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Wird der Stadtrat zurückrudern?

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Traunreut – Wird der Stadtrat zurückrudern und die Sanierung des Freizeitbeckens im Franz-Haberlander-Freibad in den Herbst 2015 verschieben? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Bauausschuss in seiner Sitzung am nächsten Mittwoch um 16 Uhr. Die CSU-Fraktion hat einen Antrag eingereicht, den Beginn der Sanierung auf Mitte September 2015 zu verschieben. Der Stadtrat hatte sich dafür ausgesprochen, das Freibad während der Sanierung zwischen April und Juli 2015 zu schließen (wir berichteten). Mit einem derzeit laufenden Bürgerbegehren soll dies verhindert werden.


Bürger hatten kein Verständnis für Schließung

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In der Begründung betonen die Antragsteller, dass die CSU in nichtöffentlichen Sitzungen einen späteren Baubeginn angeregt habe. Dieser Vorschlag sei aus ökonomischen und ökologischen Gründen zurückgewiesen worden. Dass bei »vernünftiger« Erklärung die Bürger für eine komplette Schließung des Freibades Verständnis aufbrächten, wie vom Stadtrat mehrheitlich vermutet, habe sich als Irrtum herausgestellt.

Wie berichtet, hat die Bürgerinitiative »Pro Freibad«, die sich für eine Öffnung während der Sanierung ausspricht, die Unterschriften für ein Bürgerbegehren beisammen. Die Listen wurden bislang aber noch nicht in der Stadtverwaltung abgegeben. Sollte das Begehren vom Stadtrat angenommen werden und dadurch ein Bürgerentscheid hinfällig werden, würde der Badebetrieb parallel zur Sanierung weiterlaufen.

Um die damit verbundenen Mehrkosten und möglichen Gefahren zu vermeiden, wäre es in den Augen der CSU sinnvoll, die grundlegende Sanierung in den Herbst zu verschieben. Sollten die hohen Wasserverluste des Freizeitbeckens – das Becken verliert seit Jahren Unmengen von Wasser – durch eine provisorische Abdichtung nicht aufgefangen bzw. stark verringert werden können, schlägt die CSU vor, das Freizeitbecken während der Saison 2015 außer Betrieb zu nehmen.

Nach Angaben der Verwaltung habe sich das Freizeitbecken inzwischen komplett von selbst entleert. Das Becken müsste sofort mit Wasser gefüllt und der laufende massive Wasserverlust während der Winterzeit ständig ausgeglichen werden. Die entstehenden Frostschäden an den Fliesen würden sonst dazu führen, dass das Becken nicht mehr betrieben werden könne, außer es werde neu gefliest.

Teilweise Stilllegung kaum praktikabel

Es stelle sich auch die Frage, ab welcher Menge an Wasserverlust und damit einhergehender Umweltbeeinträchtigung durch das Chlor der Stadtrat während der Badesaison Teile der Anlage stilllegen möchte. Ein solches Vorgehen sei schwer erklärbar und aus Sicht der Verwaltung auch nicht praktikabel. Sollte der Bauausschuss dem Stadtrat empfehlen, dem Antrag der CSU zuzustimmen, würden sich die Auftragsvergaben der Sanierung, die in der Sitzung beschlossen werden sollen, erledigen. Ebenso wäre das Bürgerbegehren hinfällig.

Ursprünglich sollte die Sanierung des Freizeitbeckens bereits laufen, um im Mai 2015 ganz normal in Betrieb zu gehen. Wegen der hohen Angebotspreise hatte sich der Stadtrat darauf verständigt, die Gewerke neu auszuschreiben, was gleichzeitig dazu geführt hatte, die Sanierung ins nächste Jahr zu verlegen.

Dass sich die Neuausschreibung gelohnt hat, zeigen die aktuellen Angebote. Nach Angaben der Verwaltung habe das neue Verfahren insgesamt eine Kostenreduzierung um circa 146 000 Euro gebracht. Sollte der Bauausschuss und der Stadtrat den CSU-Antrag ablehnen, können die Gewerke noch heuer vergeben werden. Aus Sicht der Verwaltung gebe es keine Gründe, die, wie von der CSU gefordert, eine erneute Aufhebung der Gewerke rechtfertigen würden.

Unabhängig von der Frage der Rechtmäßigkeit eines Beschlusses zur erneuten Aufhebung der Ausschreibungen sei bei einer Verschiebung der Maßnahme in den Herbst 2015 erneut mit höheren Angebotspreisen zu rechnen. ga