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»Wir haben immer fest zusammengehalten«

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Mathilde und Heinrich Seybold feiern am heutigen Dienstag Diamantene Hochzeit. (Foto: Mix)

Traunreut. Mathilde und Heinrich Seybold feiern am heutigen Dienstag das Fest der Diamantenen Hochzeit. Die beiden leben seit 60 Jahren in ihrem Haus in St. Georgen, haben ihr Leben lang viel gearbeitet und gespart und immer fest zusammengehalten.


Heinrich Seybold, Jahrgang 1919, wuchs in Taching auf. Er wurde mit 20 Jahren zum Militär einberufen, erlebte die schlimmen Kriegsjahre und kam erst 1949 aus russischer Gefangenschaft zurück. Nach dem Krieg kam er bei einem Bekannten in St. Georgen unter, dem er in der Landwirtschaft half. Dort lernte er das nette Nachbarsmädel Mathilde kennen, das er bei seinen Arbeiten auf dem Feld immer sah.

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Bei einem Hühnertanz in Weisbrunn, zu dem beide eingeladen waren, kamen sie sich näher. »Danach sind wir zum ersten Mal zusammen heimgegangen«, erinnert sich Mathilde Seybold noch an diesen Abend. Eine Zeit lang haben die beiden dann gemeinsame Unternehmungen gemacht, bis die Eltern des Mädchens erklärten, wenn der junge Mann ernste Absichten habe, erhielten die beiden ein Grundstück neben dem Haus von Mathildes Eltern. So kam es am 12. Februar 1953 zur Hochzeit. Gleichzeitig mit dem Paar vermählten sich auch Mathildes Bruder Hans Niederbuchner und seine Frau Marianne, es gab eine große Doppelhochzeit.

Heinrich Seybold hatte vor dem Krieg keine Gelegenheit, einen Beruf zu erlernen, stellte sich aber in der Zeit der Gefangenschaft als sehr geschickter Holz-Handwerker heraus. Wieder in der Heimat absolvierte er deshalb eine Ausbildung zum Zimmerer und war bis zu seiner Rente bei Holzbau Schmid in Trostberg beschäftigt. Sein handwerkliches Geschick half ihm auch beim Bau des eigenen Hauses in St. Georgen sehr, an dem er viel selber machte.

Mathilde Seybold arbeitete als Mädchen in einer Glasbläserei in der Muna und später in der Handschuhfabrik Michael Lohs. Dann widmete sie sich jedoch voll und ganz ihrem Ehemann, der Erziehung der drei Töchter, dem Haushalt und dem eigenen Heim.

Die beiden sparten ihr ganzes Leben lang fleißig und steckten ihr Geld immer wieder ins Haus, das im Laufe der Jahre erweitert und umgebaut wurde. Viel Zeit verbrachten sie auch im Garten, den Heinrich Seybold in der Rente, als er mehr Zeit hatte, stets liebevoll pflegte. Hier hielt er auch seine Hühner und Hasen.

»Wir haben immer fest zusammengehalten, kaum gestritten«, betont Mathilde Seybold und fügt hinzu: »Es ist halt wichtig, dass man Verständnis füreinander aufbringt und sich respektiert.« Heute, mit 93 Jahren, kann Heinrich Seybold nicht mehr so recht aus dem Haus und hat Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis. Seine 15 Jahre jüngere Frau sorgt zusammen mit der im Haus lebenden Tochter Elfriede bestens für ihn. Das Paar hat inzwischen sieben Enkel und sechs Urenkel, die zusammen mit den beiden dieses besondere Ehejubiläum feiern. mix