weather-image
24°

»Wir wollen nicht alles auf den letzten Drücker machen«

4.0
4.0
Bildtext einblenden
Für die Landesgartenschau 2022 sollen die Parkplätze am Karl-Theodor-Platz unter der Erde verschwinden. Auf der Tiefgarage wird dann ein öffentlicher Park entstehen, der die Sicht auf die Salinenhäuser freigibt. Der jetzige Baumbestand soll im Rahmen der Pläne möglichst erhalten bleiben. (Foto: Poschinger)

Traunstein – Kaum ist die Landesgartenschau 2022 vergeben, macht sich die Stadt Traunstein als Ausrichter auch schon an die Planungen. »Wir müssen es nun zügiger und komprimierter durchführen als normal üblich«, erklärt Elmar Schwäbisch, federführend zuständig für das Thema Landesgartenschau bei der Stadtverwaltung. Gerade einmal sieben Jahre Zeit bleiben dafür, weniger als andere Städte zur Verfügung haben. »Wir wollen nicht alles auf den letzten Drücker machen«, gibt Schwäbisch das Tempo für die nächsten Jahre vor.


Gleich nach Ostern stehen für den Stadtplaner erste Gespräche mit der Gesellschaft zur Förderung der bayerischen Landesgartenschauen in München an. Dann werden die weiteren Schritte besprochen und ein Zeitplan festgelegt. Unter anderem muss möglichst schnell eine Gesellschaft in Traunstein gegründet werden, die sich um die weiteren Schritte kümmert. Spätestens 2016 soll es die ersten Ausschreibungen und Wettbewerbe geben, um die für die Landesgartenschau notwendigen städtebaulichen Maßnahmen mit kreativer Vielfalt umsetzen zu können.

Anzeige

Aufwändigstes Projekt wird die Maßnahme am Karl-Theodor-Platz sein. Dort werden die Parkplätze unter die Erde gelegt und auf der Fläche ein großer Park angelegt. »Das ist das Erste was wir konkret angehen müssen«, so Schwäbisch. Sowohl die verkehrstechnischen Planungen mit Zufahrten zur Tiefgarage sind sehr umfangreich, als auch die Berücksichtigung von Statik und Grundwasser.

Weiteres wesentliches Element der Landesgartenschau, die unter dem Motto »Salz, Wasser, Landschaft« steht, wird der Bereich der Salzmanninsel sein. Die dortigen Gewerbehallen hat die Stadt bereits verkauft. »Die Betreiber müssen sich nun nach einem neuen Grundstück umsehen.« Sobald der Gewerbebetrieb umzieht, wird die Halle abgerissen, das Gelände modelliert und anschließend neu angepflanzt.

Weitere Planungen umfassen die Schaffung eines Salinenparks dort, wo jetzt noch die Franz-Eyrich-Halle steht. »Diese wird demnächst abgerissen«, so Schwäbisch. Einen genauen Zeitplan gibt es dafür aber noch nicht. Insgesamt sollen für die Landesgartenschau die Grünflächen im Stadtgebiet besser miteinander verbunden werden, sodass vom Bahnhof zur Traun, entlang des Mühlbachs und vom Wochinger Spitz wieder zum Bahnhof ein »grüner Ring« um die Innenstadt entsteht.

In den Prozess der weiteren Planungen sollen auch die Bürger wieder eingebunden werden. Von Vorteil ist in diesem Zusammenhang die Erstellung eines Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts, mit dessen Bearbeitung vom Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung eine Bürogemeinschaft beauftragt worden ist.

16,5 Millionen Euro an Investitionen und 9,5 Millionen Euro an Kosten für die Durchführung werden auf Traunstein zukommen: »Die Durchführungskosten werden sich durch die Veranstaltung selbst decken. Darüber hinaus sind bis zu 3,6 Millionen Euro an Zuschüssen vom Umweltministerium zu erwarten, und wir können mit weiteren Mitteln aus der Städtebauförderung rechnen«, gibt sich Christian Kegel optimistisch. Außerdem sei dies kein Ausgabeposten, der innerhalb eines Jahres gestemmt werden müsse, sondern sich über einen langen Zeitraum erstrecke. Die geschätzten jährlichen Pflegekosten der neuen Grünanlagen werden auf 38 000 Euro geschätzt. apo