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Wo welche Kandidaten wie abgeschnitten haben

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Wo hat welche Partei besonders viele und wo besonders wenige Stimmen bekommen? Dieser und anderen Fragen gehen wir im folgenden Beitrag im Rahmen eines kleinen Streifzuges durch die Gemeinden im Einzugsbereich unserer Zeitung nach, wobei wir die Stadt Traunstein ausklammern, über die ein eigener Bericht erscheint.


Nur 51 Prozent Beteiligung in der Stadt Traunreut

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In der größten Stadt im Landkreis, in Traunreut, lag die Wahlbeteiligung wie immer deutlich unter dem Landkreisdurchschnitt, nämlich bei nur gut 51 Prozent (Landkreis über 64 Prozent). Von den Traunreutern wählten fast 59 Prozent die CSU, knapp 20 Prozent die SPD. In der Nachbarstadt Trostberg errang die SPD mit über 22 Prozent der Zweitstimmen ihr bestes Ergebnis.

Klaus Steiner, der für die CSU das Direktmandat errang, bekam im Stimmkreis 50,60 Prozent der Erststimmen und in zwei Gemeinden sogar über 60 Prozent: in Reit im Winkl (62,47) und in Pittenhart (60,68).

Sein schlechtestes Ergebnis kommt aus Siegsdorf mit 42,2 Prozent. Dagegen erreichte die CSU bei den Zweitstimmen in elf Gemeinden im Landkreis über 60 Prozent. Das beste Ergebnis wurde aus Reit im Winkl gemeldet. Im Schnitt waren es im Stimmkreis Traunstein (ohne die Gemeinden im Rupertiwinkel) 57,43 Prozent.

Michaela Kaniber (BGL), die erstmals antrat, übertraf Steiners Ergebnis mit 51,19 Prozent sogar noch um ein paar Zehntel.

Der SPD-Kandidat Dirk Reichenau bekam 39 Stimmen mehr als Gisela Sengl von den Grünen und landete damit knapp vor ihr auf dem zweiten Platz. Sein Ergebnis: 12,86 Prozent. Die SPD erhielt fast fünf Punkte mehr bei den Zweitstimmen (17,57) als Reichenau an Erststimmen.

SPD-Kandidat nirgends mit mehr als 20 Prozent

Die 20-Prozent-Hürde konnte Reichenau nirgends überspringen. Mit 18,2 Prozent schnitt er in Trostberg am besten ab; in Pittenhart stimmten nur 6,13 Prozent für ihn. In sechs Gemeinden blieb Reichenau einstellig. Direktkandidat im Stimmkreis Berchtesgadener Land und damit auch in den Gemeinden im Rupertiwinkel, die zum Landkreis Traunstein gehören, war Roman Niederberger. Er schnitt mit 11,6 Prozent noch schlechter ab als Reichenau. Altenmarkt, Grassau, Traunstein und Trostberg sind die vier Kommunen in den beiden Stimmkreisen, in denen die SPD ein Zweitstimmenergebnis jenseits der 20 Prozent bekam.

Zweitstimmendebakel für die Grünen in der Region

Der Höhenflug der Grünen setzte sich nicht fort. Gisela Sengl konnte mit ihrem Abschneiden aber mehr als zufrieden sein. Mit einem Anteil von 12,81 Prozent der Erststimmen bekam sie aufs Zehntel genau den Anteil, den vor fünf Jahren Sabine Ponath für die Umweltpartei errungen hatte.

In ihrer Heimatgemeinde Nußdorf und im Nachbarort Chieming kam Sengl sogar auf über 20 Prozent; dagegen hatte sie in der CSU-Hochburg Reit im Winkl mit 6,34 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis.

Im Nachbarstimmkreis BGL trat Bartl Wimmer für die Grünen an und holte 11,85 Prozent. Auch hier waren die Unterschiede von Gemeinde zu Gemeinde enorm groß: 14,7 Prozent im Markt Waging standen weniger als 10 Prozent in Kirchanschöring und Petting gegenüber.

Ohne ihre Galionsfigur Sepp Daxenberger können die Grünen in der Region nur halb so viele Menschen mobilisieren. Weniger als die Hälfte der Zweitstimmen wie noch vor fünf Jahren bekamen sie im Kreis Traunstein: 8,78 Prozent nach 20,82; und im Berchtesgadener Land mit Waging, Wonneberg, Taching, Petting, Kirchanschöring und einigen anderen Gemeinden auch nur 8,81 Prozent. Das beste Ergebnis erzielten sie mit 14,71 Prozent in Waging. 2008 waren es dort bei der Landtagswahl noch über 24 Prozent.

Freie Wähler blieben unter 10 Prozent

Mit großen Hoffnungen angetreten, blieben auch die Freien Wähler im einstelligen Prozentbereich. Lothar Seissiger scheiterte knapp an der 10-Prozent-Hürde, schnitt aber deutlich besser ab als der FW-Kandidat Andreas Danzer vor vier Jahren. Bei den Zweitstimmen sah es für die Freien diesmal aber deutlich schlechter aus: Nur fünf Prozent der Wähler stimmten für sie. Besser schnitt FW-Kandidat Michael Koller mit 13 Prozent im Nachbarstimmkreis ab. Aber auch dort ließ das Zweitstimmenergebnis zu wünschen übrig und lag unter 6 Prozent. -K.O.-