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Wieder Geothermie-Pumpversuch

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Traunreut. Die Zufahrt von der Staatsstraße 2104, der sogenannten »Waginger Straße«, zum Wohngebiet Weisbrunn-Waldfeld ist ab Montag komplett gesperrt. Der Grund: erneute Pumpversuche vom Geothermie-Bohrplatz bei Weisbrunn aus.


Eine Nachfrage des Traunsteiner Tagblatts bei Thomas Neu, dem Geschäftsführer der Geothermischen Kraftwerksgesellschaft Traunreut mbH, brachte genauere Informationen. »Wir haben jetzt die zweite Bohrung unten«, stellte Neu zufrieden fest. Das heißt, der »Bohrer« ist in der endgültigen Tiefe von exakt 5435 Metern angelangt. Das sind nochmals 400 Meter mehr als bei der ersten Bohrung. Der Grund dafür, dass hier um so viel tiefer gebohrt wurde, liegt darin, dass die beiden Bohrpunkte an ihrem untersten Punkt mindestens einen Abstand von 1800 Metern voneinander haben müssen.

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Nachdem jetzt also die notwendige Tiefe erreicht ist, folgt – wie schon beim ersten Bohrloch – der Ergiebigkeitstest. Das heißt, dass aus dem Untergrund Wasser hochgepumpt wird. Neu: »Wir werden bis maximal 110 Liter pro Sekunde fördern.« Dieses Wasser ergießt sich zunächst in die großen Becken an der Anlage, weil die Rohrleitungen, die zur Traunreuter Kläranlage laufen, diese Menge an Wasser auf einmal gar nicht aufnehmen könnten.

Wenn die Straße auch bereits am Montag gesperrt wird, so wird es bis zum Beginn des Pumpversuches aus verschiedenen Gründen noch etwas dauern. Neu rechnet damit, dass mit der Förderung des Wassers entweder in der Woche vor oder nach Ostern begonnen wird.

Und es werde auch nicht länger als eine Woche dauern: »Der Versuch wird diesmal kürzer sein als beim ersten Mal«, sagt Neu, »wir wollen nur noch sicherstellen, dass alles so ist wie beim ersten Mal. Wir wollen einfach nur die Ergebnisse vom ersten Mal bestätigen.« Damals war fast zwei Monate lang gefördert worden.

Mit den Pumpversuchen wäre dann diese Phase abgeschlossen und die Bohranlage könnte dann schon im April abgebaut werden, »wenn alles ordentlich läuft und nichts dazwischen kommt«. Gleichzeitig werde dann auch der Zirkulationstest stattfinden. Das heißt, Wasser wird von einem Bohrloch ins andere gepumpt, um das ganze System über einen längeren Zeitraum hinweg ausprobieren zu können. Als Nächstes werde dann die Fernwärme-Übergabestation auf dem Bohrgelände gebaut.

Zunächst aber stehen die Pumpversuche an, für die die Straße nach Weisbrunn-Waldfeld nach Auskunft der Stadtverwaltung Traunreut voraussichtlich bis zum 8. April gesperrt sein wird. Die Autofahrer, die in Richtung Waldfeld fahren wollen, müssen eine Umleitung befahren: entweder über Weisbrunn oder über die Heinz-von-Stein-Straße. he