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Wössner Szenen einst und heute auf die Bühne gebracht

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Der gelungene Beitrag der Theaterer des Trachtenvereins zeigt, wie die Hexe von Söllnhuben den Unterwössner Goldgräbern das Geld aus der Tasche zieht. (Fotos: Flug)
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Der große Stern im Sterntanz der Aktiven wurde zum Abschluss des Abends gezeigt.

Unterwössen – Mit einem »Wessner Aufnocht« feierte der Trachtenverein »D' Achentaler« sein 125-jähriges Bestehen im Gaufestzelt. Am Ende standen 150 Beteiligte – von den Trachtenkindern bis zu den Senioren der Historischen Gruppe – auf der Bühne, berührt vom anhaltenden Applaus. Es war ein wunderbarer Abend, an dem es gelang, den Trachtenverein umfassend darzustellen.


Kernstück des Abends war ein Gesamtwerk des Filmemachers Stefan Erdmann mit dem Trachtenverein. Erdmann hatte die Gesamtleitung. Nichte Sofia Wimmer saß mit Onkel und Tante, den Theaterern Claudia Schweinöster und Wolfgang Färbinger, auf der Hausbank und freute sich aufs Gaufest. Sie schlugen das Wessner Biache auf, das parallel auf der Großleinwand zu sehen war. Das Buch erzählte die Geschichte der Gründung, die Texte sprach Peter Steiner aus dem Bühnenhintergrund. Musikalisch begleiteten die Polka Dots und die Wössner Tanzlmusi die Beiträge auf der Bühne und im Film. Lisi Huber und Viz Brandstetter setzten mit Gesang Akzente.

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Verschiedene Kapitel in der Geschichte wurden im Film auf der Leinwand aufgeschlagen, wie die Trachtler in der Vergangenheit. Altes Bildmaterial war darunter, aber auch speziell für diesen Abend gedrehte Szenen. Das Publikum applaudierte begeistert, als so Szenen möglich wurden, dass vier aktive Plattler mit Schnurrbart in der Stube der Jahrhundertwende auf der Leinwand plattlten und zugleich davor im absoluten Gleichklang vier jetzige Trachtler im Jetzt. Ähnlichen Beifall gab es, als bei der Vorstellung der Patenvereine all ihre Plattler mit den Unterwössnern gemeinsam auf der Bühne plattlten.

Die Verschmelzung von Film und Bühnengeschehen wirkte besonders, als das Biache die Geschichte vom Goldloch erzählte. Im Film gab es dazu eindrucksvolle Landschaftsbilder von der Kutschfahrt der Goldgräber Heinrich Sollacher (Polo), Andreas Steiner, Peter Haslreiter und Manfred Aberger zur Hexe von Söllnhuben. Als Hexe auf der Leinwand war eine so noch nie gesehene Johanna Steiner zu sehen. Wie sie in ihrer Stube das Geld der Unterwössner Goldgräber schürft, das spielten die Darsteller auf der Bühne.

Geschichten um die Kindergruppe brachten deren begeisterte Auftritte, die Jugendgruppe von der Leinwand sprang gleich darauf auf die Bühne. Gerade noch im Film am Berg, traten die Aktiven schneidig auf. Aus der Geschichte erinnerte der Film anhand historischer Fotos an das Seeräuberspiel und bezog sich in modernen Bildern auf den Umzug 2014. Seeräuber und Chinesen boten unmittelbar darauf ihre Tänze auf der Bühne dar. Ganz aktuell waren dann Erdmanns Filmszenen vom Festumzug aus dem jetzigen Gaufest. Krönender Abschluss des Werkes war der Sterntanz der Aktiven am Ende. Mit einem Trompetensolo von Edi Ager und Franz Glanz vor Mond und Sternenhimmel auf der Leinwand klang das Biache stimmungsvoll aus.

Jetzt fiel die Erleichterung von allen Mitwirkenden ab. Gaufestorganisator und stellvertretender Vorstand Otto Dufter rief alle Gruppen auf die Bühne und sprach ihnen und anschließend ganz besonders Stefan Erdmann ein großes Vergelt's Gott aus. Sichtlich waren alle im Zelt von der Idee und ihrer Ausführung berührt. Mit diesem Abend und dem demnächst erscheinenden Mitschnitt auf DVD haben Trachtenverein und Stefan Erdmann ein Werk geschaffen, an das sich alle noch lange erinnern.

Am frühen Abend vertrieb die Musikkapelle Wössen unter Leitung von Andreas Bichler und Franz Glanz jun. die Wartezeit. Die Gelegenheit nutzten die Ortsvereine, den Trachtlern ihre Aufwartung zu machen. Im Namen aller dankte Gebirgsschützenhauptmann Georg Haslberger für eine wunderbare Gaufestwoche. Seine Anerkennung gab Trachtenvorstand Reinhard Kurz-Hörterer zurück, als er unterstrich, welch hohen Anteil die Vereine und das ganze Dorf an dieser Festwoche hatten. lukk

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