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»Wir sind dick und schön«

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Für Stefan Dettl und LaBrassBanda war der Auftritt beim Chiemsee Summer ein Heimspiel. (Fotos: Artes)
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Rund 35 000 Besucher verfolgten den Auftritt von Rapper Casper auf der »Wilden Kaiser«-Bühne.

Übersee. Spätestens seit Beginn des Chiemsee-Summer-Festivals sind auch die kalten Temperaturen vergessen: Bei Jennifer Rostock, Madsen und Blink-182 wurde gesprungen, getanzt und mitgesungen, sodass jedem warm wurde.


Wem es draußen zu kalt wurde, der konnte sich in einem der großen Zelt auf dem Gelände wieder aufwärmen. Besonders gute Stimmung herrschte beim Auftritt des Berliner Sängers und DJ Fritz Kalkbrenner im »Hochgern«-Zelt, der die Stimmung zum Kochen brachte.

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Vor allem beim heimischen Publikum kam die Mundwerk-Crew aus Traunstein gut an, die in ihren Texten auch immer wieder Bezug auf die Region nahmen. Bei Rapper Casper schien das Festivalgelände fast aus »allen Nähten zu platzen« – zwischen 30 000 und 35 000 Besucher waren bei seinem Auftritt auf dem Gelände. Mindestens genau so viele waren es dann am späten Donnerstagabend auch noch, als es mit Blasmusik von LaBrassBanda erneut heimisch wurde. »Wir sind dick und schön«, schrie Frontmann und Trompeter Stefan Dettl in das Mikrofon. Erst begeisterte er das Publikum, dann riss er sein Hemd auf. Dettl forderte einen Extra-Applaus für die Securitys vor der Bühne, die bei so manchen Auftritten alle Hände voll zu tun hatten – was vom Publikum prompt umgesetzt wurde. Für LaBrassBanda war der Auftritt auf der »Wilden Kaiser«-Bühne quasi ein Heimspiel, denn die Gruppe stammt ursprünglich aus Übersee. Nicht nur beim jüngeren Publikum war der Auftritt gefragt, so mischten sich auch immer wieder Rentner unter die Besucher.

Neues Konzept kommt beim Publikum gut an

Generell herrscht beim Publikum eine sehr positive Stimmung. Waren viele am Anfang wegen des neuen Konzepts sehr skeptisch, so scheint dieses nun voll aufzugehen. Für jeden Musikgeschmack ist etwas dabei und der Veranstalter sagt sogar: »Es gibt so viel Reggae wie noch nie zuvor.« Auch Besucherin Steffi aus Frankfurt trauerte dem Chiemsee-Reggae-Summer zunächst hinterher, ist nun aber begeistert: »Ich war am Anfang etwas traurig, als ich gehört habe, dass es den Reggae-Summer nicht mehr gibt, aber jetzt bin ich vom neuen Konzept überzeugt.« Man würde sehen, dass es funktioniert und auch ein neues Publikum werde damit angesprochen, erzählt sie weiter.

Dass die gute Laune bei einem Festival niemals ausgeht, beweisen auch die Studenten Max und Florian aus der Nähe vom Kempten. Die beiden studieren Lehramt und haben gerade Semesterferien. Der 23-jährige Max fällt besonders auf: Er trägt nur Gummistiefel, einen Bikini und einen Pareo. »Der wird später mal Lehrer und passt auf eure Kinder auf«, schreit sein Freund Florian jedem zu, der an ihnen vorbei geht. Besonders gefreut haben sich die Studenten auf den Auftritt der Berliner Gruppe »Seeed«, die am Freitagabend spielte und die Festival-Besucher mit Reggae in ihren Bann zog.

Mit Spannung erwartet werden am heutigen Samstag der jamaikanische Reggae-Musiker Shaggy und der amerikanische Rapper Macklemore, der zusammen mit Ryan Lewis feinsten Hip-Hop auf die Bühne bringen wird. Versprochen wird den Festival-Besuchern ein Auftritt mit »totalem Ausnahmezustand mit allem, was eine Liveproduktion bieten kann.« Dazu gehören Luftschlagen, Konfetti, Tänzerinnen und Feuereinlagen. Spätestens mit diesen Einlagen sollte auch dem Letzten auf dem Festivalgelände heiß werden. jar

Blattl Sonntag Traunstein