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»Wir hoffen, dass uns das Fest von vorne bis hinten gelingt«

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Waging am See – Jede Menge Arbeit wartet auf die Mitglieder der Waginger Kolpingfamilie, denn am 26. April wird das 150-jährige Bestehen bei einem großen Festabend gefeiert. Die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren, so Vorsitzender Wilfried Streitwieser-Schrott bei der Jahreshauptversammlung.


Präses Andreas Ager gab anlässlich des Jubiläums einen kleinen Rückblick auf die Waginger Kolpingfamilie. Vor 150 Jahren gab es eine unruhige und schwierige, kirchenpolitische Zeit. Selbst die Mitglieder beklagten, dass die Leute verdorben und moralisch schlecht seien. Pfarrer Ager: »Kolping in Waging ließ sich nicht entmutigen und trotzte dieser Ansicht. Sie arbeiteten mit den Menschen, die da waren und nicht mit irgendwelchen Wunschmenschen.« Es sei dabei sehr viel Gutes entstanden.

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Die Spielleiterin des Kolping-Theaters, Martina Schmidt, bedauerte, dass es nach diversen »Fastkatastrophen« nicht möglich war, wie gewohnt am Drei-königstag eine Aufführung zu machen. Aber spielen will die Theatergruppe dennoch – und zwar passend zum 150-jährigen Bestehen. Die Vorbereitungen für das Stück »Der Mustergatte« sind bereits in der Endphase. »Nur der Text muss noch gelernt werden«, betonte Schmidt. Premiere ist am Ostermontag

Die Leiterin des Jugendsingkreises, Petra Huber, berichtete von den gesanglichen Aktivitäten, zum Beispiel beim 25-jährigen Priesterjubiläum von Andreas Ager sowie der Feier zum zehnjährigen Bestehen des eigenen Chors. »Es macht uns so viel Spaß, wenn wir sehen, wie sehr es den Leuten gefällt, und wir sind für die nächsten gesanglichen Aktionen hoch motiviert«, so Petra Huber.

Martin Scholz, Sammelleiter der Altpapier- und Gebrauchtkleidersammlung, war zufrieden mit dem Ergebnis vom letzten Jahr. »In der Herbstsammlung waren insgesamt 25 freiwillige Helfer dabei. Wir haben 19,88 Tonnen Altpapier und Kleider 5,05 Tonnen gesammelt.« Da die Katholische Landjugendbewegung seit letztem Jahr nicht mehr mitsammle, habe man deutlich weniger Tonnage bei den Altkleidern erreicht, so Scholz. Beim Papier bleibe man, trotz der Blauen Tonne, weiterhin in der Größenordnung. Der Reinerlös betrug rund 2200 Euro. Damit unterstützt man Mutter-Kind-Gruppen, Kindergarten, internationale Kolping-Projekte oder sonstige soziale Projekte. Die nächste Sammlung findet am 18. April statt.

Sabine Lapper sprach über die fünf Mutter-Kind-Gruppen, die komplett belegt sind. Ein Team von sechs Personen betreut die Gruppe jeweils einmal in der Woche. Im Vormittagsprogramm wird gemeinsam gespielt, gebastelt, gelesen und natürlich gesungen. »Am Martinstag gehts auch im Seniorenheim ganz schön rund, wenn die Zwerge zum Singen kommen. Für die Senioren ist es immer eine herzerfrischende und willkommene Abwechslung«, freute sich Sabine Lapper. Seit dem letzten Jahr wurde noch ein neues, zusätzliches, pädagogisches Programm geschaffen: Bei Vorträgen werden Themen wie Geschwisterstreit, Kinder stark machen, Konfliktlösung etc. angesprochen und diskutiert. Auch ein »Eltern-Day« wurde eingeführt. Dabei geht es darum, die Erziehungskompetenz der Eltern zu stärken, um somit die Werte in der Familie besser steuern zu können.

Die Bezirksleiterin der Kolpingjugend, Antonia Germayer, berichtete über die Teilnahme an einem Puzzle-Wettbewerb, bei dem die Waginger Kolpingjugend den 2. Platz belegte. Das Preisgeld in Höhe von 2000 Euro spendete die Jugend an den Förderverein der Waginger Wasserwacht. Die Erlöse aus dem Verkauf von Osterkerzen wurden an die Jugendsiedlung Traunreut gespendet. Auch zwei neue Kandidaten für die Kolpingjugend-Leitung wurden gewählt: Magdalena Huber und Johannes Roider wurden für ein Jahr gewählt und lösen Christine Huber ab, die aus beruflichen Gründen zurückgetreten ist.

Die Kolpingfamilie hat laut Wilfried Streitwieser-Schrott derzeit 142 Mitglieder. Im letzten Jahr hatte die Kolpingfamilie Waging Einnahmen von 24 300 Euro gegenüber 21 900 Euro Ausgaben. Aus den Mitgliedsbeiträgen (3725 Euro) gingen 3650 Euro an Kolping Köln. Mit Altpapier, Kleidersammlungen und Kleidercontainern nahm man im vergangenen Jahr 8000 Euro ein. Das stellte die größte Einnahmequelle dar. Größere Ausgaben kommen heuer mit dem 150-jährigen Bestehen auf die Kolpingfamilie zu. Die Kosten für das Fest wurden mit rund 6000 Euro veranschlagt. Wilfried Streitwieser-Schrott: »Wir hoffen, dass uns das Fest von vorne bis hinten gelingt.« soj

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