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»Wir wollen keinen Luxusbau«

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Traunstein. Die neuen Gesamtkosten von rund 17,877 Millionen Euro für die Generalsanierung und den Teilneubau am Johannes-Heidenhain-Gymnasium Traunreut segnete der Kreisausschuss unter Vorsitz von Landrat Siegfried Walch ohne Gegenstimme ab.


Der Betrag setzt sich zusammen aus der im Februar 2013 vom Kreistag genehmigten Summe von etwa 17,526 Millionen Euro und Mehrkosten aufgrund erhöhter Einheitspreise bei den Baumeisterarbeiten und baulicher Änderungen von 351 576,87 Euro, was einer Erhöhung von 2,36 Prozent entspricht. Dazu meinte Walch: »Das ist kein Pappenstiel, bedeutet aber auch keine Berliner Verhältnisse.« An anderer Stelle hob er heraus: »Wir wollen keinen Luxusbau, sondern ein energetisch-saniertes Haus.« Ursprünglich sollte das im Oktober 2011 vom Kreistag verabschiedete Projekt rund 15,4 Millionen Euro kosten.

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Maßnahmen in Höhe von 90 000 Euro abgelehnt

Die Arbeitsgruppe Gebäudemanagement hatte das Projekt unter die Lupe genommen. Ihre Anregungen übernahm der Kreisausschuss eins zu eins. Neben den durch schlechteren Baugrund, neue Erkenntnisse in der Ausführungsplanung und andere notwendige Änderungen höheren Baumeisterkosten bewilligte der Kreisausschuss lediglich diverse Änderungen im Bereich Lüftung mit einem Volumen von circa 16 500 Euro sowie bei der Steuerung der Lüftungsanlage bei Kosten von 37 000 Euro, jeweils ohne Nebenkosten. Abgelehnt wurden Maßnahmen im Wert von mehr als 90 000 Euro. So entfällt eine mobile Trennwand für die Mittagsbetreuung. Dazu der Landrat in der Diskussion: »Gymnasiasten und Realschülern ist es zuzumuten, an einem Tisch zu sitzen.« Der Blendschutz in der Aula entfällt ebenso wie ein Glasgeländer. Walch hierzu: »Ein normales Geländer tut es auch.« Weiterhin gestrichen sind ein Kunstraum mit Oberlichtverglasung und die Kostenanpassung für den Bereich »Hebeanlage Fettabscheider«.

Die vom Kreisausschuss aufgehobene Ausschreibung der Baumeisterarbeiten wurde laut Walch kürzlich wiederholt. Wiederum wurde die Kostenberechnung überschritten – allerdings um 185 000 Euro weniger. Unter dem Strich summieren sich die Steigerungen bei den Baumeisterarbeiten auf knapp 330 000 Euro. Diese Position liegt bis auf Weiteres auf Eis. Die Hoffnung ist, die Mehrkosten durch Einsparungen an anderen Gewerken der Großbaumaßnahme auffangen zu können.

»Alles herausgenommen, was Wunsch der Schule war«

Die extern ermittelten Kosten hausintern auf den Prüfstand zu stellen, forderte Sepp Hohlweger (Bündnis 90/Die Grünen). Walch meinte dazu: »Natürlich wird alles im Landratsamt überprüft. Fairerweise muss man allerdings sagen, dass bei diesem Bauprojekt Kostensteigerungen nicht auszuschließen sind.« Waltraud Wiesholler-Niederlohner (SPD) konstatierte: »Wir haben praktisch alles herausgenommen, was Wunsch der Schule war.« Vieles werde man streichen müssen, manch anderes sei aber sinnvoll. Im Nachhinein nachzurüsten, sei auch nicht optimal. Solche Maßnahmen kostenmäßig zu deckeln, bringe nichts, trug Franz Parzinger (CSU) bei. Er warnte ebenfalls vor Nachrüsten – das dann das Dreifache koste. Wichtig sei, den Bau fortzuführen: »Das meiste Geld kostet der Stillstand.« Dank an die Arbeitsgruppe richtete Karl Kaditzky (CSU). Auf einen Einwand von Willi Geistanger (Bündnis 90/Die Grünen) erwiderte der Landrat, Aufgabe der Fachleute sei es, vorher realistische Kosten zu nennen. Der Bauherr versuche dann, die Kosten im Rahmen zu halten. kd