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Wie sieht die Zukunft der Schwimmbäder aus?

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Teisendorf – Jeweils voll besetzt waren die Pizzeria Da Pippo in Teisendorf und der Gasthof zur Post in Neukirchen bei den beiden Versammlungen der CSU Teisendorf unter dem Motto »Unser Schwimmbad«.


Gemeinderat Georg Wetzelsberger, Bürgermeister Thomas Gasser und der Dritte Bürgermeister Gernot Daxer stellten anhand einer ausführlichen Präsentation die Geschichte der beiden gemeindlichen Bäder vor. CSU-Fraktionssprecher Alois Stadler, stellte in einer Powerpoint-Präsentation die Ergebnisse der Studie für mögliche Sanierungsmassnahmen und die finanziellen Auswirkungen dar.

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200 Unterschriften für Erhalt des Neukirchener Bades

Die Bürger haben bei beiden Versammlungen eifrig mitdiskutiert. Die Meinungen gingen dabei von einer möglichen Schließung eines der beiden Bäder bis hin zur Gründung von Fördervereinen zum Erhalt der lieb gewonnenen Einrichtungen. In Neukirchen wurde eine kurzfristig initiierte Unterschriftenliste mit mehr als 200 Unterstützern zum Fortbestand des Neukirchener Schwimmbades an den Bürgermeister übergeben.

Mehr als 150 Zuhörer, darunter jeweils etliche Mitglieder der DLRG Teisendorf sowie einige Gemeinderäte, verfolgten an zwei aufeinanderfolgenden Abenden die Versammlungen. Einleitend erläuterte Georg Wetzelsberger die jahrzehntelange Geschichte der Bäder in Teisendorf und Neukirchen. Das Becken in Teisendorf wurde 1952 gebaut, 1970 saniert und 1987 um ein Kleinkinderbecken erweitert. Außerdem wurde 1998 der Kiosk umgebaut und ein Technikgebäude mit Umkleiden und Duschen errichtet.

Das Bad in Neukirchen gibt es seit 1974. Die Warmwasseraufbereitung wurde 1990 auf Solar umgestellt. Diverse kleinere Maßnahmen zum Erhalt des Betriebes wurden in den letzten Jahren umgesetzt. Doch die Probleme bei beiden Bädern sind vielfältig: Die veraltete Technik, die damit einhergehende problematische Wasseraufbereitung, steigende Reparatur- und Personalkosten sowie die unzureichenden Investitionen in der Vergangenheit führten zu einer sinkenden Attraktivität. Nun besteht in beiden Bädern dringender Handlungsbedarf.

Sanierungsstudie wurde vorgestellt

Daher gab Bürgermeister Thomas Gasser schon bald nach seinem Amtsantritt eine Sanierungsstudie in Auftrag, um erstmals fundierte Zahlen als Diskussionsgrundlage zu haben. Diese wurde bei den Bürgerversammlungen vorgestellt. Vorgaben für die Planung waren unter anderem die Senkung der Betriebs- und Personalkosten sowie eine Erhöhung der Attraktivität.

Der Rathauschef stellte die Varianten mit den jeweiligen Kosten ausgiebig vor und erläuterte die Planungsüberlegungen. Er betonte, dass es bisher keine Festlegung gibt. In den Finanzplänen für die Jahre 2015 und 2016 sind 3 Millionen Euro eingestellt. Ausgehend von diesen Werten und den Zahlen aus der Studie erläuterte Gernot Daxer die aktuellen Defizite der beiden Bäder sowie die Auswirkungen von Baumaßnahmen. Die Energiekosten würden sich stark verringern, während das Defizit bedingt durch die Abschreibungen steigen würde. Hier seien kreative Lösungen gefragt, um die Bau- und Betriebskosten zu senken und die Einnahmen zu erhöhen.

Die Wortmeldungen unterschieden sich in Teisendorf deutlich von denen in Neukirchen. Das Stimmungsbild war mehrheitlich knapp für den Erhalt zweier Bäder. Beide Bäder zu schließen wurde nicht gefordert. In der Diskussion in Teisendorf wurde eine herkömmliche Wasseraufbereitung angemahnt, zum Teil die Schließung eines Bades gefordert, die Suche nach Zuschüssen und Kosteneinsparungen begrüßt und eine Bürgerbefragung angeregt mit dem Ziel, den Stellenwert der Bäder zu ergründen.

Nachdem Schwimmbadreferent Thomas Prechtl seine Überlegungen zur Eigeninitiative erläutert hatte, um die beiden Bäder erhalten zu können, entstand eine Debatte zur Gründung eines Fördervereines, die auch nach Beendigung der Veranstaltung fortgesetzt wurde.

Förderverein für Neukirchener Bad gegründet

In Neukirchen unterstrich die Diskussion den hohen Stellenwert des Bades für den Ort. Äußeres Zeichen hierfür waren die vielen gesammelten Unterschriften, die an Bürgermeister Gasser übergeben wurden. In der Veranstaltung gründete sich ein Förderverein, der mithelfen will, die Zukunft des Bades zu sichern. Es wurden Maßnahmen zur Realisierung besprochen, zum Beispiel, wie die Baukosten reduziert und Gelder für die Sanierung gesammelt werden können. fb