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»Wir brauchen etwa zehn Hektar«

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Die Blaukäserei von Bergader kommt in die Jahre, für einen zukunftsweisenden Neubau am bisherigen Standort reicht der Platz nicht mehr aus. Daher wünscht sich die Molkerei von der Gemeinde eine rund zehn Hektar große neue Gewerbefläche. (Foto: H. Eder)

Waging am See – Die Privatkäserei Bergader in Waging braucht mehr Platz, viel mehr Platz. In der jüngsten Gemeinderatssitzung konkretisierte Bernhard Niedermaier, der für Produktion und Technik zuständige Geschäftsführer, die Wünsche der Molkerei. Bergader müsse aufgrund seiner beengten Situation an der Produktionsstätte in Waging »eine Teilaussiedlung in Betracht ziehen«, sagte Niedermaier. »Wir brauchen etwa zehn Hektar.«


Dabei geht es um die sogenannte Blaukäserei, die schon seit 1971 in Betrieb ist und von daher schon etwas in die Jahre gekommen sei. Hingegen gilt die Weichkäserei, das zweite Standbein von Bergader, die 2012 neu gebaut worden war, nach wie vor als Europas modernste Käserei. »Wir denken nicht daran, den Standort Waging völlig aufzugeben«, beruhigte Niedermaier die Waginger Gemeinderäte, »wir haben keinen Grund zum Flüchten«, ergänzte er schmunzelnd.

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Bergader erstellt gerade einen Masterplan

Aber es gehe jetzt darum, sich frühzeitig mit der Grundstücksfrage zu beschäftigen. Darum richtete der Geschäftsführer ganz offiziell die Frage an die Gemeinde Waging, ob »eine solche Fläche möglich« sei. Bei Bergader sei man dabei, im Rahmen eines »Masterplans« die Möglichkeiten für die Zukunft ins Auge zu fassen. Dieser Plan soll im Laufe dieses Jahres Gestalt annehmen, von daher sei es wichtig, auch die Grundstücksfrage zu klären.

Der Neubau der Blaukäserei würde, wie Niedermaier betonte, für Bergader einen wichtigen Schritt nach vorne bedeuten. Die Produktion ließe sich ausweiten, was angesichts der Konkurrenzsituation wichtig sei. Dies würde daher auch einen Zuwachs der Belegschaft um etwa 100 Mitarbeiter bedeuten; derzeit sind bei Bergader an den Standorten Waging und Bad Aibling etwa 550 Personen beschäftigt. Schon heute sei man dabei, neue Produkte zu entwickeln, die nach dem Neubau produziert werden könnten. Damit würde auch der Milchbedarf noch etwas höher sein als bisher, sodass die Erweiterung auch der regionalen Landwirtschaft zugute kommen würde.

Verständlicherweise fand das Thema großen Widerhall im Gemeinderat, Niedermaier musste eine Menge an Fragen beantworten. Martin Dandl etwa wollte wissen, was dran sei an den Gerüchten, Bergader habe »schon überall Flächen gekauft«. Niedermaier verneinte: »Wir geben ein klares Bekenntnis zu Waging ab. Als erstes kommt Waging.«

Ideal, wenn sich bestehende Infrastruktur nutzen ließe

Man hätte die neuen Flächen »am liebsten dran«, sagte er auf eine Frage von Willi Reiter. Denn es wäre ideal, wenn sich die vorhandene Infrastruktur weiterhin nutzen ließe, etwa im Zusammenhang mit der zusammen mit der Gemeinde entwickelten Abwasserentsorgung. Auch die günstigen Gebühren in Waging sprächen für einen Verbleib in der Gemeinde. Nur wenn die benötigten Flächen in Waging definitiv nicht zu bekommen wären, würde man sich in der Nachbarschaft umsehen.

Wie sehr das Ganze eilt, wollte Andreas Barmbichler wissen. »Ungefähr bis Juli brauchen wir ein Signal«, gab Niedermaier einen klaren Zeitrahmen vor, »ab dann suchen wir anderswo weiter«. Bergader wolle nach Möglichkeit die Entscheidung im Herbst treffen. Damit ist jetzt die Gemeinde gefordert: »Es liegt jetzt an uns«, fasste Bürgermeister Herbert Häusl zusammen. Man müsse nun gemeinsam schauen, ob sich in der Gemeinde eine Gewerbefläche in der von Bergader benötigten Größenordnung realisieren ließe. he