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Zähe Verhandlungen bei den Feuerwehrlern

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Eine harte Aufgabe war das Scheidlknien für Franz Wimmer (von links), Thomas Schlicht, Erwin Anner, Josef Schauer, Konrad Wastlhuber und Jakob Lauber. Diese wurde ihnen von den Isinger Verhandlungsführern (links stehend) Stefan Hartwimmer und Peter Tyrra gestellt. (Foto: H. Eder)

Chieming. So lange wie die Tarifverhandlungen für die Angestellten im öffentlichen Dienst hat es bei den Feuerwehren Ising und Hart nicht gedauert: Bis aber geklärt war, ob und zu welchen Bedingungen die Isinger Feuerwehr den Göd für ihre Kollegen aus Hart macht, dauerte es im Gasthof Goldener Pflug doch rund zwei Stunden. Das Ergebnis: Für 150 Liter Bier und ein Spanferkelessen übernehmen die Isinger Feuerwehrler die Patenschaft für das Jubiläum zum 125-jährigen Bestehens ihrer Harter Kollegen, das mit dem Festsonntag am 28. Juli im Rahmen der gemeinsamen Festwoche mit dem Burschenverein in Hart gefeiert wird.


Es war aber schon Durchhaltevermögen gefordert, bis es so weit war. Vor allem von Franz Wimmer, dem Vorsitzenden der Feuerwehr Hart, der als erster Scheidlknien musste und damit mehr als eine halbe Stunde auf dem spitzen Scheit auszuhalten hatte. Dennoch blieb er ein harter Verhandler, und durch seine Tapferkeit konnten die Forderungen der Isinger, die sich zunächst auf deutlich über 200 Liter Bier belaufen hatten, doch noch etwas heruntergehandelt werden.

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Allerdings mussten schon auch die Harter ein hohes Maß an Kompromissbereitschaft aufwänden, waren sie doch mit dem »großzügigen« Angebot von zwei Halben Bitburger ins Rennen gegangen. Dafür hätte man bei den »großen« Tarifverhandlungen sicher den Ausdruck »nicht akzeptabel« gebraucht.

Zu Anfang des Abends, nachdem die Harter Delegation, angeführt von sechs Musikanten der Blaskapelle Chieming, in den Saal einmarschiert war, entspann sich zunächst ein lockerer »Dischkurs« zwischen dem Harter Vorsitzenden Wimmer und Festleiter Josef Mayer sowie den Isinger »Feuerwehrhäuptlingen« Stefan Hartwimmer und Peter Tyrra.

Die Harter gaben zunächst vor, das Isinger Damenteam anwerben zu wollen. Sie lockten mit modischer Feuerwehrkleidung, mit Prosecco und einem riesigen Kuchen, der dann an alle im Saal verteilt wurde. Jedoch alles ohne Erfolg.

Zunächst wurden von den Hartern als »Entgelt« ein paar Flaschen norddeutschen Biers angeboten, was die Isinger angewidert ablehnten. Die Verhandlungen voran brachte dann das Angebot des Harter Festwirts Alfons Maier, der sein Augustiner-Bier ins Gespräch brachte. Er hatte auch gleich zwei Fässer davon dabei und überließ dem Isinger Vorsitzenden Hartwimmer das Anzapfen, was auch mit nur wenig Bierverlust recht reibungslos vonstatten ging.

Als dann alle Isinger Feuerwehrler das Gebräu gekostet hatten, erklärten sie sich einverstanden, sich mit dem Bier »bezahlen« zu lassen. Danach ging's um die Menge. Da schwirrten dann viele Zahlen durch den Raum, es ging hin und her – und so kam es, wie es kommen musste. Der Isinger Verhandlungsführer Tyrra ließ zwei große Holzscheite hereinschleppen. Das mussten in der Folgezeit auch sechs Herren und eine Dame aus Hart am eigenen Leibe feststellen. Trotz dieser unbequemen Umstände aber gaben die Harter noch lang nicht nach.

Zweiter Bürgermeister Schorsch Hunglinger – er vertrat trotz seines verletzten und geschienten Arms Amtsinhaber Benno Graf, der im Urlaub weilte – wünschte den Harter Vereinen »ein schönes, lustiges und harmonisches Fest«. Das Festprogramm mit dem Auftritt von »Haindling« als einem Höhepunkt hatte zuvor Festleiter Mayer noch vorgestellt. Und auch die beiden Fahnenbräute wurden schon mal »vorgezeigt«: Daniela Rottner auf Harter Seite, Christina Heckel für Ising. he