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»Wir liegen mit dem Bauverlauf im Soll«

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Zwei Großbaustellen prägen derzeit das Bild auf dem Gelände der Jugendsiedlung. Die Jugendsiedlung baut ein »Haus für Kinder« in Holzbauweise (rechts) und das Unternehmen Pur Vital daneben ein Alten- und Pflegeheim (Hintergrund). (Foto: Gabi Rasch)

Traunreut. Die beiden Großbaustellen auf dem Gelände der Jugendsiedlung an der Adalbert-Stifter-Straße nehmen zunehmend Gestalt an. Auf dem Grundstück entsteht ein Alten- und Pflegeheim, das im November eröffnet werden soll. Daneben baut die Jugendsiedlung ein »Haus für Kinder«, das mit Beginn des Kindergartenjahres bezugsfertig sein soll.


»Wir liegen mit dem Bauverlauf im Soll«, erklärte Markus Mittermaier von der Objektgemeinschaft Mittermaier in Stephanskirchen, die vom Bauherrn und Betreiber des Alten- und Pflegeheims, dem Unternehmen Pur Vital, mit der Bauplanung beauftragt ist. Sofern das Wetter mitspiele, stehe der für November geplanten Eröffnung nichts mehr im Wege, sagte Mittermaier dem Traunsteiner Tagblatt.

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Das Projekt ist für rund 100 Bewohner ausgerichtet. Geplant sind 18 Einzelzimmer und 15 Doppelzimmer. Der dreigeschossige und teilunterkellerte Gebäudekomplex wird als H-Form errichtet und soll den späteren Bewohnern eine familiäre Atmosphäre vermitteln. Der mittlere Bereich des Hauses wird der Versorgungsbereich, den Kern bilden die Wohngruppen, in denen jeweils etwa zwölf pflegebedürftige Menschen leben werden. Die Gebäudeform hat den Vorteil, dass die Wege zu den Zimmern und zu den Aufenthaltsräumen, die jeder Gruppe zugeordnet werden, sowohl für die Bewohner als auch für das Personal relativ kurz sind. Im Erdgeschoß wird es auch eine sogenannte »Beschützende Abteilung« mit eigenem Freibereich geben. Eine Pflegeoase für schwerstpflegebedürftige Menschen sowie eine Kapelle und ein öffentliches, kleines Cafe komplettieren die Pflegeeinrichtung, die über eine eigene Küche versorgt werden soll. Im Zuge des Bauverlaufs hat das Planungsbüro jetzt in der Stadtverwaltung einen Tekturantrag eingereicht, der im Wesentlichen Grundriss-Änderungen und Änderungen bei der Zulieferzone vorsieht. Der Antrag wird in der Sitzung des Bauausschusses am nächsten Mittwoch um 16 Uhr behandelt.

Im Zeitplan liegt auch der Bau des Kinderhauses der Jugendsiedlung. Nach Angaben des Geschäftsführers der Jugendsiedlung, Alois Mühlhuber, sei davon auszugehen, dass die Kindertagesstätte im Herbst bezugsfertig und in Betrieb gehen könne. In wenigen Wochen wird hier mit dem Innenausbau begonnen. Das »Haus für Kinder« mit 50 Kindergartenplätzen und 36 Krippenplätzen, beinhaltet einen ausgesprochen integrativen Ansatz. Das heißt, dass hier sowohl in Kindergarten wie -krippe Kinder mit und ohne Behinderungen betreut werden. Es entstehen hier nicht reine Kindergarten- oder Krippenplätze, sondern flexible Räume, die nach Bedarf genutzt werden können. Damit will die Jugendsiedlung, die seit Jahrzehnten versucht, die Jugend in die Arbeitswelt zu integrieren, eine Einrichtung schaffen, die die Kinder von Anfang an bis zum 6. Lebensjahr besuchen können. Durch diese Konstellation bietet sich auch an, dass sich die Kinder nach der Krippenzeit nicht auf neue Gebäude oder Bezugspersonen einstellen müssen. Zwei Drittel der Kosten für den Bau des Hauses, das in Holzbauweise ausgeführt wird, wird die Stadt Traunreut übernehmen. Etwa ein Drittel erhofft sich die Jugendsiedlung vom Bund.

Wie berichtet, wurden im Herbst letzten Jahres auf dem Gelände der Jugendsiedlung zugunsten der beiden Neubauten drei alte Gebäude abgerissen, die zum Teil noch aus der »Muna«-Zeit, also aus den 1950er Jahren stammten. In den Gebäuden wohnten die Schüler der Jugendsiedlung. Ersatz wurde mit dem Bau eines neuen Schülerheims auf dem Gelände der Jugendsiedlung am Frühlinger Spitz geschaffen, das im Juli letzten Jahres bezogen werden konnte. ga