»Wir stehen in den Startlöchern«

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Reit im Winkl ist bestens vorbereitet für den Winter – jetzt muss es nur noch richtig schneien, damit die Loipen auch gespurt werden können. (Foto: Eisele Hein)

Landkreis Traunstein – Kein Hallensport, kein Mannschaftssport, kein Krafttraining im Fitnessstudio und kein Schwimmen in den Hallenbädern: Die Coronavirus-Pandemie hat die Amateursportler in den vergangenen Wochen erneut erheblich ausgebremst. Nur der Individualsport im Freien allein, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Hausstands ist weiter gestattet.


Als Individualsportart wird auch das Langlaufen angesehen – und gerade in unserer Region gibt es viele wunderschöne Loipen für beide Stile, also klassisch oder Skating. Wir haben uns im Landkreis umgehört, wie sich die Gemeinden auf die nahende Wintersaison in Sachen Langlaufen vorbereiten.

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»Wie so viele andere auch hängen wir ziemlich in der Luft,« sagt Gerhard Steinbacher, der Geschäftsführer der Inzeller Touristik GmbH. Allerdings hat er für alle Wintersportfreunde auch gute Nachrichten: »Wir stehen in den Startlöchern.« Sprich die Vorarbeiten für die Langlaufloipen sind längst gemacht.

»Jetzt muss nur noch der Schnee kommen«, betont Steinbacher. Und die Urlauber. »Unser Loipennetz über 80 km werden wir ohne Touristen nicht komplett vorhalten können«, macht er deutlich. Bleibe das Beherbergungsverbot in der jetzigen Form bestehen, dann werde es zwar ein Grundangebot an Loipen geben, aber eben nicht das komplette Netz in und um Inzell zur Verfügung stehen. »Wir müssen jetzt einfach die weiteren Entscheidungen abwarten«, fügt Steinbacher hinzu. Aktuell gelten die Corona-Bestimmungen in Bayern ja bis 10. Januar.

Beim Langlaufen hat Steinbacher aber keine großen Bedenken in Sachen Infektionsrisiko. »Man ist in der freien Natur und man kann gut Abstand halten«, findet er. Im Loipennetz der Gemeinde sei zudem ohnehin eine Laufrichtung vorgeschlagen. »Das werden wir dann auch verstärkt kommunizieren.« Steinbacher appelliert dabei aber auch an die Vernunft der Sportler: »Jeder muss dann seinen Teil dazu beitragen.«

Auch Frank Oette, der Geschäftsführer der Ruhpolding Tourismus GmbH, macht deutlich, dass ohne Touristen in und um Ruhpolding nicht das ganze Netz gespurt werden kann. Auch in Ruhpolding ist man auf alle Szenarien vorbereitet. »Wir haben verschiedene Pläne entwickelt«, betont er. Sollten weiterhin keine Touristen kommen dürfen, »dann werden wir ein eingeschränktes Loipennetz anbieten, denn auch die Einheimischen sollen sich bewegen können«, hebt er hervor. »Wir müssen jetzt abwarten, was Corona zulassen wird.« Sicher ist: Es wird auch für die Loipen ein Hygienekonzept geben. Entsprechende Schilder und Hinweise sollen dann klar regeln, wie etwa die Laufrichtung sein wird oder wann und wo ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden muss.

»Wir sind für den Winter gerüstet«, betont auch Florian Weindl, der Leiter der Tourist Information Reit im Winkl. »Wir werden vielleicht auch nicht unser Netz im vollen Umfang anbieten können, aber der Kernbereich wird gespurt«, verspricht er. Es gibt dann auch wieder die Flutlichtloipe, die am Dienstag und am Donnerstag geöffnet hat. Und Reit im Winkl bietet auch eine Kinderloipe an.

Zudem seien in und um Reit im Winkl freilich auch die gewalzten Winterwanderwege geöffnet und auch einige Schneeschuhtouren werden wieder angeboten. »Corona-bedingt haben wir unser Angebot bei den Schneeschuhtouren sogar von fünf auf sechs erweitert«, hebt Weindl hervor. In diesem Winter wird es erstmals auch eine Tour vom Ort aus auf die Hindenburghütte geben.

Auch bei den Loipen wird es eine Änderung geben. »Wir verbreitern teilweise die Spuren, damit die Abstände auch eingehalten werden können«, betont Weindl. »Damit gibt es keine Staustellen.« Er hofft mit all den Neuerungen und Corona-Maßnahmen, dass »wir unseren Anspruch, ein guter Wintersport-Ort zu sein, erfüllen können«. Letztlich betont Weindl aber auch: »Es weiß niemand, was kommen wird.«

Langlaufloipen gibt es auch in Ober- und Unterwössen sowie Schleching. Elisabeth Keihl, die Chefin von Achental Tourismus, betont: »Wir werden auf jeden Fall spuren, das ist klar – vorausgesetzt wir bekommen einen Winter.« Sie findet, dass man beim Langlaufen »an der frischen Luft ist und auch gut den Abstand halten kann«. Aktuell sei noch nicht entschieden, ob man ein Einbahnsystem hinbekommen werde. Der Vorteil liegt bei einer solchen Regelung auf der Hand: »Damit würde man sich nicht permanent begegnen.«

In Traunstein gibt es die Tobias-Angerer-Loipe auf dem Hochberg, die Langlaufloipe Kammer-Rettenbach, die Langlaufloipe Wolkersdorf und die Langlaufloipe Haslach. Die Mitarbeiter des Bauhofs werden in den kommenden Tagen die Loipe am Hochberg abstecken und anschließend die anderen Loipen, sofern dies nicht schon geschehen ist. Sobald es die Schneelage zulässt, wird das städtische Loipenspurgerät zum Einsatz kommen und es werden die Spuren für die Langläufer präpariert.

»Wir sind sehr gut gerüstet und freuen uns auf viele Schneeflocken, die uns heuer hoffentlich nicht nur weiße Weihnachten bescheren, sondern auch den Sport in der Natur abseits der Piste ermöglichen«, betont Traunsteins Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer auf Nachfrage.

Auch in Nußdorf gibt es eine wunderschöne Langlaufloipe. Diese wird ehrenamtlich von der DJK Nußdorf betreut. »Wenn Schnee kommt, dann spuren wir«, verspricht der DJK-Vorsitzende Franz Aigner und er ergänzt: »Ich wüsste jetzt auch nicht, was dagegen sprechen sollte.« SB

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