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Wolfgang Maier bleibt Vorsitzender der Lebenshilfe

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Die Vorstandschaft der Lebenshilfe wurde bei der Jahresversammlung in der Förderstätte Altenmarkt für weitere drei Jahre in ihren Ämtern bestätigt (von links): Kassier Heinz Hahn, Vorsitzender Wolfgang Maier und zweiter Vorsitzender Florian Mengele. (Foto: Rasch)

Altenmarkt – Die komplette Vorstandschaft der Lebenshilfe Traunstein ist bei der Jahreshauptversammlung für weitere drei Jahre in ihren Ämtern bestätigt worden: Wolfgang Maier als Vorsitzender, Florian Mengele als sein Stellvertreter und Heinz Hahn als Kassier. Beiräte bleiben Irmgard Eidner, Andrea Hatzl, Brigitte Kotter, Klaus Mairhofer, Maria Müller, Rudolf Opitz, Helga Pickenhan und Evelyne Scharrer. Im Mittelpunkt der Versammlung in der Förderstätte Altenmarkt stand das neue inklusive Bauprojekt in Traunstein.


Mit drei Häusern auf einem zentral gelegenen Grundstück in Traunstein will die Lebenshilfe unterschiedliche Leistungsgruppen vernetzen: Im Haus 1 sollen die Verwaltung (bisher in Traunreut) und die Offene Behindertenarbeit mit Bildungs- und Freizeitangeboten untergebracht sein. Im Haus 2 entstehen elf Appartements im sozialen Wohnungsbau für Menschen mit und ohne Behinderung, eine Arztpraxis sowie eine Wohntrainingsgruppe für vier Personen, die sich auf ein ambulant betreutes Wohnen vorbereiten wollen.

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24 stationäre Wohnheimplätze entstehen

Haus 3 bietet Platz für 24 stationäre Wohnheimplätze. Die Lebenshilfe erhielt ganz aktuell am Versammlungstag die Zusage, dass diese ins Jahresförderprogramm des Landesbehindertenplans aufgenommen worden sind. »Seit heute Vormittag haben wir es schriftlich«, freute sich der Vorsitzende Wolfgang Maier. Damit ist nicht nur die größte Finanzierungslücke des 10,6-Millionen teuren Gesamtprojekts geschlossen. Durch die Zusage steht auch einem Baubeginn nichts mehr im Wege. Im August 2018 sollen die Häuser bezugsfertig sein.

Sowohl der Vorsitzende als auch die Geschäftsführerin der Lebenshilfe, Annemarie Funke, schilderten in ihren umfangreichen Berichten die Herausforderungen, denen sich die Lebenshilfe künftig wird stellen müssen. Dazu zählen das Gebäudemanagement durch die Ausführungsverordnung zum Pflege- und Wohnqualitätsgesetz sowie die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Die Lebenshilfe müsse darum schrittweise die bestehenden Wohnheime gewissermaßen »umrüsten«, teilte Maier mit. Erste sichtbare Konsequenzen werde es mit dem seit 1991 angemieteten Wohnheim Seeon an der Werlinstraße geben. Nach Ablauf des Mietvertrags 2021 werde dieses Wohnheim nicht mehr weiter betrieben, so Maier. Als Ersatz soll das bestehende Wohnheim am Sportplatz in Seeon erweitert werden. Nach Angaben der Geschäftsführerin sei die Finanzierung mit dem Bezirk Oberbayern bereits besprochen.

Die Elternvereinigung Lebenshilfe Traunstein mit einer Bilanzsumme von 17,7 Millionen Euro im Jahr 2015 setzt sich seit 1969 für Menschen mit geistiger Behinderung und deren Familienangehörige ein. Personalgewinnung und Ausbildung sind weiterhin eine Zukunftsaufgabe. Auch die Lebenshilfe ist vom Fachkräftemangel betroffen. Über den Weg der Ausbildung gelänge es einerseits, spätere Fachkräfte zu gewinnen. Andererseits müsse auch der Weg über Praktikanten, das Freiwillige Soziale Jahr oder den Bundesfreiwilligendienst offen sein. Heuer werden acht Auszubildende ihre Ausbildung beenden und sechs davon die Lebenshilfe als künftigen Arbeitgeber wählen. Neun junge Menschen werden heuer ihre Ausbildung bei der Lebenshilfe beginnen.

Betrachtet man die Entwicklung der Mitgliederstruktur, so ist ein leichter Rückgang feststellbar. Von den insgesamt 860 Mitgliedern stellen die Förderer mit über 550 Mitgliedern den größten Anteil. Eltern und Angehörige sind mit 297 Mitgliedern vertreten. Das Beitrags- und Spendenvolumen lag im Jahr 2015 bei 554 000 Euro und damit um 263 000 Euro höher als 2014. Die Erhöhung begründet sich durch eine im Jahr 2015 erhaltene Erbschaft. Der Erhalt von Bußgeldern von Staatsanwaltschaften und Amtsgerichten war mit rund 12 000 Euro im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. Nach Einschätzung der Lebenshilfe könnte der Hintergrund die mittlerweile zentrale Verteilung der Bußgelder sein, auf die die Lebenshilfe Traunstein keinen Einfluss habe.

Langjährige Mitglieder wurden geehrt

Wie jedes Jahr konnten auch wieder eine Reihe langjähriger Mitglieder geehrt werden, die aber nicht alle persönlich anwesend waren. 40 Jahre halten Hildegard Haas aus Vachendorf, Rosa Prams aus Tittmoning und Eva-Maria Schroll aus Marquartstein dem Verein die Treue. 25 Jahre Georg und Christine Braun (Schneizlreuth), Herbert Büchele (Fridolfing), Georg Daiser (Truchtlaching), Rudolf Gruber (Frabertsham), Liselotte Hillgartner (Trostberg), Helmut Hohlweger (Traunreut) und Maria Irlacher (Schleching).

Mit einem Blumenstrauß bedankte sich der Vorsitzende bei Geschäftsführerin Annemarie Funke für zehnjährige Mitarbeit. Ihr Engagement und die Leistungen – auch im Hinblick auf das aktuelle Projekt Traunstein – seien außergewöhnlich, lobte Maier. ga