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»Wir wollten zeigen, dass wir uns was überlegt haben«

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So könnte das neu gebaute Jugendzentrum nach den Vorstellungen der Initiatoren des Bürgerbegehrens einmal aussehen.
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Die Stadt hat ein riesiges Fassadenbanner an der Güterhalle angebracht. Es zeigt auf fast 24 Metern, wie die sanierte Güterhalle mit Jugendzentrum aussehen könnte.

Traunstein – Noch eine Woche bis zu den Bürgerentscheiden in der Großen Kreisstadt: Da versuchen beide Seiten noch einmal, die Traunsteiner Wähler für ihre Ideen und Vorstellungen zu gewinnen. Die Stadt hat am Gebäude der ehemaligen Güterhalle ein riesiges Fassadenbanner angebracht. Und die Initiatoren des Bürgerbegehrens haben Pläne für einen Neubau ausgearbeitet, »weil uns immer vorgeworfen wird, dass wir nur dagegen sind und keine Vorschläge bringen«, sagt Konrad Baur, einer der Initiatoren des Bürgerbegehrens.


Das von ihm und Bauingenieur Maximilian Röde ausgearbeitete Jugendzentrum ist 15 mal 15 Meter groß, »das wäre eine Nutzfläche von 220 Quadratmetern für die Jugend«, sagt Konrad Baur. Das Gebäude hat zwei Stockwerke mit verschiedensten Räumen – ein großer Aufenthaltsraum, Toiletten, ein Musikraum, ein Leseraum, Büros und einiges mehr – sowie eine schöne Dachterrasse. »Dabei haben wir uns vor allem an den Vorgaben des Bayerischen Jugendrings, Wünschen der Jugendlichen und auch an Vergleichsobjekten im Umkreis orientiert«, erläutert Mitinitiatorin Isabelle Thaler. Und Konrad Baur ergänzt: »Das Gebäude könnte – auch unter Berücksichtigung der Abstandsflächen zur Bahn – auf dem Grundstück der jetzigen Güterhalle gebaut werden.« Die Kosten für diesen »modernen Neubau« beziffert er auf rund eine Million Euro, der Abriss der Güterhalle komme auf 110 000 Euro. »Das haben wir berechnen lassen«, sagt Konrad Baur.

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»Ein Gebäude, das so gebaut werden könnte«

Dass seine und Maximilian Rödes Planungen für das Jugendzentrum reine Theorie sind, ist Konrad Baur selbstverständlich bewusst. »Wir wollten einfach zeigen, dass wir uns was überlegt haben«, sagt er. »In der Praxis würde natürlich die Stadt das Jugendzentrum planen. Doch es ist ein Gebäude, das so gebaut werden könnte«, betont er.

Konrad Baur ist der Meinung, dass die Jugendlichen bei einem Neubau schneller ein Jugendtreff haben als bei einer Sanierung der Güterhalle. Zum zeitlichen Ablauf sagt er: »Wenn nach dem Bürgerentscheid mit dem Abriss der Güterhalle und den Planungen für den Neubau begonnen wird, dann könnte im Frühjahr 2017 mit dem Bau begonnen werden. Wir gehen von acht Monaten Bauzeit aus, die Jugendlichen könnten also im Herbst 2017 einziehen.«

»Bahn müsste Abriss zustimmen«

Das bezweifelt die Stadt. Einem Abriss der Güterhalle müsste die Bahn erst einmal zustimmen, sagt Pressesprecherin Carola Westermeier. »Außerdem sind hier strenge Auflagen wegen der über dem Gebäude verlaufenden Oberleitung zu erwarten.« Des Weiteren müsse sich die Stadt – anders als bei privaten Bauherren – an die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure halten. »Sie sieht insgesamt neun sogenannte Leistungsphasen vor. Die Umsetzung dieser Leistungsphasen ist mit einem enormen Zeitaufwand verbunden.« Ein Einzug im Herbst 2017 sei also nahezu unmöglich, zumal es die Mitglieder des Stadtrates sind, die hier jeden Schritt zu entscheiden haben.

So könnte die sanierte Güterhalle einmal aussehen

Die Stadt hat am Gebäude der ehemaligen Güterhalle derweil ein riesiges Fassadenbanner angebracht. Es zeigt auf fast 24 Metern Länge, wie die sanierte Güterhalle mit einem modernen Jugendzentrum aussehen könnte. Außerdem findet bis 7. April eine Ausstellung über das geplante Jugendzentrum in der Güterhalle im Kulturzentrum statt. Sie ist montags bis donnerstags jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Auch am morgigen Lindlsonntag ist der Besuch der Ausstellung möglich, dann von 10 bis 16 Uhr. KR