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Wohlfühlwerkstatt für die Psyche von Krebskranken

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Einen Scheck über 3000 Euro überreichten Hans Schwab und Eva Weiss (rechts) vom Rotary Club an Conny Maier (links) und Annemarie Emmer bei der Eröffnung der Wohlfühlwerkstatt.

Traunstein. Bei einer Krebserkrankung sei nicht nur die apparative Behandlung, sondern auch die seelische Betreuung wichtig, stellte Stadtpfarrer Georg Lindl fest, als er bei der Eröffnung der »Wohlfühlwerkstatt – ein Netzwerk helfender Hände« seinen Segen erteilte. In der Wohlfühlwerkstatt am Stadtplatz 5 möchten Annemarie Emmer, Krankenschwester im Brustzentrum Traunstein und Conny Maier, Medizinische Fachangestellte in der Onkologischen Praxis Dr. Kronawitter und Dr. Jung, mit ihren Mitstreitern für an Krebs erkrankte Menschen außerhalb von Krankenhäusern, Zentren und Praxen einen Wohlfühlort in familiärer, gemütlicher und entspannter Umgebung schaffen.


Er spüre, dass alles getan werde, um dem Namen Wohlfühlwerkstatt gerecht zu werden, sagte Landrat Hermann Steinmaßl. Das Thema Krebs werde inzwischen tabufreier angegangen und diskutiert. »Diese große Offenheit ist sicher darin begründet, dass Krebs heute keineswegs ausschließlich Sterben und Tod bedeutet, sondern vermehrt zu einer Auseinandersetzung über das Leben mit dieser Krankheit führt«, so der Landrat. Das hervorragende Angebot an onkologischer Behandlung im Landkreis sei außerhalb der großen Städte in Bayern wohl einmalig. Die Wohlfühlwerkstatt sei ein weiterer Baustein außerhalb der Kliniken für die psychische Unterstützung von Krebspatienten. Als Startkapital übergab er den »Werkstattengeln« Emmer und Maier 1500 Euro. Eine Herangehensweise zu einer ganzheitlichen Medizin durch Angebote in Kliniken und ihrer Umgebung erkannte Oberbürgermeister Manfred Kösterke. Die Arbeit der Wohlfühlwerkstatt sei ein zusätzliches Angebot für die Psyche. Er sprach die Hoffnung aus, dass die Patienten die Räume am Stadtplatz mit Blick auf das Leben mit einer stabilen und gesunden Psyche verlassen werden. Im Auftrag der Stadt übergab er 250 Euro. Eine weitere Finanzspritze bekam die Wohlfühlwerkstatt vom Traunsteiner Rotary Club. Clubsekretär Hans Schwab und Vorstandsmitglied Dr. Eva Weiss übergaben einen Scheck über 3000 Euro. Mit ihrer Wohlfühlwerkstatt wollen Emmer und Maier die Bedürfnisse von Krebspatienten über die Behandlung hinaus erfüllen. Weil es dazu Räume, Veranstaltungen und vor allem Menschen, die all das übernehmen, sowie der notwendigen Finanzierung bedarf, gründeten sie den Verein Wohlfühlwerkstatt. Vorsitzender Erich Högel sprach von einem außergewöhnlichen Angebot und Beitrag, um die Versorgung zu optimieren. »Die Wohlfühlwerkstatt soll ein Ort der Information, des Austausches und der Entspannung sein, einfach ein Ort zum Luftholen und um Mut zu holen«, sagen Emmer und Maier. Offen ist sie für alle Tumorpatienten, deren Angehörige, Freunde und Verwandte, um in einem geschützten Raum Gleichgesinnte zu treffen, sich Wissen anzueignen und Erfahrungen auszutauschen. Es gibt auch Beratungsgespräche über verschiedenste Themen wie Pflege und Kosmetik oder Kopfbedeckungen, Sport, Selbsthilfe und vieles mehr. Bjr

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