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»Wir können mit dem Haushalt gut leben«

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Für den Bau eines neuen Rathauses in Seebruck wird die derzeit schuldenfreie Gemeinde in den nächsten Jahren Kredite aufnehmen müssen. 1,3 Millionen Euro wurden für den Neubau bereits zurückgelegt. Die geschätzten Kosten für den Neubau liegen bei 4,1 Millionen Euro. Wie auf diesem Planungskonzept wird das neue Gebäude dann aussehen. (Foto: Rasch)

Seeon-Seebruck – Das Haushaltsvolumen 2015 in der Gemeinde Seeon-Seebruck bewegt sich mit 13,4 Millionen Euro etwa auf dem Niveau der Vorjahre. Der Verwaltungshaushalt weist knapp neun Millionen Euro auf und der Vermögenshaushalt rund 4,4 Millionen Euro. Im Gemeinderat wurde der Haushalt jetzt einstimmig verabschiedet. Ebenso der Stellen- und Finanzplan. »Wir können mit dem Haushalt gut leben, wenn wir entsprechend sorgsam agieren«, bilanzierte Josef Hölzl (FW). Der Finanzausschuss hatte dem Gemeinderat die von Kämmerer Albert Lahner erstellten Haushaltsdaten einstimmig empfohlen.


Wie der Kämmerer zusammenfassend feststellte, werden die günstigen Finanzverhältnisse, hervorgerufen durch die Einnahmen bei der Gewerbe- und Einkommensteuer und Schlüsselzuweisung, für eine stabile Finanzlage sorgen. Dem gegenüber stehe allerdings ein Anstieg der Unterhalts- und Personalkosten sowie eine unvermindert hohe Kreisumlage.

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Alle Darlehen und Kredite sind vollständig getilgt

Weiter teilte Lahner mit, dass erstmals seit der Gründung der Einheitsgemeinde Seeon-Seebruck auch alle Darlehen und Kredite vollständig getilgt werden können und die Gemeinde somit schuldenfrei sei. Die vorgesehenen Baumaßnamen können wie im Vorjahr ohne Kredite und Fremdfinanzierungen abgewickelt werden. Durch das positive Rechnungsergebnis des Vorjahres könne auch die Rücklage für den Rathausneubau um 300 000 Euro auf 1,3 Millionen Euro aufgestockt werden. Die Zuführung zum Vermögenshaushalt sei weiterhin auf einem guten Niveau, liege aber unter dem Ansatz des Nachtragshaushalts 2014. Die Einnahmehöhe im Vermögenshaushalt sei zum großen Teil von Grundstücksverkäufen abhängig. Die Verkäufe müssten jedoch auch haushaltswirksam erfolgen und die Voraussetzungen dafür zeitnah erbracht werden.

Einen Schwerpunkt bei den größeren Baumaßnahmen wird der Neubau des Rathauses in Seebruck setzen. So seien in die Haushalte 2016 und 2017 wieder Kreditaufnahmen zum Ausgleich in den Finanzplan eingestellt worden. Mit dem Bau des neuen Rathauses, verbunden mit der Zusammenlegung der Verwaltung, soll im Frühjahr 2016 begonnen werden. Wie Bürgermeister Bernd Ruth unserer Zeitung sagte, sei das vorliegende Planungskonzept des Neubaus in geringem Umfang geändert worden. Ruth betonte, dass dabei auch auf eine solide Ausstattung ohne größeren Schnickschnack geachtet worden sei. Während der Bauzeit wird die Verwaltung in die Gruber Alm in Roitham ausgesiedelt. Die Gemeinde hat die ehemalige Gastwirtschaft gekauft, die zunächst für den Einzug der Verwaltung im kommenden Herbst entsprechend ertüchtigt werden muss. Dafür wurde auch im laufenden Haushalt Geld eingestellt. Die geschätzten Kosten für den Neubau bewegen sich bei 4,1 Millionen Euro.

Einnahmen und Ausgaben im Verwaltungshaushalt

Zu den größten Einnahmen des Verwaltungshaushalts zählen die Gewerbesteuer, die mit 1,3 Millionen prognostiziert wurde, und die Einkommensteuerbeteiligung, die mit 2,2 Millionen Euro angesetzt wurde. An Schlüsselzuweisungen sind knapp 990 000 Euro zu erwarten.

Bei den Ausgaben des Verwaltungshaushalts schlagen die Personalkosten mit 2,1 Millionen Euro zu Buche. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das eine Steigerung von 119 000 Euro. Zurückzuführen ist diese Steigerung vor allem auf die Tariferhöhungen. Bei den Beamten wurden die Bezüge um drei Prozent angehoben. Bei den tariflich Beschäftigten wurde eine Anhebung von 2,4 Prozent eingerechnet. Daneben wurden auch Höhergruppierungen und eine befristete Übernahme einer Auszubildenden eingeplant.

Wegen der guten Steuerkraft der Gemeinde steigt die Kreisumlage um 13 300 Euro auf 2 077 000 Euro. Der Verwaltungs- und Betriebsaufwand beläuft sich auf 2,95 Millionen Euro und liegt auf dem Niveau des Vorjahres. Dazu räumte Lahner ein, dass der Sachaufwand durch die gemeindlichen Investitionen, wie die Kirchner-Galerie, die neue Sporthalle in Seeon und die Kinderkrippe in Truchtlaching in den letzten Jahren allgemein angestiegen sei.

Die Entwicklung der Zuführung vom Verwaltungshaushalt zum Vermögenshaushalt stellt sich folgendermaßen dar: Im Vergleich zum Vorjahr (1,3 Millionen Euro) fällt der Zuführungsbetrag in den Vermögenshaushalt mit 1,125 Millionen Euro etwas geringer aus. In den Folgejahren wird mit einem Zuführungsbetrag von unter einer Million Euro gerechnet.

Zu den größten Positionen im Vermögenshaushalt zählen Baumaßnahmen und Grundstückskäufe. Für Baumaßnahmen wurden knapp 2,1 Millionen Euro angesetzt und für den Grunderwerb knapp 1,6 Millionen Euro. Wesentlich zu Buche schlagen bei den Baumaßnahmen die Planungskosten für den Rathausneubau, die Umzugskosten der Verwaltung und die Ertüchtigung der Gruber Alm.

Eine weitere große Position bilden die Erschließungskosten für Straßen und Abwasser in den Baugebieten. Für Kanalsanierungsmaßnahmen in Seeon und Truchtlaching wurden ebenfalls hohe Ansätze gebildet. 130 000 Euro wurden für den Bau eines Geh- und Radwegs zwischen Burgham und Grafenanger eingestellt.

Noch Zuschüsse und Fördergelder erwartet

Bei den Zuweisungen und Zuschüssen bildet die Investitionskostenumlage an den Abwasserzweckverband mit 179 500 Euro den größten Betrag. Eingeplant wurden auch der Kauf eines Ersatzfahrzeugs und die Ausrüstung für die Feuerwehren (Digitalfunk). Von der Gesamtsumme des Vermögenshaushalts in Höhe von 4,3 Millionen Euro können 27 Prozent (1,18 Millionen Euro) mit der Zuführung vom Verwaltungshaushalt finanziert werden. Für einige Maßnahmen erwartet die Gemeinde auch Zuschüsse und Fördergelder. Zum Beispiel für den Geh- und Radweg Burgham-Grafenanger, für den Ausbau des Bürgersaals in Truchtlaching oder für die E-Bike-Ladestation in Seebruck. ga