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»Wieder ein ganz großes Stück vorangekommen«

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Hoch erfreut über den Treppenlift im Rathaus von Reit im Winkl zeigten sich bei der Testfahrt (von links) Geschäftsleiter Michael Englert, Bürgermeister Josef Heigenhauser (im Hintergrund) und Behindertenbeauftragter Georg Weber. (Foto: Ostermaier)

Reit im Winkl. Kaum zugänglich waren bislang für Menschen mit Behinderung das Bauamt, das Standesamt, das Einwohnermeldeamt, die Zimmer im ersten und zweiten Stock des Rathauses also. Jetzt sind dort die Treppen für Menschen mit Rollstuhl oder Rollator kein Hindernis mehr: Die Gemeinde ließ einen Treppenlift für rund 25 000 Euro installieren.


Behindertenbeauftragter Georg Weber ließ sich bei einer »Testfahrt« von Geschäftsleiter Michael Englert im Beisein von Bürgermeister Josef Heigenhauser einweisen. Ganz ohne Hilfe werden Nutzer diesen, am Geländer verlaufenden, elektrisch betriebenen Fahrstuhl jedoch nicht bedienen können: So müssen sich gehbehinderte Besucher am Eingang zunächst anmelden, ehe ein Gemeindebediensteter den Lift in Gang setzt.

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»Wir müssen darauf achten, dass die Treppe frei ist, wenn der Lift eingesetzt wird«, erklärt dazu Geschäftsleiter Michael Englert, denn aufgrund der Breite der Beförderungsplattform kann das Treppenhaus nicht gleichzeitig von anderen Passanten genutzt werden. »Außerdem kann dem Nutzer auch geholfen werden und wir wollen verhindern, dass Unbefugte den Lift unsachgerecht einsetzen«, wie Englert erläutert.

Auf die Möglichkeit der Beförderung von Behinderten mittels eines Treppenliftes hatte man sich verständigt, da aus technischen und finanziellen Gründen andere Varianten ausschieden, »für einen richtigen Aufzug wäre ein eigener Anbau am Rathaus erforderlich gewesen«, sagt dazu Bürgermeister Josef Heigenhauser. Voll des Lobes zeigte sich bei einer ersten Inspizierung der örtliche Behindertenbeauftragte Georg Weber. »Dieser Lift ist besonders deshalb erforderlich, weil es immer mehr ältere Menschen gibt, darunter viele ältere Urlaubsgäste«, und diesen sei mit dieser Einrichtung ebenso geholfen.

Aber auch Georg Weber, selbst Rollstuhlfahrer, hat es nun leichter, in die oberen Räume der Verwaltung zu gelangen, um dort seine Vorschläge zu einer weitgehend barrierefreien Gemeinde vorzutragen – das Büro des Bürgermeisters liegt im zweiten Stock. Ideen und Anregungen für die nähere Zukunft hat Weber genügend: So sieht er Handlungsbedarf für die Belange von Menschen mit Behinderung im Hallenbad, im Kindergarten, bei den Wanderwegen, bei den Gaststätten: »Aber mit dem Treppenlift im Rathaus sind wir jetzt wieder ein ganz großes Stück vorangekommen«, stellt er zufrieden fest. ost

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