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»Wir haben nur das Minimalziel erreicht«

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Für 25 Jahre Mitgliedschaft in der CSU Ruhpolding ehrte Ortsvorsitzender Wolfgang Heigermoser (links) den langjährigen Gemeinderat Martin Geisreiter. Neben ihm erhielten Sepp Reiter und Franz-Josef Hinterreiter ebenfalls Urkunden für 25 Jahre. Für 40 Jahre wurden Schorsch Plenk und Michael Gall ausgezeichnet.

Ruhpolding. Sowohl der Blick in die Zukunft wie auch der Rückblick auf die Kommunalwahl standen im Mittelpunkt der Ruhpoldinger CSU-Ortshauptversammlung. Dabei machte Ortsvorsitzender Wolfgang Heigermoser kein Hehl aus seiner Enttäuschung über das Votum der Wähler und verschiedener Unstimmigkeiten bei der Wahl der stellvertretenden Bürgermeister.


Im Dezember vergangenen Jahres wurden in der CSU Ruhpolding die Weichen für die Kommunalwahl gestellt. Neben den Kandidaten für den Gemeinderat entschied sich Hermann Feil, für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren. »Es war von Beginn an alles wie aus einem Guss«, berichtete Heigermoser. Das Team habe sich aus sehr unterschiedlichen Kandidaten zusammengesetzt, die sich alle enorm engagiert hätten. »Die Stimmung war sehr gut, wir waren alle sehr zuversichtlich – ja fast euphorisch.« Doch das Wahlergebnis habe alle enttäuscht. »Wir haben nur das Minimalziel erreicht«, resümierte der Ortsvorsitzende. Für die CSU habe sich nichts geändert – weiterhin sei die Partei im Ruhpoldinger Gemeinderat die stärkste Fraktion mit acht Sitzen. Doch das Ziel, bei der Bürgermeisterwahl zumindest die 40-Prozent-Marke zu erreichen, habe man mit gerade mal 34 Prozent deutlich verfehlt. Heigermoser weiter: »Das Schlimmste ist für uns, dass es keine Frau in den Gemeinderat geschafft hat, trotz unserer guten Auswahl.«

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Problematisch sei für ihn der Vorwurf der Lüge gewesen, den Mitbewerber gegen ihn erhoben hatten – in Zusammenhang mit seiner Aussage über die finanzielle Situation der Gemeinde, sagte Heigermoser. Auch die Wahl des zweiten Bürgermeisters – hierfür war Andreas Hallweger im Gespräch – habe für erhebliche Irritationen gesorgt. »Entgegen der anfänglich positiven Signale haben die anderen Parteien kurz vor der Wahl ihre Zustimmung wieder zurückgezogen und eine Kampfkandidatur angestrebt. Aber wir wollten einen anderen Weg in die Zukunft und nicht wieder Gräben aufreißen.« Deshalb habe Hallweger seine Kandidatur zurückgezogen und übernahm den Posten des CSU-Fraktionsvorsitzenden, auf Hermann Feil fiel die Wahl des dritten Bürgermeisters.

Andreas Hallweger beschrieb die Arbeit des neuen Gemeinderates. »Die CSU ist eine starke Fraktion mit vielen neuen Gesichtern – junge und erfahrene Gemeinderäte.« Neben dem dritten Bürgermeister stelle die CSU den Jugendbeauftragten und den Vorsitzenden des Rechnungsprüfungsausschusses der Gemeinde. »Inzwischen ist eine gute Zusammenarbeit im Gemeinderat angelaufen«, so Hallweger, »es ist sehr harmonisch und es gibt ein konkretes Miteinander.« Dabei sei für die »neuen CSUler im Gemeinderat« vieles sehr ernüchternd, denn verschiedene Projekte würden nur in der Schublade liegen. Neben der desolaten Finanzsituation der Gemeinde stünden jetzt Themen wie die Nutzung des früheren Bahnhofs an, die Zukunft des Kurhauses und des Kurparks und das Hotelprojekt Zell. cs