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Wonneberg - Kreditaufnahme für Kindergartenneubau beschlossen

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Der alte Kindergarten in Wonneberg soll bald Geschichte sein – für den Neubau muss die Gemeinde einen Kredit von rund zwei Millionen Euro aufnehmen. (Foto: Archiv H. Eder)

Wonneberg – Das Haushaltsvolumen für das Jahr 2018 haben Bürgermeister Martin Fenninger und Kämmerer Bernhard Kraus als Rekordhaushalt bezeichnet: Der Verwaltungshaushalt erreicht demnach ein Volumen von 2,11 Millionen Euro und der Vermögenshaushalt das Rekordvolumen von 3,67 Millionen Euro.


Die Ursache dafür ist der dringend notwendige Bau eines Kindergartens mit Krippe. Zur Finanzierung ist eine Kreditaufnahme im laufenden Haushalt von rund 2 Millionen Euro erforderlich. Somit werde der Schuldenstand von derzeit Null auf die benötigte Darlehenshöhe ansteigen, fügte der Bürgermeister an.

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286 000 Euro Zuführung zum Vermögenshaushalt

Der Haushalt hat ein Gesamtvolumen von knapp 5,72 Millionen Euro. Am Ende ging Kämmerer Kraus von einer Zuführung von 286 000 Euro in den Vermögenshaushalt aus. Die Steuereinnahmen steigen kontinuierlich. Sie lagen 2017 bei knapp 1,6 Millionen Euro. Für den laufenden Haushalt sind sie auf rund 1,66 Millionen Euro veranschlagt. Die Schlüsselzuweisungen umfassen 580 000 Euro.

Wie Kraus sagte, weise der Verwaltungshaushalt im Vergleich zu den Vorjahren mit Ausnahme der Personalkosten keine wesentlichen Änderungen auf. Die Gemeinde war zum Ende des Haushaltsjahrs 2017 schuldenfrei. Für anstehende Bauprojekte müssten Kredite aufgenommen werden.

Allein für den Neubau des Kindergartens und der Kinderkrippe würde ein Kredit von knapp zwei Millionen Euro erforderlich. Der Kindergartenbau mit Krippe ist nach Kostenrechnung des Planungsbüros auf 3,7 Millionen Euro veranschlagt. Baubeginn soll im Frühjahr bis Sommer erfolgen. In den Kosten sind die Räume für die Mittagsbetreuung sowie ein barrierefreier Verbindungsbau zwischen Grundschule und Kindergarten enthalten. Zudem werden die Heizung erneuert und die Außenanlage an Schule und Kindergarten neu gestaltet.

Nachdem auch in Wonneberg ein »Wirtshaussterben« zu beobachten ist, besteht Bedarf an Veranstaltungsräumen. Um weiterhin kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen organisieren zu können, ist ein Bürgersaal geplant. Von heuer bis 2020 sieht der Finanzplan knapp 3 Millionen Euro vor. In Kürze wird für den Bürgersaal eine Bedarfsanalyse erstellt.

Vorerst kein weiteres großes Projekt möglich

Kraus verwies darauf, dass sich die Gemeinde nach den beiden großen Projekten vorerst kein weiteres mehr werde leisten können. »In der Gemeinde ist in den kommenden Jahren angesichts der hohen Bauausgaben ein strikter Sparkurs notwendig«.

Zur Kreditaufnahme für den Kindergarten meinte Gemeinderat Albert Fenninger, dass bei einer zehnjährigen Zinsbindung auch das Zinsrisiko mit einbezogen werden müsse – bei einem ungünstigen Zinssatz würden die Ausgaben schnell erheblich steigen. Dem pflichtete Bürgermeister Fenninger bei. In der folgenden Diskussion wurden verschiedene Darlehenslaufzeiten besprochen. Bürgermeister Fenninger und Kämmerer Kraus sagten zu, dass bis zur Darlehensaufnahme verschiedene Modelle geprüft würden. Der Kredit müsse ohnehin noch in einem eigenen Beschluss vom Gemeinderat genehmigt werden.

Wenn nach dem Bau von Kindergarten und Bürgersaal keine weiteren großen Maßnahmen mehr möglich sind, wollte Gemeinderat Bernhard Kriegenhofer wissen, wie es dann mit der Anschaffung eines neuen Feuerwehrautos oder künftig erforderlichen Straßenbauprojekten aussehe. Dazu meinte Kraus, dass nur Maßnahmen mit deutlicher Kreditaufnahme betroffen wären. Die Haushaltssatzung mit Haushaltsplan für das Geschäftsjahr 2018 wurde einstimmig beschlossen

Größeren Diskussionsbedarf gab es im Gemeinderat wegen des geplanten Bürgersaals und der Vorstellung verschiedener angedachter Varianten einer Arbeitsgruppe. Bürgermeister Martin Fenninger legte beim Thema »Bürgersaal« ein Tempo an den Tag, für das einige Räte keine Notwendigkeit sahen.

Räume im alten Kindergarten werden frei

Nach Ansicht einiger Räte hätte das Projekt vor der Vorstellung noch mehr im Rat besprochen gehört. Albert Fenninger meinte, dass auf den Bedarf geachtet werden müsse und für den Bürgersaal aus seiner Sicht kein Zeitdruck bestehe. Hier fügte Josef Helminger ein, dass nach Umzug in den neuen Kindergarten im alten Kindergarten sofort Räume frei würden, die gleich genutzt werden könnten. »Wir sind noch nicht in der Planungs- oder Entscheidungsphase, sondern erst in der Findungsphase«, schob er nach.

Wie es gelaufen sei, habe eine große Diskussion hervorgebracht, meinte Stefan Eglseer. Aus dieser Diskussion werde das Projekt »Bürgersaal« belebt und könne daraus entwickelt werden. »Es muss ein Anfang gemacht werden«, sagte der Bürgermeister, und dass er so zeitig in die Öffentlichkeit ging, habe daran gelegen, dass ihm die Meinung der Bürger wichtig sei. Letztlich schlug er vor, erst den Kindergarten zu bauen und das Projekt Bürgersaal mit der gebotenen Ruhe anzugehen. MP