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Wieder Gelübdeprozession

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Unterwössen. Die Pfarrgemeinde Unterwössen beging mit Musik der Musikkapelle Wössen und den Vertretern und Abordnungen der Vereine die Gelübdeprozession in der Pfarrkirche St. Martin. Für Bürgermeister Hans Haslreiter war es das letzte Mal, dass er als Bürgermeister an dieser Prozession teilnahm.


So wandte er sich mit einer dringenden Bitte an die Unterwössner, an der Gelübdeprozession auch in der Zukunft festzuhalten. »Lasst nicht nach, damit die Schrecken des Krieges aber auch die Gnade, verschont geblieben zu sein, in unserem Bewusstsein verankert bleiben«, rief Haslreiter nachdrücklich auf.

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Zuvor hatte der Bürgermeister noch einmal die Situation in Unterwössen in Erinnerung gerufen, während der damalige Pfarrer Zeller spontan den Bau der Friedenskapelle und die Prozession gelobt hatte: Als am 8. Mai 1945 im Buchenwaldl noch SS-Einheiten und Gebirgsjäger Gefechtsstände aufbauten, sprach für die Bevölkerung alles für heftige Kämpfe um den Ort. Angst und Sorge bedrückte sie.

Die amerikanischen Panzer rückten von Norden entlang der Tiroler Achen bis Marquartstein-Geisenhausen vor. Laut war das Feuergefecht zu hören und eine Panzersprenggranate traf das heutige Haus von Hans Kurfer, ohne jedoch zu krepieren.

Viele Unterwössner waren in die höheren Lagen zur Point und Grub geflüchtet, als Pfarrer Zeller seine denkwürdige Zusage gab. Und tatsächlich wurde das Feuergefecht am nächsten Tag eingestellt und Unterwössen in letzter Minute verschont. lukk