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»Wir liegen gut im Zeit- und auch im Kostenplan«

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Von den Räumen im zweiten Obergeschoß hat man einen herrlichen Ausblick. Davon überzeugten  sich  auch  Martin Aschauer und Ludwig Rieß von der Abteilung Hochbau im Landratsamt Traunstein sowie Schulleiter Dr. Robert Anzeneder (von links) bei einem Ortstermin mit unserer Zeitung. (Foto: Rasch)

Traunreut – Nach rund eineinhalb Jahren Bauzeit hat der Neubau des Dr. Johannes-Heidenhain-Gymnasium in Traunreut Gestalt angenommen. »Es kriagt auf oamoi a G‘sicht«, freute sich der Schulleiter, Oberstudiendirektor Dr. Robert Anzeneder, bei einem Ortstermin mit Vertretern des Landratsamtes Traunstein.


Die bereits fertiggestellte Fassade lehnt sich optisch dem 2009 bezogenen Erweiterungsbau an, der nahtlos mit dem Neubau verbunden ist. Nach Angaben der Behördenvertreter werden die Schüler spätestens Ende des Jahres in den neuen Gebäudekomplex umziehen können. »Wir liegen gut im Zeit- und auch im Kostenplan«, bestätigten Ludwig Rieß und Martin Aschauer von der Abteilung Hochbau im Landratsamt.

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Bis zu 30 Handwerker täglich auf der Baustelle

Bis zu 30 Handwerker sind täglich auf der Baustelle. Im zweiten Obergeschoß werden gerade die Fußböden verlegt, es wird gefliest und gemalert. Die Haustechniker sind ebenfalls täglich auf der Baustelle und die Heizung läuft bereits. Das neue Hauptgebäude, das mit städtischer Fernwärme versorgt wird, wird nach modernsten ökologischen Standards und absolut behindertengerecht gebaut.

Auch bei den Klassenzimmern und Fachräumen wird auf eine zeitgemäße Ausstattung geachtet. So wurde beispielsweise im Physiksaal ein sogenanntes steigendes Gestühl eingebaut, wie es im Fachjargon heißt. Mit Ausnahme der Mensa-Küche, die noch gut in Schuss ist und in das neue Gebäude mit umziehen wird, werden die Räume neu möbliert.

Gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt erwähnte Anzeneder, dass bei der Ausstattung auch Wünsche der Schule mit berücksichtigt worden seien. Beide Seiten – Schule und Behörde – bestätigten auch, dass die Zusammenarbeit untereinander hervorragend funktioniere. »Das gute Miteinander schätzen wir sehr«, sagte Aschauer. Er erwähnte auch, dass mit dem Bauprojekt in Traunreut für den Bauherrn auch eine gewisse Anstrengung verbunden sei, zumal es sich nicht um die einzige laufende Landkreis-Maßnahme handle. Darüber hinaus müsse die Baubehörde zwei Asyl-Projekte der Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises betreuen, was eine große Belastung für die Mitarbeiter bedeute. Aschauer ist aber zuversichtlich: »Wenn in Traunreut alles ideal weiterläuft, kann vielleicht noch im November umgezogen werden.«

Im Keller des Neubaus befinden sich neben den Technik-räumen (Lüftungsanlage, Elektrik, Fernwärme) auf der Nordseite im Souterrain auch drei Klassenzimmer für die Oberstufe. Von diesen Klassenzimmern blickt man auf eine Grünfläche, die noch bepflanzt wird. Im Erdgeschoß befindet sich die Aula, die bis zu 400 Personen Platz bietet. Nach Angaben von Ludwig Rieß sei die Aula, die auch über eine Galerie verfügt, auch als offizielle Versammlungsstätte bereits genehmigt worden. Die Mensa mit Küche sowie ein großer Mehrzweckraum und zwei Räumen für die offene Ganztagsschule sind ebenfalls im Erdgeschoß untergebracht. Im ersten Obergeschoß befinden sich sechs Klassenzimmer und ein Gruppenraum. Über »Traumplätze« verfügt der naturwissenschaftliche Bereich im zweiten Obergeschoß. Vom Physik- und vom Kunstraum aus hat man einen herrlichen Blick in die Berge.

Der Neubau ist der erste von vier Bauabschnitten, die sich bis 2017 hinziehen werden. Nach dem Einzug in das neue Schulgebäude wird der Westtrakt entkernt und saniert. Im weiteren Verlauf werden dann der südliche Trakt abgebrochen und die Container-Klassenzimmer zurückgebaut. Die durch den Abbruch des südlichen Trakts freiwerdende Fläche kann dann dem Pausenhof zugeordnet werden. In das Gesamtprojekt investiert der Landkreis Traunstein 17,5 Millionen Euro.

Schule wurde 2004 vom Landkreis übernommen

Bis vor elf Jahren war das Traunreuter Gymnasium in der Hand der Stadt Traunreut. 2004 hat der Landkreis Traunstein die damals schon sanierungsbedürftige Schule übernommen. Um den Gebäudebestand und die Situation an der Schule zu verbessern und den neuesten Standard zu erreichen, standen eine Menge Arbeiten und intensive Vorbereitungen an. Erste Aufgabe des neuen Sachaufwandträgers war eine Entschärfung der Raumnot. 2006 wurde dann ein Interimsgebäude in Holzbauweise mit drei Klassenzimmern erstellt und für die Umsetzung des G8 Räumlichkeiten für eine Mittagsverpflegung.

Zwei Jahre später folgte dann der Neubau eines drei Millionen teuren Erweiterungstrakts und 2013 genehmigte der Kreistag die Gesamtkosten für einen Teilneubau mit Generalsanierung in Höhe von 17,5 Millionen Euro. Etwa fünf Millionen Euro wurden dem Landkreis als Zuschuss zugesagt. ga