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Wohin mit den Gemeindewerken?

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Waging am See – Schon seit Monaten gibt es einen Plan, wie sich die Büros der Gemeindewerke Waging im Gebäude von Bajuwarenmuseum und Tourist-Information unterbringen ließen. In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses stellte Gemeindewerkeleiter Heinrich Thaler nun einen weiteren Plan vor, die Gemeindewerke-Büros in der Hausmeisterwohnung neben dem Bajuwarenmuseum unterzubringen. Dann aber machte Andreas Barmbichler auf ein Problem aufmerksam, das zumindest in der öffentlichen Diskussion bisher offenbar übersehen worden war: »Sollen denn die Gemeindewerke überhaupt aus dem Rathaus ausziehen?«


Die ebenso eifrige wie kontroverse Diskussion, die folgte, zeigte, dass ganz offensichtlich in den Denkmodellen bisher ein Schritt übersehen oder ausgeklammert worden war: Wie soll die räumliche Zukunft der Gemeindewerke wirklich aussehen?

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Zunächst hatte Thaler den Ausschussmitgliedern den neuen Plan erläutert, der in enger Absprache mit dem Bautechnischen Büro Kleißl ausgearbeitet worden war. Demnach wäre in der bisherigen Hausmeisterwohnung Platz für vier Büros. Zwei weitere Büros sind direkt darunter, im Erdgeschoß gegenüber den Büros der Tourist-Info, eingeplant, im bisherigen Lese- beziehungsweise Fernsehraum, über das Treppenhaus an die oberen Räume angebunden. Zusätzlich weist der Plan im ersten Stock noch ein Besprechungszimmer und eine Küche aus, die die Mitarbeiter der Gemeindewerke und Tourist-Info gemeinsam nutzen könnten.

Thaler sprach von einer guten Lösung

Thaler sieht in diesem Konzept eine gute Lösung »in einem eigenen, sehr schönen und modernen Gebäude, das zentral gelegen« ist. Es wären keine größeren Umbauten nötig, es gebe hier über den vorhandenen Aufzug den behindertengerechten Zugang, und auch eine Behinderten-Toilette sei vorhanden. Parkplätze gebe es in ausreichender Menge. Insgesamt sähe Thaler eine »Aufwertung für das ganze Gebäude«, wenn sich die Gemeindewerke hier ansiedeln würden. Darüber hinaus merkte er an, dass der Veranstaltungs- und Ausstellungsraum in der Tourist-Info erhalten bleiben könnte und auch das Bajuwarenmuseum selbst unberührt bliebe.

Insgesamt wurde der neue Plan für eine Auslagerung der Gemeindewerke positiv beurteilt. Lediglich Tourismus-Experte Andreas Barmbichler hatte noch Bedenken. Es sei wohl davon auszugehen, meinte er, dass die touristische Organisation rund um die Seen im nächsten Jahrzehnt mehr und mehr konzentriert werde – mit einem anzunehmenden Schwerpunkt in Waging. Daher sollte man der hiesigen Tourist-Info nicht alle Erweiterungsmöglichkeiten nehmen.

Dafür stünde dann immer noch, meinte Heinrich Thaler, der bisherige Vortragsraum zur Verfügung, in dem sich etliche Arbeitsplätze unterbringen ließen. Und für die Volkshochschule könnte, so machte Bürgermeister Herbert Häusl eine weitere Baustelle auf, Platz geschaffen werden im Umfeld einer neuen Aula für die Mittelschule; diese Idee spukt in Waging schon seit längerem herum, wenn eines Tages die alte Turnhalle abgerissen wird.

Dann aber kippte die Diskussion in eine ganz andere Richtung. Michael Lamminger kritisierte zunächst, dass all die bisher gezeichneten Pläne nichts nützten, solange man sich nicht entscheide, was mit dem Bajuwarenmuseum geschehen solle. Er finde, dass die Reihenfolge der Diskussion zu dem Gesamtkomplex Museum/Gemeindewerke nicht richtig sei.

Die Zukunft der Werke war dann Thema der Frage von Andreas Barmbichler. Er ist der Ansicht, dass bei einer Auslagerung die bisherigen Synergieeffekte zwischen Gemeindewerke und Rathaus verloren gehen würden, dass man sich durch die vorhandene räumliche Nähe sogar Arbeitsplätze spare. Seiner Meinung nach stünden die Gemeindewerke nicht zuletzt dadurch so gut da, da sich Synergien im Hause nutzen ließen.

Entflechtung von Rathaus und Gemeindewerken

Thaler gab ihm da großenteils Recht. Die Kooperation sei jahrzehntelang bestens gelaufen. Allerdings, so fügte er an, hätten die Aufgaben zugenommen, die Gemeindewerke würden immer größer. Zudem werde aktuell daran gearbeitet, die Buchhaltung zwischen Rathaus und Gemeindewerken zu trennen, was allerdings, wie er ausdrücklich betonte, »nicht mein Wunsch ist«.

Nach einigem Hin und Her kündigte Bürgermeister Häusl an, dass die geplante Entflechtung Thema in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen sein werde. Kämmerer Bernhard Kraus, der »ganz klar« für eine Entflechtung sei, werde dann darüber informieren. Dritte Bürgermeisterin Hedwig Witzleben wünschte sich, dass dann besonders auch die finanziellen Auswirkungen einer solchen »Entflechtung« genau dargestellt werden sollen. Franz Schwangler plädierte schließlich noch ausdrücklich dafür, die Gemeindewerke sollten im Rathaus bleiben: »Der Riesenvorteil sind die kurzen Wege. Idealer geht es nicht, und der Platz ist ja da.«

Interessant waren noch die Schlussworte von Gemeinde- und Werkeleitung. Bürgermeister Häusl betonte nochmals, dass es sich seiner Kenntnis entziehe, »warum die Entflechtung stattfinden muss«, und drängte auf eine Entscheidung: »Das Museum ist nun schon eineinhalb Jahre lang zu. Die Leute wollen wissen, wie es weitergeht.« Was Heinrich Thaler zu der laut geäußerten Überlegung veranlasste, ob dies wohl noch vor oder erst nach seiner Rente geklärt werde; er wird demnächst 61. he