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Wohnungsbau forcieren, bürokratische Hürden abbauen

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Obermeister Bernhard Fuchs berichtete bei der Jahreshauptversammlung von einer guten Entwicklung für die Betriebe der Bauwirtschaft. (Foto: Wittenzellner)

Der Bauboom ist ungebrochen. Davon profitieren sowohl das Bauhaupt- wie auch das Baunebengewerbe. Darüber berichtete Innungs-Obermeister Bernhard Fuchs auf der Jahreshauptversammlung der Bau-Innung Traunstein-Berchtesgadener Land im Hotel Post in Neukirchen. Parallel dazu fand, wie üblich, auch die Hauptversammlung des Berufsförderungswerks des Bauhauptgewerbes statt.

Einem Neuzugang standen zwei Abgänge bei den Mitgliedern auf aktuell 85 gegenüber. Man werbe weiter um eine Mitgliedschaft. »Aber unsere Aktionen verpuffen etwas, junge Firmen lassen sich für die Verbandsarbeit nicht so überzeugen«, meinte der Obermeister kritisch, der die vielfältigen Vorteile für die Mitgliedsbetriebe nochmals herausstellte.

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Das vergangene Jahr sei geprägt gewesen von einer »weitgehend vernünftigen Preissituation. Es passt so, wie es ist«, sagte Fuchs. Man habe eine Auslastung von durchschnittlich einem halben Jahr, österreichische Firmen seien am Markt in der Region aber als Mitbewerber stark vertreten. Die Umsatzsteigerung im Bauhauptgewerbe bewege sich mit elf Prozent im zweistelligen Bereich.

Bei den Baugenehmigungen sei weiterhin keine Besserung in Sicht. Fuchs kritisierte die fortbestehende Bürokratie und monierte eine Zunahme von Behördenwillkür. Der Wohnungsmarkt bleibe weiterhin eine große Herausforderung, es würden – insbesondere im städtischen Bereich – trotz einer verstärkten Aktivität weiter zu wenig Wohnungen gebaut.

Das Innungsleben entwickle sich weiter positiv, Schulungsveranstaltungen seien gut angenommen worden. Auch eine gemeinsame Bergwanderung, ein Skiausflug und ein Ausflug nach Madrid wurden genutzt, um den internen Zusammenhalt zu stärken. Höhepunkt des Jahres war traditionell die feierliche Freisprechung der Gesellen in Siegsdorf. »Wir müssen den Zusammenhalt in der Innung stärken und uns um den Nachwuchs Gedanken machen«, so der Obermeister.

Beschäftigungs- und Lehrlingszahlen würden weiter zunehmen, was sich auch positiv auf die Berufsschule in Freilassing auswirke, die Lehrlingswerbung greife zunehmend. Gerade auch die Übergabe der Werkzeugkisten an Auszubildende von Innungsbetrieben in der Berufsschule zu Schuljahresbeginn komme sehr gut an.

Lehrlingswart Herbert Strauch sagte, die Zwischen- und Gesellenprüfungen hätten mit gutem Erfolg stattgefunden. Für die demnächst anstehenden Prüfungen seien 40 Teilnehmer für die Zwischenprüfung und 36 für die Gesellenprüfung gemeldet. Bei der Berufs-Informations-Messe im Bildungszentrum der Handwerkskammer habe man um neue Auszubildende geworben. »Wir haben unseren Tiefpunkt erreicht. In den kommenden Jahren gehen die Lehrlingszahlen aufwärts«, sagte Strauch und fügte hinzu: »Wir müssen die jungen Leute motivieren, dass sie Maurer werden.«

Die Finanzen der Innung erläuterte Andreas Di-Qual. Das Zahlenwerk zeigte eine gesunde und stabile Entwicklung. Die Mitglieder segneten den Haushaltsplan ohne Gegenstimme ab, was wiederum sowohl für die Körperschaft des Öffentlichen Rechts (Innung) wie auch den Verein (Berufsförderungswerk) galt.

Bauwirtschaft mit Margenproblem

Aktuelles aus der Bauwirtschaft hatte Thomas Schmid vom Landesverband Bayerischer Bau-Innungen im Nachgang parat. Er ging nochmals auf die Mitgliederstruktur ein. Die heimische Innung habe vor 20 Jahren rund 165 Mitglieder aufweisen können und habe sich seither faktisch halbiert. »Der Rückgang ist immer noch spürbar.« Aber die Lohnsumme steige, was entweder für einen Personalzuwachs spreche oder für höhere Löhne. Die Zahlen würden im Schnitt für alle oberbayerischen Innungen gelten.

Schmid wies darauf hin, dass die Gewinnmargen im Baugewerbe trotz starker Konjunktur zum Teil deutlich hinter anderen Wirtschaftszweigen zurückliegen und benannte exemplarisch eine rund fünfmal höhere Marge für die Systemgastronomie. awi

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