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Wird Landrat Steinmaßl der nächste Papst?

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Landrat Hermann Steinmaßl (rechts) erhielt von Willi Schwenkmeier und Christa Fuchs den Orden »Für nix und wieder nix«. Unter www.traunsteiner-tagblatt.de/fotos finden Sie weitere Bilder vom Starkbierfest in Traunstein. (Fotos: Buthke)
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Grüne unter sich: Stadtrat Willi Schott und die Fraktionsvorsitzende im Bayerischen Landtag, Margarete Bause.

Traunstein. Können die Gemeindebürger von Fridolfing bald von sich sagen »Wir sind Papst«? Da Hermann Steinmaßl gerne noch einmal Landrat geworden wäre, berichtete Petrus (Willi Schwenkmeier) beim Fastenspiel des Traunsteiner Starkbierfestes im historischen Saal des Hofbräuhauses Traunstein, dass man ihn jetzt nach Rom zum Konklave schicken wolle, weil es für Päpste keine Altersbegrenzung gibt. Mit dem Wembacher-Hans habe er immerhin einen einflussreichen Fürsprecher.


»Aba des mog er ned«, meinte Petrus über Landrat Steinmaßl. Außerdem habe er im Chiemgau noch einige Angelegenheiten zu »verdauen«. In der Stadt Traunstein habe er nichts zu sagen und sei »ogfressn«, weil sie ihm das Sportzentrum aufs Auge gedrückt haben. Dann sei da noch die Salzachbrücke, gegen die sie jetzt zwar demonstriert hätten, die er aber möchte, weil sie bei ihm daheim wäre und er ja noch ein Geschäft habe, wo man eine Brücke planen und auch bauen könne.

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Klosterkirche: Keiner weiß, wie er abstimmen soll

Und dann sei er noch wegen dem CSU-Kreisvorsitzenden Klaus Steiner angefressen, weil der schon den künftigen Landrat präsentiert habe, bevor das Gerichtsurteil da gewesen sei. Keiner wisse, was los gewesen wäre, wenn der Steinmaßl noch einmal hätte Landrat werden dürfen. »Dann waar der Steiner wahrscheinlich noch kleiner zwischen den Inzeller Polit-Yuppie und dem in Ehren erplatteten Noch-Landrat«, mutmaßten Himmelsbote Toni (Franz Fuchs) und Erzengelin Gabriele (Christa Fuchs).

»Wos is drunnt in Traunstoa los zwengs dera Kirch«, wollte der Petrus vom Toni wissen. Die Einen seien dafür und die Anderen dagegen, aber so richtig wisse keiner etwas. »Außer am OB, der woas genau, was a mog.« Aber er habe dies anscheinend so unscharf gesagt, dass die Anderen nicht wissen, was er mag, und keiner wisse, was er wissen sollte. Also wisse keiner, wie er abstimmen solle. Ein echtes Dilemma!

Dann wollte der Petrus wissen, was es mit den Erneuerern von der CSU auf sich habe. Die seien dagegen, wüssten aber noch nicht, wofür sie dann seien. »Weil dageng sei, is leichta«, so der Toni. Einer wolle gerne Bürgermeister werden und schaue darum erst einmal, was die Leute so sagen. Das sage er dann auch. Und wenn die Leute etwas anderes sagen, dann sage er auch etwas Anderes. »So is es hoid in da Politik, schau an Seehofer o.«

Mit Blick in das Traunsteiner Tagblatt machte der Petrus auf einen Bericht aufmerksam, dass der neue Tunnel zu laut sei. Dieses Jahrhundertwerk der Maulwurftechnik! Außerdem: Kaum sei er eröffnet worden, sei einer mit dem Radl durchgefahren, obwohl man dies nicht dürfe. Angeblich sei es der Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer gewesen, der sich vor lauter Angst vor seiner neuen Verkehrssünderkartei nicht mehr traue, mit dem Auto zu fahren, weil er selbst nicht mehr durchblicke. Er habe gar nicht gemerkt, dass er im Tunnel sei, den er selbst eingeweiht habe. »I moan, a Lichtgestalt wia er gfreit se, wenn's in da Nacht hell is. Und in dem Tunnel is ja heller ois in da Klosterkirch«, so der Petrus.

Am vorletzten Tag von Papst Benedikt seien die ganzen Traunsteiner in Rom gewesen. Neben der Stadtmusik Traunstein hätten sie auch ein Fassl Traunsteiner Bier dabei gehabt. Von der Stadt sei Zweiter Bürgermeister Hans Zillner dabei gewesen und nicht der Oberbürgermeister, weil sie befürchtet hätten, dass dasselbe passiert wäre wie im Sommer beim Stadtfestival. Damals hatte der Kösterke angezapft und beinahe wäre das ganze Festzelt abgesoffen. »Stell Dir vor, da hätt's an Papst dawischt, dann waar ma sogar in da BILD-Zeitung gewesen: Traunsteiner Oberbürgermeister wässert den Papst«, sagte der Toni zum Petrus. Drum habe man gesagt, das solle der Zillner-Hans machen. Abgesehen davon wäre es schade um das gute Bier gewesen.

Am Ende ihres humorvoll-kritischen Spiels verliehen Christa Fuchs, Willi Schwenkmeier und Franz Fuchs den Orden »Für nix und wieder nix« an Landrat Hermann Steinmaßl.

Arthur Zeindl trat als »Weaner Sandler« auf

Bevor die Derbleckerei der drei Akteure losging, stand noch das Anzapfen auf dem Programm. Bräu Maximilian Sailer begrüßte die lokale Prominenz und bat Miss Chiemgau Annette Weißenbacher, seinen Vater Bernhard Sailer und Oberbürgermeister Manfred Kösterke auf die Bühne. Das Anzapfen übernahm jedoch Hans Jobst von der Kammerer Rossererdynastie der »Mickein«.

Für die musikalische Unterhaltung sorgte die Papst-Benedikt-Verabschiedungsmusik, die Stadtmusik Traunstein, unter der Leitung von Augustin Spiel mit schwungvoller Blasmusik. Humorist Arthur Zeindl stimmte die Fastenbiergesellschaft als »Weaner Sandler« mit Gesang und Witzen auf das Fastenspiel ein. Für echtes Nockherberg-Flair sorgte die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, Margarete Bause, die zu den Gästen in Traunstein gehörte. Bjr