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»Wir waren einfach zu gutgläubig«

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Taio, Cyrill und Currygold, drei der vier Ponys, die die Familie Burghartswieser in gutem Glauben verkauft hat.

Teisendorf – In gutem Glauben, dass es ihre vier Minishetlandponys in einem Familienpark in Baden-Württemberg richtig gut haben werden, hat die Familie Burghartswieser aus Teisendorf das tierische Quartett verkauft. Doch dann stellte sich heraus, dass die Käufer, die die Ponys mitnahmen, gar nicht von dem Familienpark kamen. Wo die Tiere tatsächlich sind, ist völlig unklar – und wird es vermutlich auch bleiben. Die Teisendorfer Familie will darum auch andere Züchter warnen.


»Wir haben uns richtig nett mit den Käufern unterhalten«, erinnert sich die 25-jährige Laura Burghartswieser an das Gespräch mit einem Mann, einer Frau und einem Kind. Auf den Bauernhof ihrer Eltern in Teisendorf kommen immer wieder potenzielle Ponykäufer, schließlich züchtet die Familie die Tiere und inseriert immer mal wieder. Die Burghartswiesers schauen sich die Kaufinteressenten jedes Mal genau an, schließlich wollen sie ihre Miniponys nur in gute Hände geben. »Wir schlafen immer ein Nacht drüber, bevor wir einen Kaufvertrag abschließen«, erklärt Laura Burghartswieser. Der Verkauf an Händler etwa oder einen Zirkus kommt für sie nicht in Frage.

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Als der Mann zusammen mit zwei Begleitern am Tag nach dem ersten Kontakt wiederkam, um die vier Ponys Currygold, Cyrill, Taio und Taro – alle etwa ein Jahr alt – abzuholen, hatte die Familie Burghartswieser ein gutes Gefühl. Die Südländer zeigten Bilder von »ihrem« Familienpark her, von Kamelen zum Beispiel und vom Stall. »Sie boten uns an, sofort nach der Ankunft Fotos von den Ponys in ihrem neuen Heim zu schicken.«

Doch dann ließen die Fotos auf sich warten. Die Teisendorfer riefen bei dem Familienpark an – und fielen aus allen Wolken, als dort niemand etwas von dem Kauf wusste. Die Fotos, die die Burghartswiesers sahen, sind alle auf der Internetseite des Parks zu finden.

»Wir sind auf üble Betrüger hereingefallen«, resümiert Laura Burghartswieser. Die Angst um ihre »Schmuseponys«, wie sie sie nennt, ist groß. Ihre Familie schaltete darum die Polizei ein. »Die Beamten haben gesagt, das sei arglistige Täuschung. Da müssten wir einen Anwalt einschalten«, erzählt Laura Burghartswieser. Das will die Familie aber nicht tun – schließlich ist es auch nach Einschätzung der Polizei wenig aussichtsreich, die Ponys wieder aufzuspüren. Wo sie jetzt sind, darüber lässt sich nur mutmaßen. »Die Käufer haben einen guten Preis für die Ponys gezahlt, darum glaube ich nicht, dass sie beim Metzger gelandet sind«, sagt Laura Burghartswieser. Für am wahrscheinlichsten hält sie es, dass die Tiere bei einem Händler oder im Zirkus sind.

Um die Ponys doch noch zu finden, aber auch, um andere zu warnen, hat Laura Burghartswieser Fotos des Pony-Quartetts auf Facebook veröffentlicht und dort ihre Geschichte erzählt. Die Resonanz war groß. »Viele haben das schlimm gefunden, andere haben von ähnlichen Erlebnissen berichtet«, erzählt die 25-Jährige. Auf die Spur ihrer Tiere hat der Aufruf im Internet die Teisendorfer aber noch nicht gebracht.

Die Familie Burghartswieser wird in Zukunft vorsichtiger sein beim Verkauf ihrer Ponys, sich etwa ein Kopie des Personalausweises geben lassen. »Wir waren einfach zu gutgläubig«, sagt Laura Burghartswieser. san