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Wohl steigender Bedarf an Betreuungsplätzen in Traunwalchen

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Der Katholische Kindergarten an der Dresdner Straße besteht seit 40 Jahren. Eine Sanierung des Gebäudes wäre aus Sicht des Erzbischöflichen Baureferats zu aufwändig und die räumlichen Verhältnisse würden auch den heutigen Ansprüchen nicht mehr entsprechen. (Foto: Rasch)

Traunreut – Die Stadt Traunreut hat von der Gesellschaft für demografische Entwicklung und soziale Planungen einen Kindertagesstätten-Plan entwickeln lassen. Die Studie hat ergeben, dass im Stadtgebiet bei den unter dreijährigen Kindern in den nächsten zehn Jahren ein geringfügiger Rückgang zu erwarten sein wird. Während sich die Zahl der Kinder in der Kernstadt leicht nach unten entwickeln wird, zeigt der Pfeil in Traunwalchen und in St. Georgen nach oben. Durch die Neuausweisung von Baugebieten ist vor allem in Traunwalchen mit einem steigenden Bedarf an Betreuungsplätzen zu rechnen.


Wie der Leiter des Instituts, Dr. Herbert Tekles, bei der Vorstellung der Studie im Hauptausschuss erklärte, verfügt Traunreut mit aktuell über 750 Tagesstätten-Plätzen (Kinderkrippen, Kindergärten, Kinderhort) über eine sehr hohe Versorgungsdichte. In den Einrichtungen in der Kernstadt stehen derzeit 584 Plätze zur Verfügung, im Kindergarten in St. Georgen 100 und im Kindergarten in Traunwalchen sind es 75 Plätze.

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Während die Auslastung in der Kernstadt bei knapp 80 Prozent und in St. Georgen bei 95 Prozent liegt, sei in Traunwalchen die Auslastung mit knapp 67 Prozent auffallend niedrig. Tekles vermutet, dass die niedrige Besucherquote auf die Öffnungszeiten zurückzuführen ist. Der Katholische Kindergarten Traunwalchen, den im laufenden Kindergartenjahr 50 Kinder besuchen, schließt bereits um 13.30 Uhr. Vor allem Berufstätige oder Alleinerziehende, die in Traunwalchen wohnen und auf einen Ganztagsplatz angewiesen sind, würden deshalb das erweiterte Angebot in der Kernstadt nutzen.

Eine aktuelle Expertise zur Situation des Besuchs von Kitas von Kindern mit Wohnsitz in Traunwalchen hat ergeben, dass annähernd 20 Prozent der Eltern, deren Kinder den Traunwalchner Kindergarten besuchen, eine längere Öffnungszeit wünschen. Dahingegen wünschen sich in der Kernstadt nur drei Prozent aller befragten Eltern eine spätere Abholzeit, so Tekles. Insgesamt bestehe durch die aktuell noch gegebenen Öffnungszeiten im Traunwalchner Kindergarten eine Benachteiligung der in Traunwalchen lebenden Eltern. Ein Ausgleich durch den Besuch einer Kita in anderen Gebieten in Traunreut sei im aktuell gegebenen Umfang weder den Eltern in Traunwalchen noch den Kitas in der Kernstadt langfristig zumutbar. Ebenso resultierten durch die derzeitigen Öffnungszeiten in Traunwalchen auch Nachteile für Familien, die künftig zuziehen. Im Interesse der weiteren Entwicklungschancen von Traunwalchen als Wohnort sollte hier für eine zeitnahe Beseitigung des Problems gesorgt werden, so Tekles.

Der Kindertagestätten-Beauftragte des katholischen Pfarrverbands, Diakon Uwe Kraus, erklärte dazu, dass bisher in Traunwalchen der Bedarf, die Öffnungszeiten zu verlängern und respektive Ganztagesplätze anzubieten, nicht gegeben gewesen sei. »Wir wären durchaus bereit gewesen, aber das Angebot wurde nicht angenommen«, so Kraus. Weiter sagte er, dass die Eltern auch heuer bei der Anmeldung ihrer Kinder für das Kindergartenjahr 2016/2017 Buchungswünsche äußern konnten. Sollte das Angebot, die Öffnungszeiten zu erweitern, angenommen werden, werde man auf alle Fälle reagieren.

Tekles informierte den Hauptausschuss auch darüber, dass der Katholische Kindergarten an der Dresdner Straße dringend sanierungsbedürftig sei. Eine Besichtigung des Erzbischöflichen Baureferats habe jedoch ergeben, dass eine Sanierung des 40 Jahre alten Gebäudes zu aufwändig wäre und die räumlichen Verhältnisse trotz Sanierung auch nicht mehr den pädagogischen Ansprüchen für ein »Haus des Kindes von 0 bis sechs Jahren« entsprechen würden. Deshalb werden jetzt mit der Stadt Überlegungen angestellt, auf dem frei werdenden Grundstück der Grundschule Nord einen neuen Kindergarten zu bauen.

Wie berichtet, soll das Schulgebäude abgerissen und auf den Sportanlagen neben der Turnhalle neu gebaut werden. Auf dem frei werdenden Grundstück könnte dann auch ein neues »Haus für Kinder« gebaut werden. Die Kommune hat die Aufgabe, die räumlichen Voraussetzungen für Kindertagesstätten zu schaffen. Ob und in welcher Form sich die Kirche an einem Neubau beteiligen und gegebenenfalls die Trägerschaft übernehmen wird, darüber liegen bislang noch keine konkreten Aussagen vor. ga