weather-image

Windrad am Triftweg ist defekt

2.3
2.3
Bildtext einblenden
Schon seit geraumer Zeit ist das Windrad am Wasserkraftwerk am Triftweg nicht mehr in Betrieb. (Foto: Artes)

Traunstein – Wer regelmäßig am Triftweg unterwegs ist, dem ist es vielleicht schon aufgefallen: Das Windrad am vor rund fünf Jahren gebauten Wasserkraftwerk dreht sich seit längerer Zeit nicht mehr.


Anwohner haben sich nun an das Traunsteiner Tagblatt gewandt und wollen wissen, was los ist. Auf Anfrage teilte Stefan Will, Geschäftsführer der Stadtwerke Traunstein, mit: »Das Windrad hat einen mechanischen Schaden und kann nicht mehr repariert werden.« Das liegt vor allem daran, dass die Firma aus Bergen, von der die Anlage stammt, vor einigen Jahren Insolvenz angemeldet hat und nun nicht mehr existiert. »Wir werden das Windrad voraussichtlich abbauen.« Das geschehe laut Will dann, wenn sowieso ein Kran vor Ort gebraucht werde.

Anzeige

Ursprünglich war ein Sonnensegel geplant

Wie Will weiter erläutert, war an der Stelle des Windrads ursprünglich ein Sonnensegel geplant gewesen. »Das sollte eine mastähnliche Konstruktion mit Photovoltaik-Modulen sein. Wir wollten an diesem Standort die regenerativen Energien Sonne und Wasser darstellen.« Das Sonnensegel ist damals allerdings am massiven Widerstand der Anwohner gescheitert. »Wir haben uns dann dafür entschieden, statt der Sonne den Wind darzustellen – auch, weil eine Kleinwindkraftanlage bis zehn Meter Höhe genehmigungsfrei errichtet werden kann.«

Es sei durchaus bekannt gewesen, dass der Standort im Flusstal kein geeigneter Platz für eine solche Windkraftanlage sei. »Es ist hier aber mehr um die Gestaltung und die Symbolik gegangen.« Ein weiterer Aspekt war laut Will, dass mit der Firma aus Bergen die regionale Zusammenarbeit gefördert werden sollte. »Dass diese Firma nicht allzu lange besteht, war natürlich nicht absehbar«, erklärt Will. »Mit dem Sonnensegel wäre – neben der Symbolik – an diesem Standort auch eine Stromerzeugung möglich gewesen.«

Versorgung reichte nicht mal für ein einzelnes Haus

Wie der Geschäftsführer der Stadtwerke weiter erklärt, würde dieses Praxisbeispiel auch zeigen, dass mit Kleinwindkraftanlagen kein nennenswerter Beitrag zur Stromerzeugung möglich ist. »Auch nicht für die Versorgung zum Beispiel eines einzelnen Hauses.« Das würden nicht nur die Erfahrungen der Stadtwerke zeigen. »Im Bayerischen Energieatlas lässt sich bei sehr vielen Kleinwindkraftanlagen ablesen, dass diese nur eine verschwindend geringe Stromerzeugung realisieren können.«

Das Windrad am Triftweg ist im November 2012 aufgestellt worden. Die Kosten beliefen sich damals auf rund 20 000 Euro. jar

Mehr aus der Stadt Traunstein
Einstellungen