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Wolfgang Osenstätter tritt als Stadtrat zurück

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Wolfgang  Osenstätter  sitzt seit 15 Jahren für die CSU im Traunsteiner Stadtrat. In der November-Sitzung wird er offiziell verabschiedet werden. (Foto: Artes)

Traunstein – Wolfgang Osenstätter (CSU) tritt als Stadtrat zurück. Wie der 54-Jährige dem Traunsteiner Tagblatt auf Nachfrage bestätigte, wird er in der nächsten Sitzung am Donnerstag, 23. November, offiziell verabschiedet werden.


»Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht«, versichert er. Er wolle wieder mehr Zeit für seine Schreinerei haben, sagt Osenstätter, lässt aber auch durchblicken, dass die momentane Stadtratsarbeit nicht mehr seinen Vorstellungen entspricht.

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Wolfgang Osenstätter ist 54 Jahre alt, sitzt seit über 15 Jahren für die CSU im Traunsteiner Stadtrat. Er war viele Jahre lang Fraktionsvorsitzender und hatte bei der Kommunalwahl im März 2014 sogar für das Amt des Oberbürgermeisters kandidiert. »Ich habe Tausende Stunden mit der Politik verbracht, jetzt muss ich die Stunden wieder für mich selbst aufbringen«, sagt der Schreinermeister aus Kammer.

Wolfgang Osenstätter will aber auch gar nicht verbergen, dass er mit der momentanen Stadtratsarbeit nicht mehr einverstanden ist. »Mir ist es schon öfter passiert, dass ich nach fünf, sechs Stunden Sitzung heimgekommen bin und mich gefragt habe, was wir jetzt eigentlich bewegt haben.«

Früher hätten sich die Fraktionsvorsitzenden mit den Oberbürgermeistern vor den Sitzungen zusammengesetzt, eine grobe Linie erarbeitet und diese dann mit ihren Fraktionen besprochen. »Jetzt hat jeder seine eigene Meinung, die er  in der   Sitzung darlegt.« Das Ergebnis: Die Stadtratssitzungen »dauern ewig, Resultate gibt es aber keine«.

Seine eigene Partei, die CSU, das betont Osenstätter, nehme er von dieser Kritik aus, »und auch einzelne Stadträte von anderen Fraktionen«.

»Uns«, sagt Osenstätter und meint damit den Stadtrat, »fällt nichts ein, wie man die Stadt wirklich weiterbringt.« Als Beispiel nennt er etwa die Sanierung und Erweiterung der Klosterkirche. »Das ist vielleicht was für 500 von 20 000 Traunsteinern, aber da schmeißt man das Geld raus. Und bei der Mittagsbetreuung unserer Kinder spart man dann.«

Wenn er auf seine 15 Jahre als Stadtrat zurückblickt, dann ist Wolfgang Osenstätter unter anderem stolz darauf, dass die DJK Kammer durch sein Engagement ein eigenes Vereinsheim bekommen hat. Auch zur Stilllegung der alten, unnützen Kläranlage in Kammer sei es auf sein Bestreben hin gekommen.

Sein Kreistagsmandat wird Wolfgang Osenstätter übrigens nicht niederlegen. Im Stadtrat nimmt wohl Bäckermeister Klaus Schneider seinen Platz ein. san

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