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»Wir werden irgendwo Parkraum brauchen«

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Traunstein – Die Ergebnisse einer Unternehmerbefragung stellte Jürgen Pieperhoff, Geschäftsführer des Stadtmarketings Traunstein, in der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses vor.


Das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) hätte für Traunstein erste gute Ideen gebracht – bis die Diskussion auf das Thema Parken gekommen ist, so Pieperhoff. Dann seien die Wirtschaftsverbände nervös geworden. Gemeinsam mit der Werbegemeinschaft Traunstein, dem Gewerbeverband Traunstein und Umgebung, dem Einzelhandelsverband und dem Stadtmarketing wurden daraufhin im August 400 Unternehmen in der Innenstadt befragt.

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Ziel war es zum Beispiel, zu erfahren, wie viele Mitarbeiter in den Unternehmen beschäftigt werden. Insgesamt sind es 2297 Mitarbeiter, 1457 sind Vollzeitkräfte. »Das zeigt, dass wir gut strukturierte Unternehmen in der Innenstadt haben«, so Pieperhoff. Eine weitere Frage befasste sich damit, wie die Mitarbeiter zur Arbeitsstelle kommen. »Das größte Mittel ist das Auto«. 57 Prozent der Mitarbeiter fahren mit dem Auto zu ihrem Arbeitsplatz, 19 Prozent mit dem Rad, 18 Prozent gehen zu Fuß und nur sechs Prozent nutzen öffentliche Verkehrsmittel.

Ein Drittel der Kunden kommt aus Traunstein, zwei Drittel aus der Umgebung, so das Ergebnis einer weiteren Frage. Auch hier kommt der Großteil mit dem Auto in die Große Kreisstadt. Laut Pieperhoff zeigt das, dass »das Auto aus Sicht der Wirtschaft eine primäre Bedeutung hat«. Man müsse sich trotzdem die Frage stellen: »Warum kommt das Umland hierher und warum ist Traunstein für das Umland so attraktiv?«

Außerdem wurden die Unternehmer befragt, wie groß der Jahresumsatz ihrer Firma ist. Mehr als 60 Prozent gaben an, dass dieser unter 500 000 Euro liegt. »Das ist eine gefährlich kleine Größe«, so Pieperhoff. Deutschlandweit würden viele Unternehmen sterben, vor allem viele kleine Fachgeschäfte gingen verloren.

Oberbürgermeister Christian Kegel betonte, dass die Ergebnisse der Befragung sehr wichtig seien. Was das Thema Parken betreffe, habe auch schon ISEK gezeigt, dass es Bedarf in Traunstein gebe. Kegel sagte auch, dass der Handel in Traunstein nicht weniger werden dürfe. Er versprach, man werden sich bemühen, was das Thema Parken betrifft, Abhilfe zu schaffen. »Tatsache ist, wir werden irgendwo Parkraum brauchen.«

Thomas Miller, Vorsitzender der Werbegemeinschaft, sagte ergänzend zu den vorgestellten Ergebnissen, dass man sich die Parkplatzsituation in der Innenstadt genauer angeschaut habe. So gibt es in Zentrumsnähe nur 1500 Parkplätze, nimmt man die äußeren Bereiche dazu, würde man auf 3000 kommen.

Waltraud Wiesholler-Niederlöhner (SPD) berichtete, dass in Traunstein in den vergangenen Jahren viele kleine Geschäfte weggebrochen seien. Auf die »kleinen, feinen Geschäfte, die Traunstein liebenswert zum Einkaufen machen,« müsse man ein Auge legen. Auch das Thema Parkplätze sei schon immer ein Problem gewesen. So sei die Innenstadt schon in den Morgenstunden zugeparkt – vor allem im Bereich des Karl-Theodor-Platzes. Dr. Christian Hümmer (CSU) sprach an, dass nicht nur die Anzahl der Parkplätze, sondern auch deren Lage entscheidend sei.

Fazit der Sitzung war, dass das Thema Parken die Stadt Traunstein auch in Zukunft noch weiter beschäftigen wird. Von den Ergebnissen der Unternehmerbefragung nahm das Gremium einstimmig Kenntnis. jar