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Wolf und Anbindehaltung die Haupt-Aufreger

2.6
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Teisendorf – Zwei Themen dominierten ganz klar den Almbauern-Jahrtag in Teisendorf: die mögliche Rückkehr des Wolfs und das viel diskutierte mögliche Verbot der Anbindehaltung im Kuhstall. Im voll besetzten Poststall hielten die Almbauern der Bezirksalmbauernschaft Berchtesgaden mit ihren Familien und ihrem Almpersonal Rückschau auf einen guten Almsommer 2016.


Bezirksalmbauer Kaspar Stangassinger plädierte energisch dafür, dass die Kombination aus Anbinde- und Weidehaltung erhalten bleiben müsse. Der Bau teurer Laufställe sei für die meisten Bauern nicht finanzierbar. Zudem sieht Stanggassinger hier Probleme aufgrund der knappen Flächen für Stallneubauten und der häufigen Hanglage der Betriebe. Die Bundesregierung lehnte im August zwar das vom Bundesrat geforderte Verbot der ganzjährigen Anbindehaltung ab, doch das Thema sei wohl noch nicht vom Tisch. Auch der Almwirtschaftliche Verein Oberbayern (AVO) setzt sich laut AVO-Vorsitzendem Georg Mayr für den Erhalt der Kombi aus Anbinde- und Weidehaltung ein. Wichtig sei es, die Bauern bei einer eventuell erforderlichen Umstellung zu unterstützen, betonte Alfons Leitenbacher, Leiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Traunstein. Elf Prozent der Milch der Pidinger Molkerei stamme aus ganzjähriger Anbindehaltung, berichtete deren Geschäftsführer Bernhard Pointner und folgerte: »Wir müssen das Thema anpacken.« Er versprach, dass kein Bauer hier auf der Strecke bleiben solle.

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»Der Wolf ist bei uns einfach nicht tragbar«, stellte Stangassinger zum Thema der großen Beutegreifer klar. »Wolf und Bär haben bei uns nichts verloren«, pflichtete Landrat Georg Grabner bei. Es sei zwar nicht möglich, hier einen Grenzzaun zu ziehen, aber man könne die aktiven Bemühungen um die Rückkehr unterlassen, die Region sei dafür zu dicht besiedelt.

Auch Mayr hält den Wolf mit der Weidehaltung für nicht kompatibel. Wenn man den Wolf wolle, fördere das die Stallhaltung. »Es funktioniert nirgends«, so der AVO-Vorsitzende. Er forderte, den Schutzstatus des Wolfs zurückzustufen und wolfsfreie Zonen auszuweisen. Er berichtete von einer »dramatischen« Entwicklung in Frankreich, wo es im Jahr 2015 beim Viehbestand 9000 Risse trotz Herdenschutz und trotz des Abschusses von 37 Wölfen gegeben habe. »Wenn der Wolf einmal etabliert ist, wird man ihm nicht mehr Herr«, warnte er.

Erfreut zeigte sich Landrat Grabner, dass die Anzahl der Almen seit langem stabil ist und dass sogar wieder mehr Tiere aufgetrieben wurden. »Ihr tragt ganz wesentlich dazu bei, dass es bei uns so schön ist und der Tourismus floriert«, lobte er die Almbauern. »Wenn man will, dass die Landschaft so bleibt wie sie ist, muss man auch bewusst einkaufen«, forderte Leitenbacher. Bei der Milch laufe das ganz gut, beim Fleisch gebe es Nachholbedarf. Er regte an, dass in regionalen Discountern, wo er eine Werbung für österreichische Almochsen entdeckt hatte, auch für heimische Ochsen geworben werden könnte. Bernhard Pointner ergänzte dies mit einem Appell an die Vermieter unter den Almbauern: »Wir möchten, dass am Frühstücksbuffet die heimischen Milchprodukte stehen.«

Das Resümee von Almfachberater Alfons Osenstetter zum Almsommer fiel positiv aus. Die Trockenheit vom Vorjahr, die sich durch den Winter bis zum April gezogen habe, sei durch den nasskalten Mai und das »Wachswetter« im fast »subtropischen« Juni und Juli ausgeglichen worden. Freilich habe es durch die vielen Niederschläge zum Teil Probleme mit Trittschäden gegeben. Ab Mitte August seien die Witterung stabil und der Sommer sehr schön gewesen. Osenstetter wies auf die Möglichkeit der Flexibilisierung bei den Auftriebszeiten und der Tendenz zum früheren Auftrieb hin. Er appellierte auch an die Bauern, sich auf die künftig wohl häufiger werdenden Starkregen-Ereignisse einzustellen. Ein Info-Flyer für die Verbraucher solle zur nächsten Almsaison erstellt und in den Almkasern aufgelegt werden. Sorge bereitet Georg Mayr die stetige Minderung bei den Almflächen in Oberbayern. Das Zuwachsen schreite so stetig voran. vm