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Wohngebiet Daxerau erhitzt weiterhin die Gemüter

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Auf dem Gelände des ehemaligen Tennis-Centers in der Daxerau sind mehrere Wohnungen geplant. Foto: Hohler (Archiv)

Traunstein – »Wir waren uns immer einig, dass eine Wohnbebauung in der Daxerau nur dann sinnvoll ist, wenn die Bedenken durch Gutachten ausgeräumt werden können«, sagte Oberbürgermeister Christian Kegel (SPD) bei der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses.


Darin ging es um die Änderung des Flächennutzungsplans, derzufolge die als Sportanlage genutzte Fläche in ein Allgemeines Wohngebiet umgewidmet werden soll.

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»Wir haben heute die verkehrstechnische Untersuchung erhalten, die zu einer Ampel an der Einmündung in die Blaue-Wand-Straße rät«, sagte dazu Bernhard Glaßl vom Baurechtsamt der Stadt. Denn die Einmündung sei schon heute überlastet, besonders an warmen Sommerabenden, wenn das Schwimmbad gut besucht sei.

»Kann ich mein Haus da unten überhaupt versichern?«

Burgi Mörtl-Körner (Grüne) hatte Bedenken: »Kann ich mein Haus da unten überhaupt versichern? Das ist in ganz Bayern an Flussläufen unmöglich. Wer trägt die Verantwortung, wenn doch etwas passiert?« Wolfgang Osenstätter (CSU) hielt entgegen: »Die Fläche ist bebaut, sie ist erschlossen, wir müssen keine Bäume abholzen. Das ist der optimale Standort für eine Bebauung. Wir sagen, wir wollen eine Bebauung und dann wird der Bauträger überall durch den Wolf gedreht.«

CSU-Fraktionschef Dr. Christian Hümmer ging es weniger um die Käufer der Wohnungen, »die können sich selber überlegen, ob sie das wollen«. Ihm ging es eher um die Anlieger, die schon da sind. »Ihre Bedenken müssen wir zweifelsfrei ausräumen. Es gibt eine ganze Reihe Gutachten, aber die Stellungnahme des Wasserwirtschaftsamts ist noch nicht da. Und auf die kommt's letzten Endes an.« Grundsätzlich sei die Daxerau ein richtiger Wohnstandort. Das Verfahren sei aufwändig und komplex. »Das müssen wir Schritt für Schritt abarbeiten.«

Dazu sagte Glaßl, die unterschiedlichen Gutachten zum Wasserrecht gingen alle ans Wasserwirtschaftsamt. Stimmt auch der Stadtrat heute in einer Woche zu, wird alles zusammen erneut ausgelegt. Dann haben Anlieger, Anwälte und Behörden erneut Gelegenheit, zu den Planungen, eingearbeiteten Einwendungen, den Gutachten und den Antworten der Stadtverwaltung darauf Stellung zu beziehen. »Ich würde mich auch freuen, wenn Traunstein neue Wohnungen kriegt, aber ich sehe mich nicht in der Lage, ohne das Gutachten des Wasserwirtschaftsamts die Verantwortung zu übernehmen«, so Burgi Mörtl-Körner, die am Ende auch als einzige dagegen stimmte. Oberbürgermeister Christian Kegel erinnerte daran, dass es vorerst nur um den Billigungs- und Auslegungsbeschluss gehe und Glaßl ergänzte: »Das ist bei weitem nicht das Ende des Flächennutzungsplanverfahrens, wir sind noch mittendrin.«

Warten auf Aussage des Wasserwirtschaftsamts

Auch Karl Schulz (CSU) betonte, »es geht jetzt noch nicht um konkrete Gebäude, Tiefgaragen oder sonst irgendwas, es geht nur darum, ob aus der Sportanlagen- eine Wohnnutzung wird. Da war ja auch schon Gewerbe angedacht. Es kann freilich noch sein, dass die Fachbehörden das ablehnen. Was raus kommt, wissen wir erst, wenn wir die Aussage des Wasserwirtschaftsamts haben 'es geht zweifelsfrei'.«

Dritte Bürgermeisterin Traudl Wiesholler-Niederlöhner (SPD) staunte über die Fixierung auf die Hochwassersituation von der Traun aus. »Es geht auch ums Wasser vom Hang und um viele andere Dinge.« Die Stadt müsse sich so gut wie möglich nach allen Seiten absichern, vor allem beim Bad. Aber die Daxerau sei eine gute Möglichkeit für Traunstein, sich weiterzuentwickeln.

Klimaerwärmung wird mehr Dinge bringen wie Simbach

Burgi Mörtl-Körner sagte: »Man kann Gutachten rechnen, wie man will, aber die Klimaerwärmung wird uns mehr Dinge bringen wie zum Beispiel in Simbach. Damit hätte auch keiner gerechnet. Da ist die Politik vorsorgepflichtig. Wir müssen uns gut überlegen, ob in einem solchen Gebiet so etwas gemacht werden sollte.« coho