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»Wir haben jetzt ein Problem«

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Traunstein – »Wir haben jetzt wirklich ein Problem. Wir wissen nicht, wie es im August weitergeht.« Das stellte Franz Feil, der Leiter des Kreisjugendamts Traunstein, zum Thema »Unterkünfte für junge unbegleitete minderjährige Flüchtlinge« fest. Im Kreisjugendhilfeausschuss appellierte Feil, dem Jugendamt leerstehende Objekte zu melden. Landrat Siegfried Walch betonte, die im Juli vom Freistaat zugewiesenen, 30 jungen Flüchtlinge haben man gerade noch unterbringen können – vor allem dank der Hilfe von Margarete Winnichner: »Sonst hätten wir es nicht geschafft.«


Den Dank nahm Frau Winnichner, die im Jugendhilfeausschuss das Diakonische Werk Traunstein vertritt, an – »stellvertretend für alle, die auch mithelfen«. Die aktuellen Herausforderungen müssten bewältigt werden: »Das ziehen wir durch. Wir brauchen Häuser. Personal, um die Betreuung der jungen Flüchtlinge sicherstellen zu können, haben wir ausreichend.«

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Seit Anfang 2014 musste sich der Landkreis Traunstein um 104 dieser minderjährigen Flüchtlinge, die allein nach Deutschland gekommen sind, kümmern. Bis Ende des Jahres rechnet Franz Feil mit weiteren 60 bis 70 Personen. Das Jugendamt stehe derzeit unter großem Druck und sei auf Unterstützung bei der Suche nach Übergangslösungen angewiesen. Letztlich müssten für die jungen Flüchtlinge Plätze in Jugendeinrichtungen gefunden werden. Der Landrat hob heraus, bei den gesuchten Wohnobjekten müsse nicht immer der »wünschenswerte Standard« wie eine gute Busverbindung oder W-Lan-Anschluss herrschen. Der Landkreis biete den Flüchtlingen das, was er bieten könne.

Auch andere Jugendliche im Landkreis seien zu betreuen, informierte der Jugendamtschef weiter. »Von einem Tag auf den anderen« habe man – im Einverständnis mit der betroffenen Familie – sieben Kinder und Jugendliche amtlicherseits in Obhut genommen. Sie leben mittlerweile in Bereitschaftspflegefamilien. Feil unterstrich: »Wir müssen auf eine Jugendeinrichtung hoffen, die alle aufnehmen kann. Wir hoffen, die Geschwister nicht trennen zu müssen.«

Damit steige aber auch gleichzeitig die Zahl der stationären Heimfälle um sieben Personen – mit den entsprechenden finanziellen Folgen. »Es gibt wenige Fälle, die mich mitnehmen. Aber das ist eine unglaublich schwierige Situation«, merkte der Landrat an. kd