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»Wir wollen uns von unserer besten Seite zeigen«

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Foto: Bezirk Oberbayern

Seeon-Seebruck – Die Speisekarten sind geschrieben, der Hubschrauberlandeplatz vorbereitet und der provisorische Mobilfunkmast aufgestellt: Kloster Seeon ist bereit für das Medienereignis, das vom 4. bis zum 6. Januar in seinen Mauern stattfindet. Dann wird sich dort die CSU-Landesgruppe im Bundestag zu ihrer alljährlichen Winterklausurtagung treffen, die bislang immer in Wildbad Kreuth am Tegernsee tagte.


Im kommenden Jahr wird nun zum ersten Mal das Kultur- und Bildungszentrum des Bezirks Oberbayern am Seeoner See im Chiemgau den Rahmen für die Versammlung der CSU-Politiker bilden und damit die Aufmerksamkeit der deutschen Medien auf sich ziehen. »Ich bin gut vorbereitet und daher nicht nervös«, beschreibt Gerald Schölzel, Leiter von Kloster Seeon, seinen aktuellen Gemütszustand. Immerhin arbeitet er bereits seit gut einem halben Jahr mit dem Organisationsteam aus Berlin zusammen, um das Ereignis vorzubereiten.

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Der Ablaufplan umfasst stolze 34 Seiten

Stolze 34 Seiten umfasst der Ablaufplan, den die Gruppe erstellt hat und in dem unter anderem die Dienstpläne und die Vorgaben für alle Räume erfasst sind. Am zweiten Januar – zwei Tage vor der Klausur – wird das Team aus Berlin endgültig anrücken, um vor dem Start noch einmal alles zu überprüfen. Dann werden auch zum letzten Mal die Lieferanten eingelassen, die Waren für die Kühlhäuser bringen. »An den Klausurtagen selbst dürfen nur noch der Bäcker und der Gemüsehändler hinein, um frische Waren zu bringen«, erklärt Schölzel.

Die Vorsichtsmaßnahme ist Teil des umfangreichen Sicherheitskonzepts, das für Kloster Seeon erarbeitet wurde. Schließlich werden dort nicht nur die Bundespolitiker der CSU, sondern auch hochrangige Gäste eintreffen, unter ihnen die norwegische Ministerpräsidentin Erna Solberg.

Zum Schutz der Politiker sind rund um die Uhr 30 bis 60 Polizisten im Einsatz. Hinzu kommen die Leute vom Personenschutz, die zusammen mit den jeweiligen Politikern anreisen werden. Die Lage auf einer Halbinsel ist dabei ein entscheidender Vorteil des neuen Tagungsorts, da sich der See gut überwachen lässt. Zwei Boote der Wasserschutzpolizei in Prien werden zu diesem Zweck auf dem Seeoner See ihre Runden ziehen, falls dieser nicht zugefroren ist. Gerald Schölzel weiß, dass die Seelage auch ein großer Pluspunkt bei der Bewerbung von Kloster Seeon als neuer Ort der CSU-Klausur war. »Das hat womöglich sogar den Ausschlag gegeben«, vermutet er.

Doch noch andere gewichtige Gründe sprachen für den Tagungsort im Chiemgau. So bietet Kloster Seeon zum Beispiel die Möglichkeit, die verschiedenen Personenkreise – Politiker, Journalisten, Sicherheitsleute und weitere Begleitpersonen – getrennt voneinander unterzubringen. Und – worauf Schölzel nicht ohne Stolz verweist: Das Kultur- und Bildungszentrum des Bezirks Oberbayern ist erst in diesem Jahr als bestes Tagungshotel Deutschlands ausgezeichnet worden. Der Hotelier ist sich nicht zuletzt deswegen sicher, dass sein Team die Herausforderung meistern wird.

»Nichts dem Zufall überlassen«

Mittlerweile wurden auch die letzten Hürden genommen, die einem reibungslosen Ablauf noch entgegenstanden. So wurde die LAN- und WLAN-Versorgung sichergestellt und das Mobilfunknetz erweitert, indem man zusätzliche Leitungen schaltete und einen mobilen Sendemast installierte. Ein eigens eingerichteter Presseraum bietet jetzt für die Dauer der Tagung 60 Arbeitsplätze für Journalisten. Bis zu 150 Medienvertreter aus ganz Deutschland werden zu der Veranstaltung erwartet, und mit ihnen zehn bis zwölf Übertragungswagen.

Damit die Fernsehbilder auch attraktiv werden, hat das Organisationsteam schon einen passenden Platz für die Interviews mit den Politikern gewählt: mit Blick auf den See und die barocken Zwiebeltürme der Klosterkirche. »Da darf nichts dem Zufall überlassen werden«, schmunzelt Schölzel. Das bekamen auch einige Bäume zu spüren, die für die bessere Durchsicht etwas beschnitten wurden. Und das gilt auch für eventuelle Demonstrationen, die im Hinblick auf die Klausurtagung stattfinden könnten. Hierfür musste extra eine Wiese neben dem Hotelgelände angemietet werden, damit die Demonstranten – wie es gesetzlich vorgeschrieben ist – in Sichtweite zu Kloster Seeon protestieren können.

Hotelchef Gerald Schölzel hofft jedenfalls, dass seine prominenten Gäste den neuen Komfort an ihrem Klausurort genießen werden. »Es ist ja kein Geheimnis, dass die Zimmer in Wildbad Kreuth doch sehr, sehr einfach waren«, bemerkt er spitzbübisch. Da könnte Kloster Seeon auf jeden Fall punkten. Das Einzige, was er sich für die kommende Veranstaltung jetzt noch wünscht, ist ein reibungsloser Ablauf ohne Zwischenfälle – und etwas Schnee: »Wir wollen uns ja schließlich von unserer allerbesten Seite zeigen.« fb