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»Wir müssen was tun, ehe da was passiert«

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Viel Verkehr herrscht derzeit auf der Ausweichstrecke der gesperrten Staatsstraße. (Foto: Höfer)

Petting – Nicht zufrieden ist Pettings Gemeinderat mit der Situation an der Kreisstraße Waging-Teisendorf. Vor allem jetzt, wo die Staatsstraße nach Waging wegen Bauarbeiten gesperrt ist, herrscht dort reger Verkehr.


Es gibt dort eine 700 Meter lange Lücke im Radweg. Der Landwirt würde den Grund abtreten, wenn das Landratsamt dort eine 80-Stundenkilometer-Geschwindigkeitsbeschränkung erlässt. Das aber will man aus Sorge um Bezugsfälle nicht. Die andere Alternative: Ein Wirtschaftsweg entlang der Straße. »Als Radlfahrer bist dort a arme Sau«, brachte Elvira Kraller das Thema in die Sitzung ein, »wir müssen was tun, ehe da was passiert.«

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Das Landratsamt sehe die Obergrenze an Kosten erreicht, sagte Bürgermeister Karl Lanzinger, der kaum mehr Zugeständnisse erwartet. Gleichwohl werde er mit dem Landrat verhandeln. Allerdings gab das Gemeindeoberhaupt zu bedenken: »Der Wirtschaftsweg wäre letztlich für eine Person und somit ein Präzedenzfall.«

Jeder hier wisse, wie lange man sich schon »mit diesem Schmarrn« befasse, zeigte sich Andreas Götzinger ungeduldig und empfahl, »jetzt ein Risiko einzugehen«. »Wir müssen das im Kreuz haben«, pflichtete ihm Franz Vordermayer bei. Während der »Umgehungsphase« brauche es eine Geschwindigkeitsbeschränkung, forderte dritter Bürgermeister Thomas Stippel, »wir fürchten uns doch nicht vor dem Landratsamt. Wo samma denn?« Bürgermeister Lanzinger sagte zu, bis zur nächsten Gemeinderatssitzung Gespräche zu führen und dann zu berichten.

Neben einer Fischerhütte bei Brandhofen möchte das Wasserwirtschaftsamt ein künstliches Auengewässer anlegen, indem es die Götzinger Ache an zwei Stellen öffnet. Das 800 Quadratmeter große Areal gehört dem Freistaat Bayern und soll nach der Bauphase weitgehend der Natur überlassen werden. Dagegen hatte keiner Einwände.

Die Wasserwacht-Ortsgruppe Kühnhausen hatte die Gemeinden Kirchanschöring und Petting neuerlich um einen Zuschuss von je 600 Euro für Einsatzkleidung gebeten. Die zweimal 680 Euro zu Beginn des Jahres hatten nicht ausgereicht, um für alle Wasserretter Kleidung zu beschaffen. Bürgermeister Lanzinger erinnerte an den im Frühjahr geleisteten Jugendbeitrag von 350 Euro. Dennoch mochte man sich dem Wunsch der Ehrenamtlichen nicht verschließen. »Die Sache ist damit vorerst abgeschlossen«, beruhigte der Rathauschef, »so ein Antrag kommt nicht jedes Jahr.«

Rund 47 000 Euro kosten die Malerarbeiten am neuen Schulgebäude. Der Gemeinderat hätte gerne eine örtliche Firma beauftragt, doch die lag winzige 70 Euro über dem günstigsten Angebot. Weil Zuschüsse flössen, habe man an den Bestbietenden zu vergeben, erklärte Lanzinger. »Es ist so«, bekräftigte Ludwig Prechtl, aber auch bei dem günstigsten Anbieter handle es sich um eine zuverlässige Firma aus einer Nachbargemeinde.

Martin Häusl würde sich auch am neuen Friedhof einen Grüngutbehälter wünschen, während Lanzinger der Meinung ist, man könne »die paar Meter« auch gehen, denn am jetzigen Platz werde das Material mit Bagger verladen. Zusätzliche Körbe neben dem »Kerzlbehälter« könnte sich Kraller vorstellen. »Probieren wir es aus«, lenkte Lanzinger ein, »wenn es nicht funktioniert, ändern wir es.«

Bei gemeindeübergreifenen Projekten in Sachen schnelles Internet gäbe es zusätzlich 50 000 Euro Förderung, berichtete Christian Mayer. Erstens sei das Pettinger Projekt mit 1,2 Millionen Euro schon groß genug, und zudem sei man bereits im Vergabestadium, gab Reinhard Melz zu bedenken. Der Geschäftsleiter erinnerte daran, dass man zum Start genau darüber diskutiert und sich damals gegen eine größere Zusammenarbeit entschieden habe. »Das Projekt läuft«, schloss auch Lanzinger eine Änderung aus. Zur Erinnerung: Es geht dabei um das gesamte 30 Quadratkilometer große Gemeindegebiet. Schönram und Wasserbrenner sind schon versorgt. Für Petting selber gibt es keine Zuschüsse, weil dort die Verbindungen bereits schnell genug sind.

Ausdrücklich würdigte das Gemeindeoberhaupt die Arbeit von Hans Goldschalt. Der ehemalige Lehrer hatte 55 Jahre aus dem Gemeinderat und über Ereignisse in der Gemeinde berichtet. Nun hat Goldschalt diese Tätigkeit beendet. Karl Lanzinger hofft, dessen Einsatz bei passender Gelegenheit noch einmal öffentlich würdigen zu können und den Dank der Gemeinde auszusprechen. höf