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»Wir sind sehr dankbar, hier sein zu dürfen«

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»Wir lieben Syrien« sangen die Asylbewerber beim Gesprächsabend, den der Siegsdorfer Helferkreis Asyl im Eisenärzter Marienheim veranstaltet hatte. (Foto: Plützer)

Siegsdorf – »Wir sind sehr dankbar, hier bei Ihnen sein zu dürfen. Bitte sagen Sie das auch Ihrer Regierung«. Mit diesen Worten empfing Mohammad aus Syrien in englischer Sprache den Siegsdorfer Helferkreis Asyl in seinem neuen Zuhause, dem Marienheim in Siegsdorf. Zu dem lockeren Gesprächsabend, den der Helferkreis mit den Neuankömmlingen abhalten wollte, hatten Letztere ein großes Buffet für die völlig überraschten Helfer vorbereitet.


»Das ist wirklich überwältigend«, sagte Marlis Neuhierl-Huber, die seit drei Wochen ehrenamtlich Deutsch-Unterricht in der gemeindeeigenen Flüchtlings-Einrichtung gibt. Den ganzen Tag über hatten die neuen Bewohner des Marienheims gekocht und vorbereitet, um ihre deutschen Helfer mit einem dicken Dankeschön empfangen zu können. Jetzt präsentierten sie voll Stolz die verschiedensten arabischen Köstlichkeiten.

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Da wurden gleich sämtliche Sprachkenntnisse auf allen Seiten herausgefordert, denn natürlich wollten die begeisterten deutschen Verkoster gerne alle Zutaten wissen. Was heißt zum Beispiel »Dattel« auf Arabisch? Und warum gilt die grüne Paste mit Bulgur nicht als Salat? Da war das Eis auch bei den Neuankömmlingen auf beiden Seiten schnell gebrochen, überall saß man an den langen Tafeln ins Gespräch vertieft. Nachbarn aus Eisenärzt waren zum ersten Mal vorbei gekommen, um die neuen Dorfbewohner näher kennen zu lernen.

Und auch Angelika Kühnhauser war natürlich mit von der Partie: Sie kümmert sich seit drei Monaten intensiv seitens der Siegsdorfer Gemeinde um die inzwischen 104 Syrer, darunter drei Frauen und 13 Kinder. »Uns war es als Gemeinde ein großes Anliegen, dass wir Flüchtlinge zugewiesen bekommen, die alle aus einem Land kommen«, sagt die Leiterin des Ordnungsamtes.

Eine Rechnung, die aufzugehen scheint: Die Bewohner verstehen sich alle sehr gut. Das bestätigt auch Max, der Mann der Security, der an diesem Abend gerade seinen Nachtdienst antrat und überall freudig begrüßt wurde. Viele bewegende Geschichten von der langen Flucht aus Syrien hat er schon gehört.

An diesem Abend aber sind alle voller Lebensfreude. Auch wenn Wehmut aufkommt, als sie gebeten werden, ein Lied aus ihrer Heimat zu singen. »Wir lieben Syrien«, übersetzt Mohammad. pp