einbrüche angestiegen. Rücklaufend ist die Zahl auch im gesamten Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Bereits im vergangenen Jahr entspannte sich die Lage leicht, so Thalmeier. Die Zahl der Einbrüche ist von 608 auf 586 zurückgegangen.

Studien zufolge leiden Opfer noch Monate und teilweise Jahre unter den Einbrüchen, die neben dem materiellen Schaden auch einen erheblichen Eingriff in die Privatsphäre bedeuten. Viele klagen über Angstgefühle und würden deshalb am liebsten den Wohnort wechseln. Ein großer Teil der Taten könnte durch die richtige Sicherungstechnik, durch richtiges Verhalten und vor allem durch aufmerksame Nachbarn verhindert werden. Ein intaktes soziales Umfeld ist oftmals der Garant für wirksamen Einbruchschutz.

Doch niemand ist Einbrechern schutzlos ausgeliefert, sagt Polizeisprecher Thalmeier, und verweist auf den Tag des Einbruchschutzes »K-Einbruch« am kommenden Sonntag. Wichtig sei eine intakte und aufmerksame Nachbarschaft. »Wenn Nachbarn aufeinander schauen, dann haben Einbrecher weniger Chancen«, so Thalmeier. Auch mechanische Sicherungseinrichtungen sind nach Erfahrung der Polizei sinnvoll. »Wenn der Einbrecher nach ein paar Versuchen, das Fenster oder die Terrassentür nicht aufbekommt, ist das Risiko zu groß und er gibt womöglich auf«, klärt der Polizeisprecher auf.

Einbrecher nie in den Weg stellen

Vor einem warnt die Polizei aber: Wenn man einen Einbrecher überrascht, sollte man sich ihm keinesfalls in den Weg stellen. Thalmaier weist noch auf einfache Verhaltensregeln hin, die jeder leicht umsetzen kann: »Man sollte immer die Haustür abschließen und keine Fenster Balkon- und Terrassentüren gekippt lassen. Und vor allem: Geben Sie keine Hinweise auf Ihre Abwesenheit.« vew