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Wohnbebauung in der Daxerau vorantreiben

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Als Allgemeines Wohngebiet wird das Gelände des ehemaligen Tenniscenters in der Daxerau so bald als möglich im Flächennutzungsplan dargestellt. Das beschloss der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung. (Foto: Archiv Hohler)

Traunstein – Der Flächennutzungsplan für das Gelände des Tenniscenters in der Daxerau wird gleich zur Ausweisung eines Allgemeinen Wohngebiets geändert – noch bevor die Ergebnisse des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) vorliegen. Das beschloss der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung (wir berichteten). Weiter beschloss das Gremium, mit den Eigentümern dahinter liegender Flächen über die Möglichkeit zur Schaffung von Flächen für ein Ansiedlungsmodell – entsprechend dem früheren Einheimischenmodell – zu verhandeln.


Die Firma Chiemgau City Concept hatte beantragt, die bisherigen Sportanlagen im Flächennutzungsplan als Allgemeines Wohngebiet darzustellen. Im Rahmen der Entwicklung des Baugebiets waren Überlegungen laut geworden, benachbarte Grundeigentümer zu fragen, ob man ihre Flächen gleich mit überplanen soll. Um Verzögerungen zu vermeiden, wollte der Bauträger aber nun die benachbarten Flächen nicht mit überplant und den Flächennutzungsplan bereits jetzt geändert wissen.

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Auch ein Freizeitpark war im Gespräch

Allerdings gab es Stadträte, die den Flächennutzungsplan erst nach Vorliegen der Ergebnisse des ISEK ändern wollten. Oberbürgermeister Christian Kegel (SPD) hatte in der Sitzung erklärt, dass die ISEK-Kommission im Zwischenergebnis zwei Alternativen für die Nutzung der Flächen des Tenniscenters für möglich gehalten hätte: Wohnbebauung oder einen Freizeitpark. Er selbst wäre wie der Eigentümer der Flächen »sehr dankbar, wenn man die Änderung des Flächennutzungsplans vorzieht angesichts der herrschenden Wohnungsknappheit«.

Dem hielt Burgi Mörtl-Körner (Grüne) entgegen, sie sei schon im Planungsausschuss dagegen gewesen, weil ISEK noch zwei Monate laufe. »Das dürfte doch kein Problem sein, die zwei Monate noch abzuwarten.« Sie wolle nicht durch einen Schnellschuss die eigene Arbeit der ISEK-Kommission abwerten.

Doch CSU-Fraktionssprecher Dr. Christin Hümmer meinte: »Wir machen nicht Politik für unsere eigene ARbeitsgruppe, sondern für junge Familien, die bezahlbaren Wohnraum brauchen. Das ist eine sehr, sehr gute Sache, wenn wir das jetzt zügig auf den Weg bringen.« Und Dritte Bürgermeisterin Waltraud Wiesholler-Niederlöhner (SPD) ergänzte: »Das wird nichts ändern, wenn wir das jetzt zwei Monate rauszögern, wir würden auch dann für Wohnraum entscheiden.«

Wilfried Schott (Grüne) fand es dagegen unverständlich, sich bereits jetzt auf Wohnbebauung festzulegen, »noch dazu, wo es bessere Alternativen gibt«. Er wollte den Bürger erst noch einmal mit beteiligt wissen: »Wir machen wieder den gleichen Fehler wie bei der Landesgartenschau.«

Kegel: »Ein Konzept ohne Verpflichtung«

Oberbürgermeister Christian Kegel sah aber in einem schnellen Entschluss keinen Widerspruch zu ISEK: »Das ist als Leitfaden für Wirtschaft und Kulturentwicklung sehr sinnvoll, aber es ist nur ein Konzept ohne Verpflichtung, dass wir uns daran halten müssen.« Im Gegenteil sah er in einer schnellen Änderung des Flächennutzungsplans gar eine »Win-Win-Situation: Wir haben jemanden. der Wohnbebauung möchte und ISEK, das diese für sinnvoll hält. Klar wäre auch ein Freizeitpark möglich, aber der Eigentümer der Flächen wird sagen 'Bei allem Respekt, aber was ich da mache, entscheide ich schon noch selbst'.«

Letztlich stimmte das Gremium mit 20:3 Stimmen wie bereits eingangs erwähnt für die Änderung des Flächennutzungsplans in ein Allgemeines Wohngebiet und für Verhandlungen mit den Eigentümern benachbarter Flächen über ein Ansiedlungsmodell. coho