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»Würdiger Abschluss der Lehrjahre«

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Hatten allen Grund sich zu freuen: Lehrlingswart Hermann Stadler, die Prüfungsbesten Franz Limbrunner, Tobias Pickl, Obermeister Otto Zach und Kreishandwerksmeister Peter Eicher. (Foto: Wittenzellner)

Traunstein. Ein besonderer Festakt fand für 84 junge Gesellen der Innung für Elektro- und Informationstechnik Traunstein statt. Die Innung, die zu den größten in der Kreishandwerkerschaft zählt, und sich über die vier Landkreise Traunstein, Berchtesgadener Land, Altötting und Mühldorf erstreckt, feierte jetzt die Freisprechung der jungen Handwerker. Rund 300 geladene Gäste, die jungen Gesellen, ihre Angehörigen, sowie Vertreter der beiden Bildungszentren (Traunstein und Mühldorf) sowie der beiden Berufsschulen waren ebenso gekommen, wie Vertreter der zahlreichen Ausbildungsbetriebe.


Innungsobermeister Otto Zach sagte dabei, die Eltern der jungen Gesellen hätten das Fundament gelegt, dass die jungen Leute nun auf eigenen Beinen stehen könnten. Die Freisprechung sei »ein würdiger Abschluss der Lehrjahre«. Die jungen Handwerker könnten sich vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten und einer Jugendarbeitslosigkeit von teilweise über 50 Prozent glücklich schätzen, mit der Ausbildung zum Elektroniker eine gute Wahl getroffen hätten. »Sie haben bewiesen, dass sie echte Fachleute sind«, so der Obermeister.

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Bernhard Krätschmer, Fachbereichsleiter an der Staatlichen Berufsschule I in Traunstein sagte, dass sich die Elektroniker der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik in ihrer neu gewonnenen Unabhängigkeit wohlfühlen sollten. Trotzdem sollten sie sich Ziele setzen und diese verfolgen.

Lehrlingswart Hermann Stadler gab einen Überblick über die beiden Prüfungen: In der Sommerprüfung hatten 12 Teilnehmer die Prüfung bestanden (Notendurchschnitt 3,3), bei der Winter-Gesellenprüfung waren 72 Teilnehmer erfolgreich. Der Notendurchschnitt betrug hier 3,5. Prüfungsbester der Sommerprüfung ist Tobias Pickl vom Ausbildungsbetrieb Ludwig Maier aus Kirchweidach mit einem Notendurchschnitt von 1,5. In der Winterprüfung war Franz Limbrunner vom Ausbildungsbetrieb Firma Zach, Tacherting, mit einem Schnitt von 2,0 Prüfungsbester. Für Schmunzeln sorgte der Rückblick Stadlers in die Tradition der geschichtlichen Lehrverhältnisse: Eine »obligatorische Ohrfeige« gebe es heute vom Lehrherrn für den jungen Gesellen im Gegensatz zu früher nicht mehr.

Kreishandwerksmeister Peter Eicher machte deutlich, dass die jungen Gesellen mit ihrem Gesellenbrief einen Grundstein für eine lebenslange Arbeitsplatzgarantie« gelegt hätten. Dann sprach er die traditionelle Freisprechungsformel, mit der die jungen Gesellen von den Pflichten ihres Lehrverhältnisses freigesprochen wurden.

Jochen Englmeier, Leiter des Bildungszentrum Mühldorf, machte deutlich, der Spruch »Handwerk hat goldenen Boden« gerade auch in Zeiten der zurückliegenden Wirtschaftskrise gelte. Der Gesellenbrief werde weltweit anerkannt. Er brach eine Lanze für den »Handwerksunternehmer vor Ort«, der sich in das soziale Leben einbringe und die Vereine unterstütze. »Der Weg in die Zukunft führt über das Handwerk«. Sie könnten den Meister machen, in ein Hochschulstudium einsteigen oder den Weg in die Selbstständigkeit gehen. awi