weather-image
31°

Wieder Tausende Besucher in der Traunsteiner Innenstadt

1.0
1.0
Bildtext einblenden
Fachliche Beratung gab es auch auf dem Flohmarkt. Hier berät eine Verkäuferin aus Salzburg zwei modeinteressierte junge Frauen, die sich Bekleidungsstücke ausgesucht haben.

Traunstein – Der gestrige Sonntag stand in Traunstein wieder ganz unter dem Motto: Bummeln, Schauen und Einkaufen. Der Lindlsonntag war wieder ein Magnet für Tausende Traunsteiner und Besucher aus nah und fern. Wohl noch nie zuvor, so zeigte sich auch der Vorsitzende der Traunsteiner Werbegemeinschaft, Thomas Miller, überzeugt, seien an einem verkaufsoffenen Sonntag mehr Menschen in der Großen Kreisstadt gewesen. Das war auch dem Wetter geschuldet: In der Früh war es noch nicht so schön, um einen Ausflug in die Berge zu unternehmen. Dann kam aber die Sonne durch und lockte die Menschen ins Freie. Bei rund 15 Grad und wärmenden Sonnenstrahlen machte der Stadtbummel so richtig Spaß.


Der Lindlsonntag ist weit über die Traunsteiner Stadtgrenzen im Landkreis und darüber hinaus bekannt. Für Kaufwillige hatte der von der Werbegemeinschaft veranstaltete Verkaufssonntag wieder jede Menge zu bieten.

Anzeige

Pünktlich um 12 Uhr öffneten die Geschäfte ihre Türen und schnell füllte sich die Innenstadt mit Bummlern und Kaufwilligen, die an dem Tag auch die Chance nutzten, oft auch gemeinsam mit Ehegatte, Partner und Kindern oder mit Freunden in Ruhe durch die Geschäfte zu ziehen und sich dort bei Bedarf fachmännisch beraten zu lassen. Das Verkaufspersonal trug den arbeitsreichen Sonntag »mit Fassung«, allerorts traf man auf freundliches Personal.

Der große Flohmarkt als Stimmungsbringer

Viel Interesse zog wieder der Flohmarkt auf sich. Die Fieranten hatten ihre Stände entlang der oberen Bahnhofstraße bis hin zum Bahnhofplatz, aber auch im Stadtpark, dem Maxplatz und entlang der Marienstraße. »Hier ist heute viel los«, strahlten viele Händler. Eine Anbieterin, die aus Salzburg gekommen war, meinte auf Nachfrage: »Das hat sich rentiert, dass ich hergefahren bin.«

Gut gelaunte Verkäufer trafen offensichtlich auf ihresgleichen auf der Käuferseite. Viele Flohmarktgeher waren auf der Suche nach Schnäppchen. Und war es das noch nicht, wurde gefeilscht und gehandelt – und am Ende sah man auf beiden Seiten dann oft zufriedene Gesichter. Die Käufer freuten sich über ihre neu erworbenen Schmuckstücke, Bücher, Schallplatten oder Antiquitäten, die Verkäufer, weil ein Stück weniger nach Hause gebracht werden musste – und sich die Kasse langsam füllte.

Am Kinderflohmarkt konnten Kinder Verhandlungsgeschick und Verhandlungstalent schon am Vormittag vor dem Kulturzentrum beweisen, wenn Comics, Puppen, Spiele oder kleinere Fahrgeräte ihren Besitzer wechselten. Alles rund um das Fahrrad gab es beim Flohmarkt des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs am Maxplatz. Eine persönliche Beratung zum Fahrradkauf konnte man sich bei den Experten des Clubs holen. Wenig erfreut zeigte man sich dort, dass vorgesehene Parkplätze vor der Volksbank-Raiffeisenbank trotz Beschilderung einfach zugeparkt wurden.

Umfangreich war das Angebot der Polizei und es wurde entsprechend gut angenommen. Ganz gleich, ob es um die Fahrsicherheit ging, die mit Fahrsimulatoren überprüft werden konnte, oder um die besten Möglichkeiten, wie man sich gegen Einbrüche in den eigenen vier Wänden schützt: Die Polizei war gut beschäftigt mit ratsuchenden Besuchern. Der Standplatz in der Höllgasse war zwar etwas ab vom Schuss, die Beamten störte das nicht: »Dadurch können wir in Ruhe mit Interessierten reden«, war das Credo der Polizisten.

Nachdem der Stadtrat den in den vergangenen Jahren eher zum Sorgenkind gewordenen Jahrmarkt wieder beleben will, hatte man sich dafür entschieden, diesen vom bisherigen Standort Karl-Theodor-Platz auf den Stadtplatz zu verlegen. Dem ganztägig durchgeführten Jahrmarkt tat der Standortwechsel an zentrale Lage gut. Das Sortiment war breit und vielfältig. Und so mancher Jahrmarktkunde ging zielgerichtet zu »seinem« Händler. Auch viele Imbissstände sorgten dafür, dass auf dem Stadtplatz ordentlich etwas los war, waren andererseits natürlich vereinzelt auch ein direkter Konkurrent zur bestehenden Stadtplatzgastronomie.

Auch die Parksituation hatte sich durch die Veränderung entspannt. Standen doch nun auf dem Karl-Theodor-Platz über 350 Parkplätze zur Verfügung, die gut angenommen wurden. Nicht ganz so im Fokus stand durch die Veränderung das Angebot der Autohändler, bisher stets ein beliebter und fester Bestandteil des Lindlsonntags. Mussten diese doch weichen und boten ihre Fahrzeuge auf ihrem jeweiligen Betriebsgelände an, was sich gerade bei Autohäusern am Traunsteiner Stadtrand nicht positiv auswirkte. Andererseits kamen so auch zielgerichtet echte Interessenten, wie ein Anbieter nicht unzufrieden meinte. Auch war das jeweilige Angebot dadurch natürlich umfangreicher, weil die gesamte Autopalette zur Verfügung stand. Trotzdem zeigten sich manche Vertreter von Autohäusern am Stadtrand wenig begeistert, reklamierte man doch auch für sich, dass man mit der Autoschau ein Magnet am Lindlsonntag sei. »Das ist ein Rückschritt. Für uns kann man die Veränderung vergessen«, zeigte sich beispielsweise Georg Baumann vom gleichnamigen Autohaus in der Chiemseestraße wenig begeistert: »Für die Einkaufsstadt Traunstein ist das nicht unbedingt eine positive Veränderung.« Bilder im Internet unter www.traunsteiner-tagblatt.de. awi