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Wilde Krampusse rüttelten an den Absperrungen

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Zu den kleineren Besuchern waren die Krampusse, auch die schaurigen »Rauhnachtsfürsten Waldkraiburg«, recht lieb. Weitere Fotos vom Krampuslauf gibt es unter www.traunsteiner-tagblatt.de im Internet. (Foto: Mergenthal)

Teisendorf – Ein Feuerwerk eröffnete das schaurige Spektakel: An die 500 Kramperl aus 44 Passen aus Bayern und Österreich trafen sich zum sechsten Teisendorfer Krampus- und Perchtenlauf, bewundert von mehreren Tausend Zuschauern. Eingeladen hatten die »Achthal Teufel´n Teisendorf«.


Voraus schritten zu himmlischen Halleluja-Klängen der Nikolaus in Begleitung von einem Kramperl sowie ein großer Engel mit zwei kleinen Engerln, die Gaben verteilten. Hinterher trottete der gutmütige Fellkrampus der Achthaler, der aus Hamburg die weiteste Anreise hatte: In den Fellen steckte der Freund der Nichte von Vorstand Hans Hocheder, die ihrer Liebe nach Hamburg gefolgt war. In der Mitte der Marktstraße stellte Ansager Peter Heindel die Gruppen vor. Aktive der Faschingsgesellschaft Sing-Sang Teisendorf kümmerten sich unter anderem um die passende, später archaisch-rockige Musik.

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Mit bengalischem Feuer folgten den Himmelsboten in gebührendem Abstand der Wurznsepp, die eifrig fegenden Hexen und die übrigen Krampusse der Achthal Teufeln. Diese erinnern mit ihrem Namen bewusst an den Bergbau im Achthal, der auch etwas Düsteres und Unheimliches an sich hat, und sind seit Februar 2012 ein eingetragener Verein. Seit zwei Jahren laufen sie in ihren ausdrucksstarken, tierähnlichen Holzmasken der Tiroler Schnitzerin Bernadette Klingler und den vorwiegend selbst genähten Fellgewändern.

Aus Sicherheitsgründen hatten die Organisatoren heuer erstmals statt Bändern massive Absperr-Gitter für die Zuschauer angebracht. Die wilden Krampusse ließen sich davon nicht stören, rüttelten an den Absperrungen, lehnten sich drüber oder wuchteten die Zaunteile sogar in die Höhe. Zu den kleinen Kindern waren sie meistens lieb, den Jugendlichen hingegen drohten sie mit ihren Fratzen oder sogar mit der Rute.

Durch eine Einlage auf ihren tiefen Trichterglocken trieben die »Salzburger Brauchtumsperchten« den Winter aus, bevor er überhaupt gekommen ist. Insgesamt fiel auf, dass viele Passen wieder zur alten Tradition zurückkehren und an Tiere erinnernde Wesen darstellen sowie in Lederhosen laufen, statt mit leuchtenden Augen und blutverschmierten Fratzen Halloween-Effekte zu erzeugen. Mit ihren Glocken verbreiteten sie einen ohrenbetäubenden Lärm.

Für ihre Ausstattung hatten sich die Gruppen mit klangvollen Namen wie »Rauhnachtsfürsten Waldkraiburg«, »Bavarian Brotherhood«, »Ainringer Moor Teufeln« oder »Mortus Daibilos« viel Mühe gegeben. Manche hatten auch noch gespenstisch maskierte Trommler dabei, wie die Innviertler Schloss Pass. Zum Schluss luden die Achthal Teufel'n alle Teilnehmer aus den Einnahmen vom Glühweinverkauf zum geselligen Ausklang bei Gulaschsuppe und Getränken in den Poststall ein. vm