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Wiesenbrüterschutz am Lachsgang

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Die Schranke soll Spaziergänger davon abhalten, Wiesen zu betreten, auf denen seltene Vögel brüten.

Übersee. So mancher Spaziergänger mag sich in letzter Zeit gefragt haben, warum im Bereich Lachsgang an der Wegabzweigung am Achenzipf eine Schranke errichtet wurde. Auch weiter vorne könnte eine kleine an den Chiemseerundweg angrenzende Barriere aus Ästen Fragen aufgeworfen haben. Beide Barrieren dienen dem Schutz der heimischen Wiesenbrüter.


Der Lachsgang mit seinen zahlreichen Streuwiesen ist ein wichtiges Wiesenbrütergebiet am Chiemsee. Hier bauen Brachvogel, Bekassine und Kiebitz ihre Nester in die Wiesen und ziehen ihre Nachkommen auf. Diese Vogelarten gehören zu den am stärksten gefährdeten in Bayern. Ihre Bestände am Chiemsee sind drastisch geschrumpft. Wiesenbrüter sind sehr scheu und reagieren auf Störungen häufig damit, ihre Bruten aufzugeben.

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Für den Wiesenbrüterschutz problematisch ist nach Angaben von Gebietsbetreuer Hannes Krauss ein Kiesweg, der von Seethal zum Achenzipf führt. Um die Wiesenbrüter in der Brutzeit zu schützen, ist das Gebiet per Verordnung des Landratsamtes Traunstein als Wiesenbrüterschutzgebiet ausgewiesen. Demnach ist ein Benützen des Weges vom 1. März bis 30. Juni jeden Jahres verboten. Zudem gibt es einen Trampelpfad über eine Streuwiese. Seit einigen Jahren wird mit Schildern über das Betretungsverbot informiert. Beide Wege werden jedoch immer wieder benutzt – sogar mit freilaufenden Hunden.

Nachdem das Wiesenbrüterschild am Achenzipf mehrfach umgerissen, zerstört oder gestohlen wurde, haben sich die Naturschutzbehörden und der Gebietsbetreuer Chiemsee dazu entschlossen, den Kiesweg mit zwei Schranken zu sperren, die der Landesbund für Vogelschutz gebaut hat.

Außerdem wurde eine Barriere aus Ästen errichtet, um den Zugang vom Chiemseerundweg auf dem Trampelpfad durch die Streuwiese zu schließen. Die Arbeiten wurden von Schülern der Gehörlosenschule Friedberg erledigt und vom Landschaftspflegeverband koordiniert. Ebenfalls tatkräftig mitgeholfen hat Hermann Eschenbeck vom Bund Naturschutz, der auch den Kontakt zur Schule hergestellt hat. Der Landschaftspflegeverband und der Gebietsbetreuer haben die Arbeiten koordiniert und mit der Gemeinde Übersee abgestimmt.