weather-image
17°

Wieder deutlich mehr Straftaten

5.0
5.0
Bildtext einblenden
99 Ladendiebstähle wurden im vergangenen Jahr in der Stadt Traunstein verübt. Die meisten davon konnten aufgeklärt werden. Die Aufklärungsquote beträgt 94,9 Prozent. (Foto: Brenninger)

Traunstein. Die Polizeiinspektion Traunstein ist nach wie vor dran, eine Sicherheitswacht für die Stadt Traunstein auf die Beine zu stellen. »Aber die Situation ist unverändert: Es fehlt uns einfach an Bewerbern«, sagte Polizeirat Rainer Wolf gestern im Hauptausschuss. Mit acht Mitgliedern könnte die Sicherheitswacht starten. »Bisher haben wir acht bis neun Bewerbungen vorliegen, allerdings haben wir alle bis auf zwei aussortiert«, fuhr Wolf fort. Die Gründe dafür seien unterschiedlich, betonte er. »Die Bewerber kommen etwa aus Altenmarkt.«


Rainer Wolf stellte dem Ausschuss zudem die polizeiliche Kriminalstatistik 2012 für die Stadt vor. Vier ältere Frauen wurden im August und September 2012 in der Toilettenanlage am Karl-Theodor-Platz von einem 59-jährigen Siegsdorfer belästigt. Ein 20-jähriger Teisendorfer überfiel im vergangenen Oktober ein Geschäft an der Klosterstraße. Diese zwei Fälle zählten im vorigen Jahr zu den spektakulärsten in Traunstein (wir berichteten).

Anzeige

Insgesamt sind 1578 Straftaten im Jahr 2012 in der Stadt Traunstein registriert worden. Im Vergleich zu 2011, damals gab es 1335 Fälle, bedeutet dies, dass deutlich mehr Straftaten begangen wurden – und zwar um 18,2 Prozent. Allerdings wies Wolf darauf hin, dass man 2011 sehr wenige Straftaten zu verzeichnen hatte. »2012 ist absolut auf dem Niveau der vergangenen zehn Jahre«, betonte der Polizeirat.

In 64,8 Prozent der Fälle ermittelte die Polizei einen Tatverdächtigen. Die Aufklärungsquote liegt bei 66,4 Prozent. Es wurden 847 Tatverdächtige ermittelt. 653 davon waren männlich, 194 weiblich. 27 Prozent der Verdächtigen waren Kinder, Jugendliche oder Heranwachsende unter 21 Jahren. Die Polizei ermittelte gegen die 227 Personen unter 21 Jahren hauptsächlich wegen Körperverletzungen, Diebstählen, Betrugsdelikten und Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Rund ein Viertel aller registrierten Straftaten gab es im Deliktsbereich Diebstahl. 480 Fälle musste die Polizei hier bearbeiten. Die Aufklärungsquote betrug 36,5 Prozent.

Ein deutlicher Anstieg ist im Bereich Rohheitsdelikte zu verzeichnen – darunter fallen etwa Raub, Körperverletzung, Bedrohung oder Nötigung. 276 Mal wurde die Polizei im vergangenen Jahr zu solchen Fällen gerufen. 2011 waren es 226 Einsätze. Dies entspricht einem Zuwachs von 22,1 Prozent. Es handelte sich dabei überwiegend um Körperverletzungen. Auch hier gab es einen Anstieg von 179 auf 215 Fälle. Dennoch liegt die Zahl noch immer deutlich unter der von 2010: Damals musste die Polizei 242 Mal ausrücken. Die Aufklärungsquote bei diesen Verstößen ist mit 89,8 Prozent sehr hoch. Insgesamt gab es 172 Verdächtige.

Die Zahl der Sexualdelikte ist im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen. In acht Fällen ermittelte die Polizei. 2011 waren es noch 15.

28,9 Prozent mehr Betrugsfälle gab es im vergangenen Jahr. 214 Fälle wurden registriert. »Das ist das Deliktsfeld der Zukunft«, zeigte sich Wolf überzeugt. Im Bereich der Internetkriminalität seien der Polizei oft die Hände gebunden, fügte er an. Da die Straftaten in der Regel im Ausland begangen werden.

Oberbürgermeister Manfred Kösterke wollte noch wissen, ob es noch häufig zu Zwischenfällen in der Bahnhofsunterführung komme. »Die Lage hat sich deutlich entspannt«, informierte Wolf. Wolfgang Lenz (UW) fragte, ob es beim Frühlingsfest in diesem Jahr zu größeren Zwischenfällen gekommen sei. »Wir haben keine größeren Beschwerden gehabt,« konnte Wolf Entwarnung geben. SB