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»Wir sind jetzt Hochschulstandort«

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Am Ende des Festaktes enthüllten (von links) Siegfried Walch, Lars Frormann, Herbert Loebe und Günther Goth das Hochschulemblem, das die neue Hochschule ab sofort tragen wird. (Foto: Artes)

Traunstein. »Das ist ein Meilenstein in der bildungspolitischen Entwicklung. Wir sind jetzt Hochschulstandort.« Landrat Siegfried Walch zeigte sich sichtlich erfreut über die neue Hochschule der Bayerischen Wirtschaft, die ab Herbst in Traunstein den Betrieb aufnehmen wird. Mit dieser Meinung ist er nicht allein. »Man muss den ländlichen Raum mit Bildung füllen«, stimmten ihm Klaus Steiner und Peter Ramsauer bei einer Feier zur Hochschuleröffnung im Landratsamt zu. Dabei wurde auch das Hochschulemblem übergeben.


Der Landkreis investiert jährlich rund 16 Millionen Euro in Bildung und die verschiedenen Schulen. »Ein akademisches Angebot, eine Hochschule, hat noch gefehlt«, so Walch. Er sei unglaublich stolz darauf, dass Traunstein ab Herbst eine Außenstelle der Hochschule der Bayerischen Wirtschaft betreiben wird. »Jeder Euro ist eine Investition in die Zukunft.«

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Drei praxisnahe Bachelor-Studiengänge starten zum Wintersemester 2014/15 in den Räumen des Bildungswerks der Bayerischen Wirtschaft (bbw) im Gewerbepark Kaserne. Das bbw ist auch Träger der neuen Hochschule, wie Hauptgeschäftsführer des bbw, Herbert Loebe, erklärte. Angeboten werden Betriebswirtschaft mit dem Schwerpunkt Internationales Management (Bachelor of Arts), Wirtschaftsingenieurwesen mit dem Schwerpunkt Logistik und Supply Chain Management (Bachelor of Engineering) und Maschinenbau mit dem Schwerpunkt Mechatronik (Bachelor of Engineering).

Die Studenten erwarten moderne Räume mit einer topmodernen Ausstattung, berichtete der Gründungspräsident der Hochschule Bayerische Wirtschaft, Lars Frormann. Unterrichtet werde in einem »Blendend-Learning-Konzept«, in dem es neben Präsenzphasen auch ein virtuelles Klassenzimmer gebe, in dem die Studierenden die Lernunterlagen via Internet beziehen. Ein Studium beginnen können alle, die entweder Abitur oder eine berufliche Fortbildung wie den Meisterabschluss haben. Somit habe sich, so Frormann weiter, auch das Angebot für Berufstätige, die keine klassische Hochschulzugangsberechtigung haben, deutlich verbessert.

Dass die Freude in Traunstein über die neue Hochschule sehr groß ist, brachte Zweiter Bürgermeister Hans Zillner zum Ausdruck. »Die Große Kreisstadt hat schon lange eine Schlüsselposition in der Region inne, sei es als Behörden- und Schulstadt, als Gesundheitszentrum oder als Einkaufsstadt.« Seiner Meinung nach sei Traunstein der richtige Standort für eine nicht-staatliche Hochschule, da sie das Bildungsangebot bereichere. Zudem werde laut Zillner mit dem Start »ein neues Kapitel in der Stadtgeschichte aufgeschlagen.«

Über die Wichtigkeit der Hochschule vor allem für die Wirtschaft, sprachen Klaus Steiner, Mitglied des Bildungsausschusses des bayerischen Landtags, und Peter Ramsauer, Vorsitzender im Ausschuss für Wirtschaft und Energie im Bundestag. Es sei sehr wichtig, dass der ländliche Raum mit Leben gefüllt wird, sagte Steiner. Wirtschaft funktioniere ohne Bildung nicht, ergänzte Ramsauer. »Berufliche Bildung muss mit der akademischen Bildung gleichgesetzt werden«, so Ramsauer weiter. Mit der neuen Hochschule habe man nun die Möglichkeit, »die klügsten Köpfe nach Bayern zu holen«.

Günther Goth, Vorsitzender des Vorstandes des Bildungswerkes der Bayerischen Wirtschaft, erklärte, warum die Hochschule gegründet wurde. Hauptargument sei der zunehmende Fachkräftemangel gewesen, dem man aktiv entgegenwirken wolle. Zudem soll der bayerischen Wirtschaft geholfen werden, die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. In vielen Mitarbeitern in Unternehmen steckten noch Potenziale, die nicht genutzt würden. Diese Mitarbeiter, so Goth, spreche die neue Hochschule an und liefere ihnen beste Aus- und Weiterbildungschancen für die Zukunft.

Am Ende des Festaktes enthüllten Lars Frormann, Günther Goth, Herbert Loebe und Landrat Siegfried Walch das Hochschulemblem, das die Hochschule ab sofort tragen wird. jar