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Wo erbringen Jugendliche beispielhafte Aktionen?

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Dekan i.R. Gottfried Stritar (von links), Altoberbürgermeister Fritz Stahl und Diakonie-Vorsitzender Thomas Zugehör werben für den Dietrich-Bonhoeffer-Preis und hoffen, dass für die Auslobung viele soziale Aktionen von Jugendlichen gemeldet werden. (Foto: Eder)

Eine junge Frau arbeitet auf eigene Kosten mit behinderten Kindern in Afrika, Jugendliche helfen alten Menschen beim Einkaufen, Schülergruppen begleiten Menschen mit Behinderung in ihrer Wohngruppe: Solche und ähnliche Initiativen von jungen Menschen sind beispielgebend, finden die Verantwortlichen der Förderstiftung des Diakonischen Werks Traunstein und belohnen diesen Einsatz mit dem Dietrich-Bonhoeffer-Preis. Heuer wird der Preis, der mit Geldbeträgen zwischen 200 und 1000 Euro dotiert ist, bereits zum 7. Mal verliehen.


Der Vorsitzende der Förderstiftung, Dekan i.R. Gottfried Stritar und sein Stellvertreter, Traunsteins Altoberbürgermeister Fritz Stahl sowie Diakonie-Vorsitzender Thomas Zugehör fordern dazu auf, solche Initiativen zu melden. Gruppen können sich selber bewerben, aber auch die Bevölkerung soll soziale Initiativen Jugendlicher für den Preis vorschlagen.

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»Wir brauchen keine Wut-, sondern Mut-Bürger«

Soziales Engagement habe gerade in den letzten Wochen an Aktualität gewonnen, stellte Stritar fest: Die Ankunft vieler Flüchtlinge und das Gedenken an die Befreiung des Konzentrationslagers (KZ) Auschwitz rücke die Frage um Zivilcourage und soziales Engagement wieder stark in den Fokus. Aus diesem Grund ist der Preis auch nach dem evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer benannt worden, der 1945 im KZ Flossenbürg ermordet wurde.

Gesucht werden junge Menschen, die nicht mit dem Strom schwimmen, sondern auch mal den Mut haben, dagegen zu sein, so Stritar. Stahl ergänzte, dass Engagement und Einsatz für die Allgemeinheit Zufriedenheit und Freude schaffen können und das Gefühl, einen wichtigen Dienst geleistet zu haben. Beispiele für mutigen sozialen Einsatz müssten entdeckt und an die Öffentlichkeit gebracht werden, meinte Stritar weiter, »wir brauchen keine Wut-, sondern Mut-Bürger«. Gleichzeitig betonte er, dass soziales Engagement auch für die Entwicklung der Persönlichkeit junger Menschen wichtig sei. Frühere Preisträger hätten immer wieder gesagt, dass ihnen ihr Einsatz auch persönlich viel gebracht habe.

Zugehör brachte den christlichen Glauben ein. Dieser stelle die Schwachen in den Mittelpunkt. Von daher sei es Aufgabe eines Christen, sich für Schwächere einzusetzen. Die Gesellschaft, so Zugehör, werde sich in Zukunft stark verändern müssen, nicht zuletzt auch in Hinblick auf die Flüchtlinge, die vielfach sehr motiviert seien und zu denen eine Verbindung aufgebaut werden müsse. So könne der Bonhoeffer-Preis auch ein Ansporn für Jugendliche sein, die notwendigen Veränderungen gemeinsam aktiv mitzugestalten. In Hinblick auf die Flüchtlingssituation hob Stritar heraus, dass Integration nur wechselseitig funktioniere: »Wir müssen aufeinander zugehen. Wir können nicht zuwarten, dass die anderen immer auf uns zugehen.«

Vorschläge bei der Diakonie Traunstein einreichen

Wer Jugendliche oder Jugendgruppen kennt, die Bemerkenswertes im sozialen Bereich leisten oder durch besondere Zivilcourage auffallen, soll diese beim Diakonischen Werk in Traunstein melden. Ansprechpartner ist Diakon Thomas Zugehör, Telefon 0861/9898 111. Der Anmeldung beigefügt werden müssen Namen und Adressen sowohl der Einsender wie auch der vorgeschlagenen Personen, sowie eine kurze Darstellung des Projekts. Anmeldeschluss ist am 8. Juni.

Ausgezeichnet werden Projekte aus dem Einzugsgebiet des Diakonischen Werks Traunstein, das die Landkreise Traunstein, Berchtesgadener Land, Altötting und Mühldorf umfasst. Alle Projekte werden bei der Preisverleihung am 23. Juli in Traunreut vorgestellt und gewürdigt. he